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Foto Jerns Gundlach

Jens Gundlach

Redakteur der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung, Mitglied des Konvents der Akademie.
in: Forum Loccum Nr. 1/Februar 2001

Neu inszenieren

Es ist ein Ritual: Jedes Jahr am 6. Januar lädt die hannoversche Landeskirche den Ministerpräsidenten des Landes Niedersachsen, sein Kabinett und andere Repräsentanten des öffentlichen Lebens zum Neujahrsempfang nach Loccum ein.

Sie kommen zahlreich, gern und immer wieder. Die Herzlichkeit der Gastgeber, der Charme der gotischen Bibliothek als Rahmen für einen ausgeruhten Gedankenaustausch sind zu einem Markenzeichen niedersächsischen Protestantismus geworden.

Staat und Kirche begegnen sich in einer Atmosphäre des guten Willens, des Zuhörens und des Respekts. Umarmungen sind selten, bevorzugt wird gepflegte Distanz. Niemand vergisst, was seine ureigene Aufgabe ist. Die Kirche will keine eigennützigen Privilegien und keine Macht, der Staat hält sich weltanschaulich zurück. Beide wissen, dass sie für eine menschenfreundliche Entwicklung des Landes aufeinander angewiesen sind.

Doch die Ausstrahlungskraft des Loccumer Empfangs ließe sich steigern. Seine traditionelle Gästeauswahl ist elitär. Das muss im Kern so bleiben, damit das persönliche Klima nicht gestört wird. Dennoch sollten - jährlich wechselnd - Volk und Kirchenvolk hinzugeladen werden. Im Kreuzgang ist Platz. Moderne Technik überträgt Bild und Ton. Die bislang exklusive Gesellschaft bestünde nicht mehr fast ausschließlich aus Promis - aus älteren Herren in dunklen Anzügen. Menschen aus allen Schichten ergäben ein komplexeres Bild.

Eine behutsame Neuinszenierung mit ein paar bunten Tupfern könnte Loccum ins 21. Jahrhundert befördern.

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