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Gruppe LuluEntfaltungMalerei - Grafik - Installation März bis April 2004 |
![]() Rosemarie Druivenga |
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![]() Dietrich Bertram |
![]() Grit Nümann |
![]() Ursula Vismann |
Von Hans-Peter Burmeister
Entfaltung berührt uns mit einem Geheimnis. Da ist etwas Unscheinbares, Übersehbares, Ungesehenes, nicht Erkanntes, nicht Beachtetes, offenbar Unwichtiges - und dies entfaltet sich.
Es zeigt, was in ihm lag und heraus will, es gibt auch Antwort auf Drängen und Fragen, auf Erwatungen und Ermunterungen, die von außen kommen. Entfaltung braucht auch Zusage. Aber etwas muss angelegt sein. Da kommt etwas von innen. Wie genau Menschen sich entfalten, das wissen wir nicht; etwas entfaltet sich und zeigt sich in seiner Wandlungsfähigkeit. Damit ist eine Welt angerufen, die nicht auf Reduktion, Verengung und Erstarrung setzt, sondern auf Freiheit und Offenheit. Was Entfaltung zutage bringt, wickelt nicht nur Verborgenes aus - es zeigt sich als ein Neuanfang aus dem Prozess des Wachsens und der Reife.
Ihre Möglichkeit ist ein Wunsch, auf dessen Erfüllung man drängen kann und soll. Entfaltung folgt nicht Befehlen und Anordnungen. Es ist eine mit vielen kommunizierende, aber auch selbstständige Kraft, die sich entfaltet, wenn man sie lässt. Die Entfaltung des Spielraums, der kreative Prozess, die wiederum die Entfaltung der Persönlichkeit befördern, führen auch zu erweiternden Hervorbringungen, die sich von der Person, die sie geschaffen hat, ablösen, aber auch weitere Möglichkeiten in sich tragen. So wird Entfaltung ein Wunschbild für das Menschsein, das Annehmen seiner gestaltenden Aufgabe in dieser Welt. Und die Kunst ist nicht weniger als eine symbolische Form für diese gestaltende Kraft.
Ein gemeinsames Thema. Und wie unterschiedlich sind die Zugriffe, die Anverwandlungen, die Antworten. Jeder der einzelnen Mitglieder der Gruppe Lulu zeigt eine andere Entfaltung - von den Faltungen der Erdschicht, auf der wir leben, bis hin zum poetischen Traum der Verwandlung, der alle Abbildung von Gegenständlichkeit verlässt - um den eigenen Bildgegenstand in seiner Autonomie und eigenen Beziehungskraft in die Welt zu setzen - damit er mit dem fremden Betrachter in Beziehung trete.
Das Thema passt gut zur Gruppe Lulu. Die Malerei ist hier ein Instrument zur persönlichen Entfaltung, ein Ausdrucksmittel, mit dem man den eigenen Lebensraum transzendiert. Und das Thema passt nicht nur zu ihnen, sondern auch zur Arbeit der Evangelischen Akademie Loccum, wo es um offene Begegnungen und die Ausweitung der Wahrnehmung geht, um Gemeinsames und Unterschiede zu erkennen und zu würdigen.
(Aus dem Ausstellungskatalog)
![]() Ursula Gomm |
![]() Renate Lübcke |
Die Gruppe Lulu wurde 1995 gegründet. Zu ihr gehören die niedersächsischen Malerinnen und Maler Dietrich Bertram, Rosemarie Druivenga, Regina Ebers, Ursula Gomm, Renate Lübcke, Grit Nümann, Reinhold Tautorat und Ursula Vismann. Zahlreiche Gemeinschaftsausstellungen u.a. zur EXPO 2000 in Hannover, im Meißener Dom und in Hankensbüttel.