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Anja Weiß

Juniorprofessorin an der Universität Duisburg-Essen und Mitglied der internationalen Studiengruppe „Kulturelles Kapital in der Migration“
in: Forum Loccum Nr. 1/Februar 2009

Angesichts des Fachkräftemangels auf dem Arbeitsmarkt ist die Anwerbung hochqualifizierter Migrantinnen und Migranten seit einiger Zeit in der politischen Diskussion. Wichtig ist hier nicht nur, wie man welche Migranten und Migrantinnen nach Deutschland locken kann. Zentrales Augenmerk muss auch auf die Frage gelegt werden, wie sich die vielen Akademiker und Akademikerinnen, die auch ohne Anwerbung als Ehepartner, Flüchtlinge oder Spätaussiedler nach Deutschland gekommen sind, in den deutschen Arbeitsmarkt einbringen und wie sie eine ihrer Qualifikation angemessene Beschäftigung finden können.

Das Anwerben hochqualifizierter Migranten und Migratinnen ist also nur ein Teil erfolgreicher Einwanderungspolitik. Wichtig ist darüber hinaus eine gezielte Integrationspolitik, die insbesondere eine angemessene Anerkennung von Bildungstiteln, passende Angebote zur Weiterqualifikation sowie eine Reduktion ausländerrechtlicher Hürden beinhalten sollte.

Aktuell erfordern der volkwirtschaftliche Verlust an Kompetenzen und Erfahrungen sowie die schwerwiegenden lebensgeschichtlichen Folgen für die Betroffenen politisches Handeln. Die Arbeitsmarktintegration von Migrant(inn)en muss als staatliche Handlungsaufgabe verstanden werden, um das unausgeschöpfte Potenzial zu nutzen, das diese Gruppe für die Gestaltung des demographischen Wandels und die Bewältigung des strukturellen Fachkräftemangels bereit hält.

Darüber hinaus treffen Migranten und Migrantinnen in Deutschland immer wieder auf Misstrauen, das sich nicht nur auf ihre Qualifikationen, sondern auch auf ihre ethnische Herkunft bezieht. Diese zum Teil sublimen ethnischen Ausschlussmechanismen sind für die Arbeitsmarktintegration katastrophal. Die Bekämpfung von Vorurteilen und fremdenfeindlich motivierten Benachteiligungen gehört zur zentralen Aufgabe, die gesellschaftliche Eingliederung von Einwander(inn)en und deren Nachkommen zu verbessern.

Die Ergebnisse der Studiengruppe „Kulturelles Kapital in der Migration“ wurden Mitte September 2008 auf der Tagung "Jenseits der Green Card" in Loccum vorgestellt.

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