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Heiner Bartling

MdL (SPD), von 1998 bis 2003 Innenminister des Landes Niedersachsen, Mitglied des Konventes der Akademie
in: Forum Loccum Nr. 4/November 2007

„Integration ist keine Einbahnstraße“, ist im Zusammenhang mit Integrationsdebatten häufig zu hören. Sehr richtig, möchte man beipflichten. Dennoch verlangt ein erfolgreicher gesellschaftlicher Integrationsprozess mehr als wohlfeile Worte.

Ein Beispiel für den insoweit nach wie vor bestehenden Nachholbedarf liefern die Äußerungen des niedersächsischen Innenministers anlässlich der Gott sei Dank verhinderten Bombenanschläge Anfang September. Es ist unzweifelhaft richtig, wenn er darauf hinweist, dass ein Generalverdacht gegen Menschen islamischen Glaubens für den sozialen Frieden in unserer Gesellschaft fatale Auswirkungen hätte.

Dennoch halte ich es für mehr als fragwürdig, wenn in diesem und anderen Zusammenhängen immer wieder von „friedlich bei uns lebenden Muslimen“ gesprochen wird. Ich habe noch nicht gehört, dass der Innenminister oder irgendjemand anders von „friedlich bei uns lebenden Christen“ gesprochen hätte. So lange aber zwischen „uns“, also der deutschen Gesellschaft, und den friedlichen Moslems ein Unterschied gemacht wird, so lange wird mehr oder weniger unterschwellig genau das, verweigert, was immer so wortreich eingefordert wird.

Wir müssen deshalb darauf achten, keine verbalen Gräben zwischen der deutschen Mehrheitsgesellschaft und dem Islam zu schaufeln. Damit ich an dieser Stelle nicht missverstanden werde: Ich plädiere nicht dafür, die Augen vor dem gefährlichen islamistischen Extremismus zu verschließen. Aber eines muss auch klar sein: Wir dürfen Integration nicht nur fordern, wir müssen sie auch fördern. Dabei gilt nach wie vor: Integration fängt in den Köpfen an.

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