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Lucy D'Souza-KroneDie neun Stimmen der SeeleMalerei Juli/September 1998 |
Von Gudrun Löwner
Einer größeren Öffentlichkeit wurde Lucy
D'Souza-Krone durch das Hungertuch von Misereor "Frauengestalten in
der Bibel" (1990) bekannt. 2,5 Mio. mal wurde es mindestens auf
Papier gedruckt, 8.000 große Stoffhungertücher und 39.000 kleinere
hängen seitdem in vielen Gemeindehäusern und Wohnungen.
Ihr Hungertuch ist das erste ohne einen zentralen
Christus in der Mitte. Statt dessen malte sie eine in einem Samenkorn
sitzende, Chappatis backende Frau als Symbol für die kommende
Herrschaft Gottes.
So wie ihre Persönlichkeit, so strahlen auch ihre
Werke Authentizität aus, die die schmale, schüchterne, aber
gleichzeitig starke Lucy als Brückenbauerin zwischen Indien und
Deutschland, zwischen Tradition und Moderne, zwischen Dunkel und Licht,
zwischen Gott und Welt in gelungener Weise vermittelt. Dabei wird
besonders deutlich, dass Lucy dem Schweren und dem Bösen nicht
ausweicht, sondern ihm auch in ihrer Kunst Raum gibt.
Das Wichtigste, was mir Lucy durch ihr Werk vermittelt
hat, ist die Überwindung des leidenden Christus am Kreuz, der uns in
die Nachfolge des Leidens ruft nach dem Motto "Nimm dein Kreuz auf
dich und folge mir nach." Statt dessen ist durch sie mein
Christusbild geprägt durch den Christus, der am Lebensbaum (Mangobaum)
hängt und dessen Kreuz grüne Triebe bekommt und Früchte, ein
lebensspendender, befreiender Christus, der den Tod überwunden hat und
nicht im Tod stehen bleibt.
Aus dem Ausstellungskatalo)
Lucy D'Souza-Krone wurde 1949 in einem Dorf in Goa an der Westküste Indiens geboren. Nach dem Schulbesuch bei Missionsschwestern folgte eine Ausbildung zur Lehrerin, worauf sie vier Jahre in ihrem Geburtsort unterrichtete. 1983 schloss sie sich INSCAPE (Indian School of Art for Peace) an, einem Ashram, der von dem bekannten christlichen Maler Jyoti Sahi gegründet wurde. Seit 1996 lebt sie in Deutschland.