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Anne PetersDas Geheimnisvolle in der SchöpfungMalerei - Juli/September 2005 |
Von Sybille Fritsch-Oppermann
Die Ausstellung zeigt einen bedeutsamen Ausschnitt aus
dem Werk von Anne Peters: Bilder aus der Serie "Himmel und
Erde". Thema und Komposition haben ihre Wurzeln in den siebziger
Jahren. Damals entstanden Himmel- und Erde-Bilder jeweils im Anschluss
an eine meditative Erschauung im Schatten immer desselben Baumes durch
die verschiedenen Jahreszeiten hindurch. Anne Peters künstlerischer Weg
kann an dieser Thematik besonders gut nacherlebt werden. Ihre malerische
Ausbildung führte sie in den siebziger Jahren zunächst zur
gegenstandslosen "Abstraktion" in reinen Farbkompositionen und
Farbspielen, zum Teil noch farblich verhalten oder auch graphisch
strukturiert.
Zur gleichen Zeit gelangte Anne Peters über die
Sinnlichkeit der Himmel-Erde-Landschaft hinaus malerisch immer wieder zu
einer Art Vision der Naturzerstörung, bedrängt durch das starke
Erlebnis, die Natur sei unwiederbringlich verletzt und entheiligt.
berschaut und durchlebt man den gesamten Umkreis der
ausgestellten Bilder, so werden Umriss und Wesen der
Künstlerpersönlichkeit deutlich. Auf der sinnlichen Ebene ist es die
tiefe Begegnung mit der Natur, die die Malerei von Anne Peters
kennzeichnet.
In den Bildern schwingt in feinsten Farbnuancen die
Verfassung des Menschen und der Malerin Anne Peters mit. Die Sorge um
die durch den Menschen verletzte Natur wird, wenn nicht aufgewogen, so
doch gemildert durch die farbkräftige Heilwirkung, die der Natur
innewohnt. Es ist schließlich die geistig-religiöse Frage nach dem
Schöpfergott, die den Pendelschlag zwischen konkreter Gestalt und
gestaltloser Kraft bestimmt. In ihrem künstlerischen Werdegang hat Anne
Peters die Begrenzung der gestaltlosen Abstraktion erfahren. Äußere
und innere Wegzeichen veranlassten die Hinwendung zur konkreten
Naturgestalt, ohne dass eine bloße impressionistische Naturwiedergabe
die geistigen Quellkräfte der Formentstehung ersetzt hätte.
(Aus dem Ausstellungskatalog)
Anne Peters studierte von 1977 bis 1983 an der Muthesius-Schule, der Hochschule für Gestaltung in Kiel. Seit 1983 lebt sie als freischaffende Malerin und Bildhauerin und gründete die "Kleine Kunstschule am Bodensee".