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Ingela Bergmann"schon nah"Zeichnungen - Malerei Oktober/Dezember 2001 |
Von Sybille Fritsch-Oppermann
Ingela Bergmanns Aquarelle und Arbeiten in Tempera
sind, wie es der Titel der Ausstellung mitteilen will, in Farbe und Form
gegossene Begegnungen, melancholisch-beglückt unter die Haut gehende
Reisen auf den Grund des Lebens und der Vergänglichkeit.
Die Künstlerin arbeitete u.a. an einer Serie
Gedächtnisbildern, mit visuellen Erinnerungsfragmenten aus einer Zeit,
aus der in ihrem Leben viele wichtige Erinnerungen stammen, sich
häufen: der Kindheit.
Mit diesen Bildern begann sie, nachdem der Schmuck
gestohlen worden war, den sie von ihren Großmüttern geerbt hatte. Um
die Erinnerung an die Alten trotzdem bewahren zu können, versuchte sie,
Bilder von den Schmuckstücken zu schaffen. Jedes Bild oder jede
Bildgruppe besteht aus mehreren Teilen, die zusammen eine Komposition
bilden.
Von der Frühphase des Realismus, fast Fotorealismus, hat sich Ingela
Bergmann entfernt. Heute wünscht sie sich eher, dass ihre Bilder in
Farbe und Kontrasten, z.B. zwischen gemischten und klaren reinen Farben,
nur so schimmerten, dass weitere skizzenhafte Elemente hinzuträten,
ohne dabei die Form- und Farbkomposition zu verlieren.
Bei der Aquarellmalerei wendet sie eine skizzenhafte
Technik an: Farbtöne werden übereinander lasiert - und das in sehr
schneller Folge.Ingela Bergmann spürt einer Technik nach, die den
Stimmungen Dauer und den Menschen Dauern verleiht; sie stellt ihre
Technik in den Dienst des Vergegenwärtigens. So teilt sie Schrecken und
Freude über das, was ist und hebt es im Schönen auf.
Aus dem Ausstellungskatalog
Ingela Bergmann wurde1959 in Malmö, Schweden geboren. Sie studierte in Helsingborg, Malmö und Lund Malerei und graphisches Zeichnen. Seit 1994 arbeitet sie freiberuflich als Künstlerin und Illustratorin u.a. von Kinderbüchern. Seit 1999 ist sie als Lehrerin für Aquarellmalerei und im Fach "Form und Farbe" in Lund und in Trondheim, Norwegen, tätig.