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Arnaldo da SilvaStücklandFotografien August/November 2002 |
Von Hans-Peter Burmeister
Sie zeigen den mächtigen Fuß eines Baumes, die
tägliche Wäsche, Fischer, die mit Netzen im Wasser hantieren, die
Getreideernte, die Gewinnung von Palmöl, den kleinen Markt, die
Zubereitung des Essens, das Schlagen der Trommel. Dazwischen: Gesichter.
Gesichter von Kindern, Greisen, Männern und Frauen.
Die Fotografien von Arnaldo da Silva zeigen das Land
seiner Herkunft und die Gesichtslandschaften derer, die dem Fotografen
begegneten, manche fortfahrend im Gespräch, andere innehaltend,
ihrerseits den Fotografen anblickend, der uns diesen Augenblick
festgehalten hat.
Die Kamera hält Abstand. Aber die Fotos zeigen auch, wie nahe die
Menschen rücken können, wenn der Blick auf einen Gegenblick trifft.
Wer fixiert hier wen?
Mögen die Fotos den Augenblick bannen, das spürbare
und doch sich entziehende Geheimnis des einzelnen Menschen, der nun uns,
die Betrachter anschaut, ist das Zeichen seiner Autonomie und Würde.
Dem war die Portraitkunst der großen Malerei und Fotografie seit
Jahrhunderten auf der Spur.
Arnaldo da Silva hat die spezifischen
Gestaltungsmöglichkeiten der Schwarz-Weiß-Fotografie genutzt: das
Spiel mit den Kontrasten, die Berücksichtigung der Rythmik, die
Betonung des Bildaufbaus, der Strukturen - und die Aura, die das
gelungene Foto ausströmt, einen eigenen Raum bildend, der Respekt
gebietet und doch nichts anderes zeigt als Bilder aus dem alltäglichen
Leben.
(Aus dem Ausstellungskatalog)
Arnaldo da Silva wurde 1966 als Sohn eines Fischers auf Bubaque geboren, einer Insel des Bijagos Archipels, die dem Festland von Guinea-Bissau vorgelagert ist. Um ein Maximum an Schul- und Berufsbildung zu erlangen, verließ er die Insel und besuchte das katholische Seminar und Lyzeum in der Hauptstadt Bissau. 1994 emigrierte er nach Portugal. Die Ausbildung zum audiovisuellen Kommunikationstechniker in Lissabon schloss er 1998 mit dem Diplom ab. Er arbeitet er als freier Fotograf und Kameramann.