Akademie > Kunst in Loccum > Malgorzata Konwerska
|
Malgorzata KonwerskaHominide GmbHMalerei Oktober/Dezember 2000 |
Von Erich-Franz Meier
Malgorzata Konverska ist Malerin. Ihre Mittel sind
Farbe und Form im Raum. Ausgangspunkt ist immer die Figur. Dabei
belässt sie es aber nicht. Sie verfolgt vielmehr die uralte Intention
aller Künstler, Unsichtbares sichtbar zu machen. Francis Bacon, um nur
einen zu nennen, ist wohl ein Seelenverwandter.
Die handwerklich technischen Fähigkeiten bedürfen
keiner besonderen Erwähnung. das, was sie darstellt, meint sie auch.
Zufälligkeiten kommen auf den Bildern nicht vor. Personen sind zu
erkennen, Männer und Frauen. Die Malerin, ausgehend von der
naturalistischen Wiedergabe, beginnt zu sezieren und auseinander zu
nehmen. Sie schichtet Bildebenen übereinander und provoziert räumliche
Wahrnehmungen.
Da wird aufgeklappt und gezeigt, was dahintersteckt.
Es wird deformiert, Gedankliches, vielleicht Traumatisches wird
gegenständlich und Teil der Person. Alles wird komponiert und ergänzt
mit Elementen auf einer vorderen Bildebene, mit farbigen Streifen und
Schnitzeln, die einmal Räumlichkeit suggerieren, zum anderen Bewegung
und Tempo ins Bild bringen und damit sowohl Energie als auch
Zeitlichkeit. Das alles ist so raffiniert ausgeklügelt, in Farben,
Flächen und Volumina differenziert, dass es für den Betrachter
erstaunlich ist, wie immer wieder ein geschlossenes Bildganzes entsteht.
Die Künstlerin komponiert. Dieses
"Hilfsverb" aus der Musik passt hier ausnahmsweise. Die
Malerin ist auch ausgebildete Pianistin.
Aus dem Ausstellungskatalog
Malgorzata Konverska: 1943 in Posen/Polen geboren; das Klavier wird zum Zentralelement der ersten zwanzig Lebensjahre; 1964-70 Studium an der Hochschule für Bildende Künste, Posen;1970-78 Lehrende an der Hochschule für Bildende Künste, Posen; Ausreise aus Polen; lebt seit 1983 in Hannover.