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Anne HolefleischÄpfel und FischeMalerei Oktober/Dezember 1999 |
Von Simon van Huysum
Anne Holefleich malt Köpfe, Fische, Traumbilder,
Äpfel und dies in einer Vielfalt und technischen Vielgestaltigkeit, die
verblüffen und verwirren mag. Anne Holefleisch ist nicht auszumachen.
Diese Künstlerin hat sich gefunden, indem sie sich
auf den Weg gemacht hat, das zu tun, was Tao Chi, der große
Landschaftsmaler des 17. Jahrhundert, konstatierte: "Der Pinsel ist
dazu da, die Dinge vor dem Chaos zu retten." Als wenn sie sich
dieses Postulat noch konsequenter zu eigen machen wollte, variiert sie
ihren "Pinsel", ihre Technik, ihren malerischen Gestus.
Ihre kleinformatige Apfelserie, das neue Triptychon
und die 10-teiligen Apfelstäbe sind sehr kontemplativ, hell und licht,
eine, so scheint es, ganz und gar kalkulierte Malerei. Am ehesten
erhellen die hier gezeigten Fisch-Bilder die selbstauferlegte Strategie
der Chaosbewältigung: transparent und filigran nähern sich die einen
ihrem vermeintlichen Objekt, vulkanisch-eruptiv, wie ausgestülpte
Landschaften entblößt es sich dort.
Dieser schöpferische Prozess hat im Apfel und im
Fisch zwei elementare, "archetypische" Objekte, die es eint,
in vielen Kulturen und Religionen als Zeichen des Lebens und der
Fruchtbarkeit zu gelten. Beide haben bekanntermaßen auch in der
christlichen Symbolik eine ganz herausragende Bedeutung. Steht der Apfel
als Signum der Begierde und der Sünde von Anfang an, so steht der
Fisch, Abzeichen des Urchristentums, für einen Bund, dessen Prinzip
Hoffnung und Vergebung sind.
Aus dem Ausstellungskatalog
Anne Holefleisch: geboren 1955 in Köln, Studium an der Hochschule der Künste in Berlin, 1984 Kostümbildassistenz an der Oper Frankfurt/Main bei Nina Ritter; freie Kostümbildnerin am Schauspiel Frankfurt/Main, Ballet Frankfurt, Theater am Turm, Schauspielhaus Wien; seit 1987 freie künstlerische Arbeiten; seit 1990 fast ausschließlich Malerein; zahlreiche Einzel- und Gruppenausstellungen.