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Kristina HenzeVariationen über die StilleMalerei Januar/März 2000 |
Von Rainer Grimm
"In himmlischer Bläue" ist der Titel eines
Triptychons von Kristina Henze. Die drei aufeinander bezogenen Bilder
geben einen guten Einblick in ihr Werk, weil in ihnen die verschiedenen
Aspekte ihres künstlerischen Wirkens exemplarisch sichtbar werden.
Schon im Titel werden dabei die Dimensionen angedeutet, die in Kristina
Henzes Arbeiten immer wieder eine Rolle spielen - auf der einen Seite
das "Himmlische" und auf der anderen die mit dem Wort
"Bläue" angedeutete Farbe.
Der Himmel ist die geistige Sphäre, er ist das,
wonach Menschen seit undenklichen Zeiten streben. Er ist luftig, leicht,
strahlend; damit ist er der natürliche Gegensatz zur Erde, zum
Schweren, zu dem, was uns hier unten bindet. Der Himmel ist somit auch
die "letzte Wahrheit", er ist "Ruhe im Göttlichen",
ist die "Rückkehr", wie sich Kristina Henze in einem
Gespräch äußerte. Da das Anliegen vieler Religionen die Verbindung
von Himmel und Erde ist, wird verständlich, dass Blau eine religiöse
Farbe ist. In Ägypten war Blau die Farbe der Götter - die Grabkammern
der Pharaonen wurden daher blau ausgemalt, um die Toten in die
göttliche Umgebung zu bringen. Das "Himmlische Jerusalem",
die dominierende Sehnsuchtsvorstellung des mittelalterlichen Menschen,
stellte man sich als aus Saphir gebaut vor. Und das Kleid der Maria
wurde rot und blau gemalt und symbolisiert auf diese Weise die irdische
und die himmlische Liebe, wobei die "himmlische Liebe" die
vergeistigte, übermenschliche, überirdische ist.
Aus dem Ausstellungskatalog
Kristina Henze: geboren 1943 in Plauen; nach dem Abitur Studium der Kunstpädagogik bei Prof. Siebert in Lüneburg; Tätigkeit als Kunsterzieherin; ab 1975 Kunstprojekte mit Jugendlichen; Kursarbeit in der Erwachsenenbildung; ab 1983 jährlich Studienreisen in den Mittelmeerraum; ab 1989 Lehrtätigkeit im Referat Musisch-Kulturelle-Bildung in der Lehrerfortbildung. Zahlreiche Einzel- und Gruppenausstellungen