Fotocollage
Kontakt | Impressum | Sitemap | Suchen | Home | 

Akademie > Kunst in Loccum > Michael Emig

Gemälde von Michael Emig

Michael Emig

Augen-Blicke
Malerei
Februar/April 2010

Von Michael Emig

Prinzipien, Absichten

Die schöne schreckliche Welt ist permanente Realität für mich und als solche auch Ausgangspunkt für meine Bilderfindungen. Optische Alltäglichkeiten werden in neue Zusammenhänge gedrängt und entwickeln so ihre eigenen magischen Kräfte. Ich teile Nachrichten mit, auch wenn sie sich auf den ersten Blick nicht erschließen wollen, weil sie durch phantastische Ausdrucksträger als bildnerisches Kryptogramm unter der realen Oberfläche vibrieren.

Aus gutem Grund greife ich auf Prinzipien traditioneller realistischer Zeichnung und Malerei, auch in Bezug auf die Herstellungstechnik, zurück, deren Traditionslinien  besonders deutscher realistischer Zeichnung und Malerei bis zu Dürer, Cranach und Holbein zurück verfolgt werden können und die ihre Entsprechung meines Erachtens in der Kunst des zwanzigsten Jahrhunderts bei Dix, Scholz, Radziwill in den zwanziger Jahren und bei Tübke, Mattheur, Prechtl, Grützke u. a. in jüngster Vergangenheit finden.

Aus dem „Handwerk“ kommend, setzen sie für mich verbindliche Maßstäbe. Nicht kurzlebige Moden des Kunstmarktes, sondern solide künstlerisch – handwerkliche Arbeit ist mein Anliegen.

Meine künstlerische Arbeit der vergangenen dreiunddreißig Jahre ist auch gekennzeichnet durch eine starke Affinität zur Literatur, wobei es mir darauf ankommt, die engen Grenzen der bloßen Illustration eines Textes zu überwinden, um in den Gehalt eines literarischen Werkes einzudringen und zu einem freien künstlerischen Ergebnis zu kommen. In den letzten drei, vier Jahren ist besonders Ovid’s „Metamorphosen“ ins Zentrum meiner künstlerischen Arbeit gerückt. Sieben großformatige Zeichnungen sind bis jetzt entstanden. Ovid’s „Metamorphosen sind nicht nur „... wunderbare Märchen von Strafe und Rettung, Haß, Liebe, Neid, Betrug und besonders gern von Ehebruch, Versuchung und Treulosigkeit der Geschlechter ...“ (E.W.Bredt) sondern ebenso die Darstellung archetypischer Situationen, Verhaltensweisen, Figuren, deren allgemeiner Charakter für mich von enormer Aktualität (siehe oben) ist und mich zur weiteren Auseinandersetzung damit provoziert. Vorerst weiter in der Technik der Handzeichnung. Aber auch deren Umsetzung in Malerei oder Druckgraphik wäre denkbar.

Für einen "konfessionslosen" Maler, der gegen Ende des zwanzigsten Jahrhunderts illusionslos und ohne Gottvertrauen im Zentrum des aufgeklärten Europa lebt, erscheint es fast widersinnig, sich mit biblischen, also religiösen Themen zu beschäftigen. Aber wenn man genauer hin sieht, stellt man schnell fest, dass sowohl die Bibel als auch der Nachhall anderer Religionen eine Sammlung archetypischer Situationen, Handlungen und Personen sind, deren genaue Kenntnis nicht nur das Verständnis bildender Kunst vergangener Jahrhunderte fördert, sondern selbst Anregung genug ist für die eigene künstlerische Arbeit. Wenn man bedenkt, daß jede künstlerische Entäußerung ein schöpferischer Akt an sich ist, dann könnte man schon über eine "charakteristische irrationale, gefühlsmäßig betonte Glaubenshaltung" etwas genauer und intensiver nachdenken

Michael Emig: 1948 in Leipzig geboren; 1963 - 1967 Ausbildung im Zeichnen bei dem Maler und Grafiker B. Grothe in Naumburg; 1969 - 1971 Ausbildung als Lithograph bei "C.G.Röder" in Leipzig; 1971 - 1976 Studium an der Hochschule für Graphik und Buchkunst Leipzig bei den Proffesoren Tübke, Mayer-Foreyt, Kurth; 1976 Abschluß des Studiums mit dem Diplom; Übersiedlung nach Magdeburg; seitdem freiberuflich tätig; zahlreiche Einzel- und Gruppenausstellungen; Werkstandorte u.a.:; Trinitatiskirche Zerbst (Altarbild "Kreuzigung); Städtische Museen Magdeburg; Krankenhaus Altstadt Magdeburg; Wandbild im BBZ der Handwerkskammer Magdeburg (mit R. Pötzsch); Universität Magdeburg und Rostock (Porträt des Rektors).

Pfeil zurück      •  © 2010 by Evangelische Akademie Loccum  •  eal@evlka.de  •  Seite drucken  •         Pfeil nach oben