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Vladimir ParamonNaturstückeMalerei Juli/August 1999 |
Von Anette U. Gudjons
Die Landschaftsbilder von Vladimir Paramon entspringen
der intensiven Betrachtung der Natur. Der Künstler empfindet sich als
Forscher, als Wissenschaftler, das Sehen, die Augen stehen primär im
Mittelpunkt. So entstehen aus kleinen Naturausschnitten, die der
vorübergehende Betrachter kaum wahrnimmt, große Bildausschnitte. Der
Mikrokosmos wird zum Makrokosmos und umgekehrt, das Natur-Stück
entsteht.
In einem Brief von Ernst Barlach an Friedrich Düsel
von 1889 heißt es: "Ich gebe wieder, nicht was ich für meinen Teil
sehe oder wie ich es von hier oder da sehe, sondern das, was es ist, das
Wirkliche und Wahrhaftige, das ich erst aus dem, was ich vor mir sehe,
heraussuchen muß ..."
Für Vladimir Paramon ist es wie für Barlach die
Erkenntnis dieses Wirklichen und Wahrhaftigen, die am Beginn seines
Schaffens steht. So sind die sich entwickelnden Landschaften immer schon
vor dem geistigen Auge des Künstlers vorgeformt. Wenn die so
entstehenden Bilder auch vorher skizziert werden, spielt doch der Zufall
keine geringe Rolle. Die Idee steht in Beziehung zum Material, und das
Material wiederum beeinflusst die Inhalte.
Die Natur-Stücke sind somit keine realistischen
Darstellungen. Sie entstehen vielmehr durch eine abstrakte
Auseinandersetzung mit der Natur. Die Formen und Farben finden ihren Weg
auf die Leinwand in einem meditativen Prozess. Der Weg der Formung und
Gestaltung ist der Prozess, der diesem Weg Bedeutung verleiht.
(Aus dem Ausstellungskatalog)
Vladimir Paramon: 1950 in Tula, Russland, geboren; Studium an der Kunstfachschule Rjasan und and er Kunsthochschule Wladiwostok; 1977 - 1980 Lehrstuhl für Architektur an der Kunsthochschule Wladiwostok; seit 1980 freier Künstler, lebt seit 1991 in Hannover; zahlreiche Einzel- und Gruppenausstellungen.