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Foto Agnes Heller

Agnes Heller

Philosophin
in: Forum Loccum Nr.3/August 2004

Agnes Heller ist eine der bedeutendsten Philosophinnen des 20. Jahrhundert. Zuerst wollte sie Chemie studieren, dann Physik, dann hörte sie einen Vortrag von Georg Lukács und wusste sofort, dass sie das, was sie erst nicht verstand, verstehen lernen wollte. Sie wurde Schülerin und bald Assistentin von Lukács.

Als verfolgte Jüdin wurde sie nach 1945 überzeugte Zionistin und Marxistin. Der historische Optimismus und die Erlösungsgedanken dieser Weltanschauungen hielten sie in Bann. Viele ihrer Familienmitglieder waren im KZ verschwunden. Ihr Vater kam in Auschwitz ums Leben. Sie und ihre Mutter waren mehrmals in akuter Todesgefahr.

Der Ungarn-Aufstand 1956 ließ sie auf Befreiung von der kommunistischen Indoktrination hoffen, doch die Hoffnung trog. 1959 wurde sie wegen "revisionistischer Ideen" von der Universität entlassen und aus der kommunistischen Partei ausgeschlossen. Ihrer Rehabilitation 1963 folgte 1968 ihre erneute Suspendierung wegen ihres Protests gegen die Besetzung der Tschechoslowakei durch Truppen des Warschauer Pakts.

1978 ging sie in den Westen, wo sie bis 1986 Soziologie an der La Trobe University in Melbourne lehrte. Seit 1987 ist sie Hannah-Arendt-Professor of Philosophy an der Graduate Faculty der New School for Social Research in New York. Für ihre politisch-theoretische Arbeit wurde sie vielfach ausgezeichnet, beispielsweise 1981 mit dem Lessing-Preis der Stadt Hamburg, 1995 mit dem Hannah-Arendt-Preis der Stadt Bremen.

Agnes Heller begründete ihre persönliche Philosophie. Ausgangspunkt ihres Denkens sind Bedürfnisse, Konflikte und Probleme des täglichen Lebens und die Auseinandersetzung mit dem Schicksal der Moderne.

Am 12. Mai 2004 beging sie ihren 75. Geburtstag. Agnes Heller war bereits mehrfach als Referentin in Loccum. Vom 18. bis 21. August 2004 kam sie wieder zur Tagung "Verkörperung/Entkörperung".

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