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Akademie > Kunst in Loccum > Wolfgang Klähn

Zeichnung von Susanne Pikullik-Bastian

Wolfgang Klähn

"Versöhnung von alten und neuem Bund"
Bibelzeichnungen
September/November 2003

Von Thomas Gädecke

Wolfgang Klähn ist seit einem halben Jahrhundert als Maler hervorgetreten, der in moderner, zunächst abstrakter Formensprache dem Geheimnis des Lebens in der Schöpfung nachgespürt hat. Seine in starken, leuchtenden Farben gemalten Bilder schildern die Evolution von der Zellstruktur an und führen die Phasen der Entwicklung des Lebens auf der Grundlage moderner Naturwissenschaft gleichnishaft vor Augen, ohne Gesehenes direkt abzubilden.
Der große Kunstbetrieb hat seit der Entstehung von Klähns Wandbild in der Hamburger Kunsthalle 1952 seinen eigenständigen Beitrag gegensätzlich beurteilt. Kam es einerseits bald zu Museumsausstellungen des jungen Malers und zu begeisterten Kommentaren der Kunsthistoriker, ist um seine hymnisch das Leben preisende Malerei auch immer wieder gestritten worden.
In dem Anteil metaphysischer Transzendenz, der quer zur Aufklärung steht und oft angegriffen wurde, liegt aber auch die Chance auf Erkenntnisgewinn in einem Terrain, das in neuerer Zeit unbestellt blieb.
Schon früh hat Klähn gezeichnet und biblische Grundbegebenheiten wie Anbetung und Kreuzigung neu gedeutet. Ab 1979 wurde die Ausdeutung der Bibel in zahllosen Zeichnungen zu einem starken eigenen Zweig seines Schaffens. Dabei geht es dem Künstler nicht um eine systematische Illustration des Buches der Bücher. Vielmehr deutet er prägnante Stellen der Schrift mit seinen Zeichnungen immer wieder neu aus.
Der Betrachter wird erkennen, dass diese Zeichnungen sich gerade in ihrer Gebärdensprache präzise aussprechen und geradezu gelesen werden wollen. Erstaunlicherweise zeigen sie dabei große Spontaneität und ästhetische Qualitäten. Damit sind zwei zentrale Errungenschaften der seit Mitte des 19. Jahrhunderts entwickelten Moderne erhalten geblieben, doch ist zugleich mit diesen Qualitäten einer delikaten Zeichnungskultur und dem raschen Zugriff eines feurigen Temperaments ein in der neuen Kunst ungewohnter Reichtum nuancierter Erzählung entfaltet worden, der einen neuen Dialog von Kunst und Theologie eröffnet.

Aus dem Ausstellungsprospekt. Dr. Thomas Gädecke ist stellvertretender Direktor des Landesmuseums für Kunst und Kulturgeschichte, Schloß Gottorf in Schleswig.

Wolfgang Klähn wurde 1929 in Hamburg geboren, seit 1951 zahlreiche Ausstellungen im In- und Ausland, weitere Informationen: www.Wolfgang-Klaehn.de

 

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