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Papierarbeit von Wolfgang Heuwinkel

Wolfgang Heuwinkel

Anfang und Ende
Malerei
September 2006/Januar 2007

Von Ellen Ueberschär

In der hebräischen Mystik gibt es eine Tradition, die jeden einzelnen Buchstaben des Gottesnamens meditiert. Jeder einzelne Buchstabe wird tief ausgelotet, seine Farbe, sein Geschmack, seine Gestalt, sein Klang. Wolfgang Heuwinkel eröffnet uns ein Wort-Kunst-Spiel, das Anklänge an diese Form der Annäherung an den Grund der Welt aufscheinen lässt. Anfang und Ende, der erste und der letzte Buchstabe des Alphabets - das sind nach dem Buch der Offenbarung Gottesnamen, Synonyme für das Allumfassende.

Zwischen A und Z, zwischen Anfang und Ende dehnt sich ein Raum - der Raum unserer Möglichkeiten, der Raum des Lebendigen, der Farben, der Stimmungen, der Assoziationen. Wolfgang Heuwinkel führt uns in diesen Raum der Interpretationen, in denen das Leben selbst in je anderem Licht erscheint. Die farbvollgesogene Zellulose, trunken von Rot, dem Feuer, dem leidenschaftlichsten der Elemente, dann wieder das leichte Blau des Himmels, der Luft und der Wolken, die die Silben schweben macht. Oder ein tiefgestaffeltes Blau, wasserdunkel, die Silben als Symbol des Ertrinkenden, des auf den Grund des Seins Sinkenden. Und zwischendrin Rätselhaftes, Farben tief aus der Vergangenheit, erdgrünbraun, ungern die Buchstaben hergebend, uralte Botschaften vom Anfang der Welt verbergend.

Wolfgang Heuwinkel regt an, den Raum unserer Lebensmöglichkeiten auszuloten, Silben-Wort-Kunst-Spiele im Inneren zu meditieren, zwischen Anfang und Ende unserer eigenen Existenz den Klängen, den Farben, dem Geschmack nachzusinnen, den Grund des Lebens neu zu entdecken.

Wolfgang Heuwinkel / geboren 1938 in Detmold / Studium der freien und angewandten Grafik in Bielefeld / Studien der Kommunikation in Zürich / langjährige Tätigkeit in der Papierindustrie / lebt in Bergisch Gladbach bei Köln.
Wolfgang Heuwinkel ist bekannt geworden durch seine Aquarell-Malerei, für die er in Verbindung mit gerissenen Papieren neue Ausdrucksformen gefunden hat / seit 1980 Beschäftigung mit industriell gefertigten Papieren / 1984 Papierfaserstoff / 1990 Zusammenarbeit mit dem arabischen Kalligraphen Nja Mahdaoui / 1973 Zellstoff als Relief und Skulptur / prozessuale Abläufe mit Wasser, Feuer, Öl, Farbpigmenten / ökologische Aspekte / Baumeinpflanzungen in Zellstoffblöcke führen zu den Prinzipien der Nachhaltigkeit / Kapillar-Prozesse lassen Farbdurchdringungen entstehen / Pulp in der Landschaft greift natürliche ökologische Zusammenhänge ästhetisch und gedanklich neu auf. Wolfgang Heuwinkel ist Mitglied der International Association of Hand Papermakers and Paperartists, IAPMA.
Internationale Ausstellungen / 2005, 2006 u. a.: "5. Internationaler Kunstpreis", Kunstverein Hürth / "papier = kunst 5", Neuer Kunstverein Aschaffenburg / "5e Triennale Internationale du Papier", Musee du Pays et Val de Charmey / Schweiz / Kunstverein Eisentum, Mainz

 

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