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Zypressen

Ana Sojor

Spurensuche
Malerei
Februar/April 2011

Von Ute Jautze-Dissmann

Werke voll Poesie

Die Kombination klassischer Stilmittel mit ungewöhnlicher Präsentation, das zum Bildelement werdende Untergrundmaterial und die sparsam eingesetzten ausdrucksstarken Farben machen die Bilder der Künstlerin Ana Sojor zu Kunstwerken von sprechender Intensität. Die Künstlerin lässt uns in ihren Werken vor allem Frauen begegnen. Es sind eindrucksvolle Begegnungen, die uns neugierig machen. Die Bilder wecken Ahnungen, die Frauen geben sich bloss, setzen sich den Blicken der fremden Betrachter in all ihrer Verletzlichkeit aus und behalten doch ihr Geheimnis.

Die Ölgemälde von Ana Sojor sind vielschichtig, vielschichtig im wahrsten Sinne des Wortes. Es braucht Zeit bis wir alle Aspekte und Details dieser aussergewöhnlichen Malereien in uns aufgenommen haben. Wir finden Elemente der Ikonenmalerei ebenso wie Graffiti und Collage. Die Struktur des als Bildträger verwendeten Holzplanken oder darauf verbliebene Tapeten- oder Plakatreste werden integriert und bestehen weiter als Bildelement wie der Schatten einer Erinnerung. Die verwitterte Farbigkeit des Holzes wird aufgegriffen und verstärkt die melancholische Ausstrahlung der Arbeiten.

Alle Werke lassen die Liebe der Künstlerin zu Spanien und zur spanischen Kultur erkennen. Leidenschaft und Stolz, die auch dem Flamenco, der anderen grossen Passion der Künstlerin, eigen sind, leuchten auf in den Gesichtszügen oder der Haltung der Frauen in den grossen Bildern. Die eigenwilligen, nicht einem oberflächlichen Schönheitsideal entsprechenden Körper der Frauen vermitteln den Eindruck von Fragilität und verborgener Erotik.

Die Formate der Gemälde sind Teil des Bildaufbaus und lassen sich wie die Frauen, deren Bildnisse sie tragen, keiner Norm unterordnen. Ana Sojors Arbeiten sind spannend und poetisch zugleich. Sie erzählen Geschichten. Die Ausdrucksmittel verbinden sich zu einer gelungenen Synthese von klassischer Formgebung und modernen Stilmitteln.

Ana Sojor, 1964 in Kiel geboren; von 1986 bis 1990 Studium der freien Malerei an der Muthesiusschule Kiel bei Harald Duwe & Peter Nagel; von 1990 bis 1995 Ausbildung zur Flamenco- Tänzerin an der academia de baile ''amor de dios'' in Madrid; 1995 bis 1997 Leitung der spanischen Abteilung für Tanz an der Schule für Künste ''die Etage'' in Berlin; seit 1998 Leitung einer Flamenco- Schule in Hamburg, sowie jährliche Tanz- Tourneen & Konzerte in Deutschland und Holland.

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