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Wolfram König

Präsident des Bundesamtes für Strahlenschutz, Salzgitter
in: Forum Loccum Nr. 1/Februar 2002

Eine relativ junge Technologie, der Mobilfunk, beunruhigt viele Menschen. Sendetürme sind umstritten, ja sogar bisweilen umkämpft. Der Gebrauch von Handys - wie wohl immer noch stark im Steigen - wird besonders durch Kinder und Jugendliche mit Besorgnis betrachtet, wenn auch nicht von ihnen selbst.

Zwar ist das individuelle Risiko für nachgewiesene Gesundheitsgefahren auf Grund der vorliegenden wissenschaftlichen Forschungsergebnisse als gering einzustufen. Sollte es aber doch Risiken geben, so betreffen sie einen breiten Kreis der Bevölkerung. Gerade vor der Einführung des engmaschig geknüpften UMTS-Netzes, nehme ich die Befürchtungen der Bevölkerung Ernst.

Grenzwerte, die vor nachgewiesenen Gefahren schützen, müssen deshalb um ein Vorsorgepaket ergänzt werden, das wissenschaftlichen Unsicherheiten und bislang nicht erklärbaren Berichten von Menschen mit gesundheitlichen Beschwerden Rechnung trägt. Vorsorge - das ist für mich der Dreischritt: Minimierung der Strahlenexposition - Information - Forschung. Dabei ist nicht nur der Staat gefordert, sondern auch die Industrie, die die Technologie bereitstellt und die Menschen, die den Mobilfunk nutzen.

Mit einem vom Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) aufgelegten erweiterten Forschungsprogramm sollen Wirkungszusammenhänge aufgeklärt, Risiken identifiziert und quantifiziert und die Risikokommunikation verbessert werden. Hierbei spielt der aktive Dialog des BfS mit den Bürgerinnen und Bürgern und der Fachwelt eine wichtige Rolle. Zur Minimierung der Strahlenexposition habe ich Verhaltensempfehlungen für den Gebrauch von Handys gegeben und die Optimierung von Standorten für Sendemasten gefordert.

Die Pflicht zur Vorsorge ist inzwischen nicht mehr umstritten und auch von der Industrie anerkannt. Allerdings müssen Ma▀nahmen zur besseren Information von Kommunen vor der Installation neuer Sendemasten oder zur Kennzeichnung von Handys mit Strahlungswerten, wie sie in der Selbstverpflichtung der Mobilfunkbetreiber genannt sind, mit Leben erfüllt werden. Nicht nur ich werde darauf achten, dass die Pflicht zur Vorsorge auch von der Industrie Ernst genommen wird. Dabei kommt es mir auch darauf an, dass die Prozesse für alle Beteiligten transparent ablaufen.

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