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Walter Hanel
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Von Prof. Dr. Walther Keim
Täglich halten Karikaturisten fest, was uns ärgert
oder fasziniert, was uns betäubt oder belebt; menschliche Fehler und
Schwächen nicht ausgeschlossen. In handlichen, oft bitteren Dosen
beobachtet, dokumentiert und kommentiert die Bildsatire, was an Karies
oder Caritas den Alltag bestimmt, was als Vision zukünftiger Lebens- und
Gestaltungskraft vorauszusehen ist.
In der Tat, politische Karikaturen sind gezeichnete
Kommentare zum Zeitgeschehen. Als Teil unserer medialen Welt sind sie
wichtig und wahr. Sie adeln und tadeln, sie spenden Trost und
Unterhaltung, sie führen Arme und Reiche, Gläubige und Ungläubige in
eine Zone der Nachdenklichkeit.
Als Augenzeugen und Zeitgenossen haben auch die
Karikaturisten die deutsch-deutsche Hochzeit erlebt und als "doppelte
Michel" eine inzwischen 10-jährige Chronik mitverfasst. Als
Einmischung, als Attacke, als Denkzettel, als kluges, boshaftes oder
amüsantes Zeitdokument haben sie inzwischen fest- und bloßgestellt, was
an Mentalitäten, Fouls oder Finten im Schatten des Ideals entstanden ist,
was an Orientierungsschwäche und Identitätsdefiziten die
verwandtschaftlichen Verhältnisse stört.
Die Bundeszentrale für politische Bildung hat vier
Karikaturisten, zwei "Ossis" und zwei "Wessis"
gebeten, ihre Einblicke und Nachdenklichkeiten zur deutschen Einheit als
Querschnitte und in verschiedenen Themenbereichen zusammenzutragen.
So haben Walter Hanel aus Bergisch-Gladbach, Burkhard
Mohr aus Königswinter, Nel (Joan Cozacu) aus Erfurt und Reiner Schwalme
aus Groß Wasserburg Stationen der deutschen Einheit kommentiert,
transzendiert und demaskiert, als pointierte und übertriebene Brenn- und
Zerrspiegel zugleich.
Aus dem Ausstellungskatalog. Die Ausstellung wurde von der Bundeszentrale für politische Bildung übernommen.