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Günter Linnenbrink

Geistlicher Vizepräsident im Landeskirchenamt der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers; Mitglied im Konvent der Akademie
in: Forum Loccum Nr. 2/Mai 1998

Wir scheinen in einem Zeitalter der totalen Ökonomisierung aller gesellschaftlichen Bereiche zu leben. Selbst im Raum der Kirchen hat ökonomische Begrifflichkeit und Sichtweise Einzug gehalten. Rentabilitätsüberlegungen werden in Prioritätendebatten angestellt, effektivere Einsätze der knappen Mittel gefordert, Sparsamkeit als höchste Tugend beschworen.

Nun entzieht sich aber die Ressource, mit der die Kirche in erster Linie zu tun hat, Glaube und Religion, einer ökonomischen Betrachtungsweise. Der gesellschaftliche "Mehrwert" von Glaube und Religion ist nicht in Aktienwerten ausweisbar. Aber für den geistig-seelischen Bestand einer Gesellschaft, für den Erhalt jener Voraussetzungen, die sie selbst nicht schaffen kann, die aber doch notwendig sind, wenn eine Gesellschaft nicht zu einem bloßen Markt herunterkommen soll, wo alles käuflich und jedes seinen bezifferbaren Preis hat, sind Glaube und Religion unverzichtbar.

Darum sind Agenturen wie beispielsweise die Evangelische Akademie Loccum, wo die geistig-religiöse Auseinandersetzung mit den politischen, wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Entwicklungen in der zeitgenössischen Gesellschaft betrieben wird, für die Kirchen wie für die Gesellschaft so wichtig. Für die Kirchen sind die Akademien der Ort, wo Glaube und Religion sich gleichwohl als spirituelle wie diskursfähige Kraftquelle erweisen können. Für die Gesellschaft sind die Akademien die Stätten, wo eine uneigennützige kritische Reflexion ihres eigenen Zustandes und vorhersehbarer Entwicklungen stattfinden kann.

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