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Akademie > Kunst in Loccum > Gerlinde Grossmann

Zeichnung von Susanne Pikullik-Bastian

Gerlinde Grossmann

Übergang
Malerei - Grafik
April/Juni 1998

Nichts Fremdes flunkern
Von Thomas Mauch

Tanzende Geometrie tastet sich da von verschiedenen Seiten her aufs Blatt. Mäander ziehen ihre zähe Spur. Der Pinsel setzt so scheu wie beharrlich seine schillernden Schlieren des Farbspektrums gegen das lichte Weiß des Papiers und scheut dabei nicht vor brackigen Schmutzrändern zurück. Gitterwerke brechen auf und taumeln ohne festen Boden als Bruchwerk über das Blatt.
Ein graziles Tummelfeld an Zeichen, Formen und Strukturen, die sich manchmal wie von ungefähr zur Konturlinie eines menschlichen Körpers finden.
Man muss es sich nur herausgucken. Geduldig warten die Bilder auf den Betrachter. Und wenn man sie mit dem Bestand der Kunstgeschichte abgleicht, erinnert manches vielleicht an die geistige Spur des Informel. Aber in den Arbeiten von Gerlinde Grossmann steht neben dem Heftigen, schnell Verfassten ein geduldiges Suchen nach Klarheit und Ordnung.
Das gilt ihr als verpflichtendes Ziel der Malerei, deswegen schätzt Gerlinde Grossmann neben Georg Baselitz Künstler wie Lyonel Feininger, Oskar Schlemmer und Paul Klee. Und weil sie selbst beim Studium der alten Meister zu aller erst das Schauen, weniger aber das Kopieren maltechnischer Kniffs gelernt hat, braucht man in den Bildern von Gerlinde Grossmann gar nicht nach formalen Wahlverwandtschaften Ausguck halten. Sie wollen nichts Fremdes flunkern. Sie kennen ihre eigene Schönheit.
Aus dem Ausstellungskatalog

Gerlinde Grossmann: 1938 in Stettin geboren; Studium der Germanistik, Theologie und Philosophie in Bonn, Marburg und Tübingen; 1978 begann sie zu zeichnen; seit 1994 folgten Arbeiten in Íl und in verwandten Techniken. Zahlreiche Ausstellungen in Deutschland und in Polen. Gerlinde Grossmann lebt in Tennenbronn (Schwarzwald).

 

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