Fotocollage
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Akademie > Kunst in Loccum > Wolfram Weiße

Zeichnung von Susanne Pikullik-Bastian

Wolfram Weiße

Zwischenreich
Malerei
April/Juni 2016

Zwischenreich, 2014

Von Wolfram Weiße

Die Ausstellung heißt „Zwischenreich“. Zwischen – das heißt: da ist etwas irgendwo dazwischen, nicht ganz hier und nicht ganz dort oder zugleich überall. Außen und Innen – davor und dahinter – Oberfläche und Untergrund – Wirklichkeit und Traum – Realität und Irrealität – Material und Idee – profan und sakral – stofflich und spirituell – Materie und Geist – das alles sind gegensätzliche Orte. Die Bilder bewegen sich zwischen solchen Orten. Man kann unter und hinter die Dinge schauen. Geschichten geschehen auf der Wanderung zwischen den Orten.

Oft handeln sie von Transformationen. Bei der Entwicklung meiner Bilder gehe ich assoziativ vor, so wie der Betrachter sich das Bild assoziativ erschließt. Assoziation öffnet das Unbewusste, die Erinnerung und die Verbindungen mit Analogien in Form, Stil und Gehalt. Insofern sind die Bilder in weitem Sinne surreal.

Die Bilder sind für die Betrachter da. Ich male sie, damit sie angeschaut werden. Dinge, die man überall in der äußeren Wirklichkeit sehen kann, interessieren mich eher nicht. Ich mache den Vorgang der Bildwerdung zum eigentlich wichtigsten Element.

Ich beginne jedes Bild auf einem farbigen Grund, der durch verschiedene Verfahren strukturiert ist; Materialien wie Schwämme. Knitterpapier, Lappen, Strukturpappen und mehr werden abgeklatscht, es wird viel gespritzt und gestempelt. Aus diesen evokatorischen Gründen entwickle ich das Bild. In aller Regel weiß ich nicht wie das am Ende aussehen wird.

Ich finde Formen und deren Zusammenhänge, verändere sie, verwerfe sie. Wandlungen, Verschiebungen und Metamorphosen bestimmen den Werdegang der fremden Bildwelten. Dinge finden sich, die sich so noch nicht begegnet sind, Räume öffnen und schließen sich und Farben blühen oft fremd auf. Räume schichten sich übereinander und durchdringen sich gegenseitig. Oft gibt es regelrechte Fenster, die in neue Räume führen.

Die Entstehung eines Bildes ist schwebend und wie ein Prozess, dessen Ausgang durchaus nicht klar ist. Die Arbeit gleicht einer nach innen gerichteten Recherche, einer detektivischen Untersuchung, um die Dinge zu entwickeln und sie in ihrem Wesen und in ihren Zusammenhängen zu zeigen.

Begrifflichen Kategorien entziehen sich die Bilder. Sie öffnen sich der vorbedingungslosen Erzählfreude des Betrachters, der sie noch nicht kennt, aber zunehmend vertraut mit ihnen wird.

Sie steigen gleichsam aus raum-zeitlichen Erinnerungen auf. Sie zeigen Dinge und Räume, die wie Traumbilder in ihren Bedeutungen schillern. Sie sind mehrdeutig.Man kann sich ihnen durch Assoziation nähern.

„Hinter dem Horizont“ ist dort, wo man nicht so leicht hin kommt, sich aber
Gedanken ansiedeln, wohin sich Neugier und Sehnsucht richten.

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