Fotocollage
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Akademie > Kunst in Loccum > Matthias Oppermann

Zeichnung von Susanne Pikullik-Bastian

Matthias Oppermann

Fotografie - Malerei
November/Dezember 2004

Von Urs Johansen

Auch wenn Matthias Oppermann schon seit seiner Kindheit malt und schon früh einzelne Ausstellungen hatte, würde er sagen, dass alles 1996 mit einer Wanderung von Davos nach Maloja angefangen habe. Damals begleitete ihn als Bergsteiger Fotoapparat und Skizzenbuch, womit er seine Eindrücke festhielt und in den folgenden Jahren weiterverarbeitete. Es zog ihn immer wieder dorthin. Mehrmals wiederholte er seine Wanderung.
Wiederholungen sind ein wesentliches Element im künstlerischen Schaffen von Matthias Oppermann. So malte er etwa immer wieder die Ansicht des italienischen Dorfes Breccanecca oder abstrahiert ein Landschaftsfoto in vielen Wiederholungen, bis er ein schlüssiges Kürzel für die dargestellte Landschaft gewinnt.
Es ist als ob er nicht glaubt oder versteht, was er da sieht. In seinen reduzierteren Arbeiten sucht er nach dem "Skelett der Landschaft", wie er es nennt. Wenn er Landschaftsbilder auf Kürzel gleich Schriftzeichen reduziert, dann möchte er das Fremde im Blick schreiben können und des Unbekannten habhaft werden.
Er sagte mir einmal, dass er dann aber angesichts des Kürzels, der Reduzierung in Verzweiflung gerate, weil er damit die Eindrücke verloren habe, die ihn vorher fast überwältigt hätten, und es ihm wie reine Flucht vorkomme. So versucht er dann in anderen Serien die unterschiedlichen Blicke übereinander zu projizieren, wie in seinen großen Bergpanoramen oder den Fotos "Zwischen Samedan und Thusis".
In den letzten Jahren ist er in seinen Landschaftsarbeiten letztere Spur gefolgt und hat begonnen auf Fotos zu malen. So konnte er z.B. einen Blick aus den Bergen mit ans Meer nehmen und auf Bergfotos aus dem Oberengadin Bornholmer Küste malen, vice versa setzte er sich mit Meerfotos auf die Berge und malte auf ihnen Bergpanoramen: "Wenn ich das Meer sehe, dann sehe ich auch die Berge und umgekehrt." Es war nun nicht nur mehr der Blick vor Ort, sondern auch die Fülle an Landschaftsassoziationen, die in ein Bild hineinflossen.
Assoziieren schlägt eine Brücke zu dem anderen thematischen Schwerpunkt von Matthias Oppermann, seinen Köpfen. Ursprünglich waren es umgekehrte Berge, die für ihn dann zu Behältern für Assoziationen, noch nicht fertig aufgetauchten Gedanken oder Erinnerungen wurden. Auch hier bot die Verbindung von Malerei und Foto dadurch, dass er sowohl in die Fotos hinein kratzte und tiefere Schichten freilegte als auch mit Acryl- oder Ölfarbe Schichten darüber legte, die Möglichkeit, die Komplexität von Erleben in den Malprozess direkt einfließen zu lassen.
So ist Matthias Oppermann immer unterwegs etwa zwischen dem Oberengadin und Bornholm, den Bergen und dem Meer, zwischen den verschiedenen Schichten in seinen Bildern und zwischen Reduktion und Komplexität - und diese Ausstellung sozusagen eine Zwischenstation.

Matthias Oppermann: 1956 in Gießen geboren, 1975 Abitur in München; 1877 Beginn des Studiums der Medizin in Hamburg: parallel dazu mehrere Jahre Studium des figürlichen Zeichnens bei Wilhelm M. Busch an der Fachhochschule für Gestaltung; nach Abschluss des Medizinstudiums und Promotion 1987 bis 1993 Ausbildung zum Psychoanalytiker; seit 1997 regelmäßige Ausstellungstätigkeit; seit 1998 Kurator in der Galerie Morgenland mit G. Heide und H. Studt.

 

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