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Akademie > Kunst in Loccum > Hartmut-H. Genz

Zeichnung von Susanne Pikullik-Bastian

Hartmut-H. Genz

Temperamente
Zeichnungen - Malerei
April/Juni 2001

Von Sybille Fritsch-Oppermann

Zu einer seiner - besser in eine seiner - Zeichnungen in Mischtechnik (Pastell, Guache, Graphit) auf Papier bzw. Folie (mehrschichtig) schreibt Hartmut H. Genz ein Gedicht:
"Aufsteigend, auf zu Wolkennähe
Die Fesseln fallen lassen.
Aus engen Gassen sich befreien
und ein Stück Himmel fassen.
Eintauchen in das Namenlose,
Umringt von Fremdheit großer Zahl,
Gerinnt Bedeutendes in Kälte
Im Augenblick zu ganz banal.
Nichts lässt sich halten oder bannen.
Folgst auf und ab und wieder auf,
Dem JoJo gleich in Kinderhand,
dem vorbestimmten Lebenslauf"

Besonders in den Zeichnungen erzählt Hartmut Genz Geschichten über dies Leben aus Sinn und Verstand, aus Form und Inhalt. Seine Figuren und Masken, seine Personen und Träume fordern uns zum Dialog auf, der oft auch als direkte Frage in die Bilder hineingeschrieben wird. Die Farben leuchtender und mutiger oft als die Themen des Zweifels und der Suche nach Sinn und Geborgenheit im Anderen. 
Träume, vorm Zerfließen gehalten vom graphischen Talent. Das Zeitanhalten, die Mystik der Farben tut sich da auf, wie wir es sonst vom großen Bruder Chagall kennen - aber eben auch immer wieder handwerklich und formvollendeter Humor, der uns mahnt, dass Große im Kleinen zu suchen. Arbeiten, die die Vielheit des Lebens uns neu zur Interpretation zur Verfügung stellen. Kontraste und Komplementaritäten erst ergeben den ganzen Sinn und vollenden auch das künstlerische und graphische Handwerk.
Neben seinen Zeichnungen zeigt Hartmut Genz auch Plastiken aus Zement und Gips, auf Drahtgerüst modelliert. Zwei davon stehen in der Kapelle und laden - wie auch die anderen Figuren und Bilder zum Nachdenken ein darüber, wie zum Leben immer beides gehört: Seele und Leib, Bekanntes und Fremdes, Augenblick und Ewigkeit, Verzweiflung und Größe, Inhalt und Form.
(Aus der Rede zur Ausstellungseröffnung)

Hartmut-H.Genz: 1944 in Neuruppin geboren; nach einer Berufsausbildung zum Gebrauchswerber in der damaligen DDR folgte dort das Grafikstudium in Ostberlin; dann feste Anstellungen und freie Aufträge in Filmstudios, Theatern und Museen; nach der ‹bersiedlung zunächst nach Schleswig Holstein, lebt er seit 1995 in Hamburg und arbeitet als Dozent für Grundlagen der Gestaltung und DTP an der Akademie für Werbung Grafik Druck in Hamburg. Außerdem ist er als freier Künstler, Grafiker und Diplomdesigner tätig.

 

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