Fotocollage
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Akademie > Kunst in Loccum > Elisabeth Weidemann

Zeichnung von Susanne Pikullik-Bastian

Elisabeth Weidemann


Collagen - Objekte
April/Mai 2005

Von Helga Wilfroth

Elisabeth Weidemann bewegt sich seit Jahren auf dem Grat zwischen Fläche und Raum. In den 90er Jahren dominieren statt der Zeichnungen mit Stiften und Kreiden, der Pastelle und Aquarelle die Collagen und Montagen sowie die keramischen Objekte und Skulpturen. Es findet ein ständiger Wechsel von Fläche zu Volumen und von Volumen zu Fläche statt.
Die Formumwandlung ist ein wiederkehrender Vorgang. Das ist auch erklärlich, liegt doch dem Schaffen von Collage und Skulptur bei Elisabeth Weidemann ein gemeinsamer Gestaltungsvorgang zugrunde. So wie für die Collage das Zerreißen des Papiers geschieht, zerschlägt die Künstlerin für die Objekte vorgefertigte Tonplatten oder zerlegt Fundstücke. Diese Handlung mit ihrem brachialen Moment der Zerstörung setzt Kräfte frei, die einen konstruktiven Akt ermöglichen. Zerstören und Zusammenfügen ist künstlerisches Prinzip. Durch das Finden und Bauen werden Dinge in einen neuen Zusammenhang gesetzt, das Zerschlagen und Zerreißen erwirkt die Notwendigkeit einer neuen Ordnung und Strukturierung. Es geschieht eine Verwandlung, eine Auferstehung.

Elisabeth Weidemann verzichtet von jeher bei ihren Keramiken auf Glätte und Gefälligkeit, erst recht sind die neuesten Skulpturen räumliche Formen voller grafischer Elemente und symbolträchtiger Zeichen. In ihrem Werk gibt es neben dem Bildhaften auch Literarisches. So war es naheliegend, Wort und Bild zu verbinden. 1997 erschien das Künstlerbuch "Freundin Catulls" mit ihren Alugrafien und Gedichten der Tochter Beate Bohn, gedruckt in der Edition Zimmermann. Sind im Buch die Drucke noch Grafiken mit Schriftzeichen, ist das in der Folge entstandene "Segel" (Gemeinschaftsarbeit, Bohn/Weidemann) ein konsequentes Objekt visueller Poesie. Hier wird das Wort, das Gedicht auf den abgehängten Porzellanplatten zum Bild, sind die Buchstaben grafische Elemente. Dichtung, Bildnis und kinetische Skulptur verbinden sich zu einem Gesamtkunstwerk. Da gibt es keine Dominanz, da werden mannigfaltig die Sinne angesprochen, da existiert die Leichtigkeit des Seins.

Elisabeth Weidemann: Geboren in Dingelstädt/Eichsfeld; Autodidaktin, entscheidende Lehrerin: Gertraud Möhwald; lebt und arbeitet in Bad Langensalza/Thüringen
1981-1985: Reflexionen, Tagebuchaufzeichnungen und keramische Objekte. 1987: "Illegale" Reise nach Paris, Spannungsfelder, Flächen und Blätter vom Lob der Träume, Zeichnungen. 1988: "Illegale" Reise nach Amsterdam, im Zeichen des Kreuzes, Zeichnungen und keramische Objekte. 1989: politische Aktionen. 1994: Zeitzeichen, Schichten - Dahinter, Zeichnungen und keramische Objekte. 1997: Transformationen, Mandala - 100 Steine aus Ton, keramische Objekte, Arbeit mit Porzellan, Zeichnungen.  2000: Wider den Lärm der Zeit, Collagen, Zeichnungen, keramische Objekte. 2001: Was hast du getan, Eva?, Collagen, keramische Objekte. 2003: Divertimento, Arbeiten auf Papier, keramische Objekte in Verbindung mit Eisen. 2004: Wenn die Spuren sprechen, keramische Objekte, Collagen. 2005: Zerreißproben, Tonarbeiten und Arbeiten auf und mit Papier.
Einzelausstellungen u.a.: 1999 Gotha, Löfflerhaus; 2000 Mühlhausen/Thüringen, Galerie o.T., Kunstwestthüringer e.V. ; 2000 Kiel, Fachhochschule für Architektur; 2001 Bad Salzungen, Kleine Domäne; 2002 Bad Salzungen, Landratsamt des Wartburgkreises; 2002/03 Gotha, Schloßmuseum mit Rüdiger Wilfroth; 2003 Bad Langensalza, Museum im Augustinerkloster; 2004 Oostkamp Brügge, In de Wieke; 2005 Heilbad Heiligenstadt, Theodor-Storm-Museum; Beteiligung an zahlreichen Gruppenausstellungen

 

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