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Plastik hansARTig

hansARTig

Zwischen den Menschen
Skulpturen und Malerei
April/Juni 2009

Von Marco Dessardo, Paris

Räume und Zwischenräume, die unsere Wahrnehmung und unsere Welt begreifend bestimmen, sind für das Denken eines Bildhauers grundlegend. Im Werk von hansARTig sind sie ursächlich und zwingend in Form gebracht. Skulpturen stehen in Gruppen zueinander, in den Zwischenräumen lebt Beziehung, Kommunikation, Ausgrenzung, Kontakt, Nähe. Viele seiner Skulpturen weisen eine doppelte Geschichte und doppelte Markiertheit auf.

Bearbeitete Balken, Pfosten oder Träger aus Eiche mit ihren Handwerks- und Funktionsspuren sind Auslöser und Anreger, Spezifika, die nach der Bearbeitung zu Neu­em führen; das Holz wird Kunst, der Balken Skulptur.

Ein weiterer bewusster Eingriff erfolgt. Das Holz wird mit einem anderen Material, meist Stein, konfrontiert. Das Zusammenfügen von zwei verschiedenen Dingen, deren Unterschiedlichkeit in Form, Material, Aussehen, Charakter auffallend ist, bringt etwas Eigenwilliges, Neuartiges, Einmaliges hervor. Die Zweigeteiltheit, die Unvereinbarkeit führt durch Vereinigung zur Einheit, ohne einer Auflösung der Zweiheit. Und ohne falsche Harmonisierung.

Ähnlich auch die großen Figuren von hansARTig, die in klarer Strenge und Konsequenz auf die Andeutung der Geste reduziert sind und im Kontakt, im Gespräch, eben im Zwischenmenschlichen die leisen Zwischenräume einnehmen.

Auch die Malerei auf Papier und Leinwand ist keine Alltagskost. Seine weder belanglos, noch vorgeblich abstrakten Bilder gehen über zufällige Ergebnisse willkürlichen Spielens hinaus und werden zu Produkten bewusster Arbeit durch das Nacheinander im Entstehungsprozess der Mischtechnik. Bedingt durch andere Materialien, die hansARTig in seine großformatigen Bilder integriert, wirken sie oft rau und spröde und lassen eine Verbindung zu seinen plastischen Werken erkennen. Auch wenn seine Arbeiten sicher nicht gleich jedermann zugänglich sind, folgen sie dennoch einer ganz klaren Gestaltungsabsicht.

hansARTig behandelt den Umgang der Menschen miteinander. Er stellt das Geflecht zwischenmenschlicher Beziehungen dar, distanziert, teils hintersinnig, teils auch ironisch, aber niemals banal oder larmoyant.

hansARTig: 1959 in Tübingen geboren; Januar bis Oktober 1982 Atelier, Plastische Keramik Albrecht Kiedaisch, Tübingen; Oktober 1982 bis Februar 1986 Studium der Bildhauerei bei Prof. K.H.Türk an der Freien Kunstakademie in Nürtingen; Mai 1986 bis März 1990, Studium der Kunstpädagogik und Kunsttherapie an der Fachhochschule Ottersberg. 1993 und 1994 Förderstipendium Bundespräsidialamt Bonn; 1996 Stipendium Fundación Valparaíso, Spanien. Zahlreiche Einzel- und Gruppenausstellungen im In- und Ausland

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