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Stephan J. KramerGeneralsekretär des Zentralrates der Juden in Deutschlandin: Forum Loccum Nr.3/August 206 |
Stephan Kramer ist seit April 2004 Generalsekretär des Zentralrates der Juden in Deutschland und Büroleiter des European Jewish Congress (EJC) in Berlin. Zuvor war er persönlicher Referent von Ignatz Bubis, dem Präsidenten des Zentralrates von 1992 bis 1999, und u.a. Assistent des Direktors für Europa der Jewish Claims Conference.
Der 1968 geborene Vater zweier Kinder ist in zahlreichen Institutionen aktiv. U.a. ist er Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik und des Board of Governors des World Jewish Congress. 1989 vertrat er die Bundesrepublik beim NATO Youth Exchange Programm, war 1996 Wahlbeobachter in Israel und ist ständiger Gast im 12. Beirat für Fragen der Inneren Führung des Verteidigungsministeriums.
In seiner Funktion als Generalsekretär des Zentralrates der Juden greift Kramer immer wieder in die politischen Debatten in Deutschland ein. So kritisierte er scharf die "Renaissance des Nationalsozialismus" in manchen Regionen Ostdeutschlands. Angesichts der Bücherverbrennung in Pretzien in Sachsen-Anhalt im Juni forderte er ein stärkeres Engagement bei der Bekämpfung des Rechtsextremismus. Der Politik warf Kramer Untätigkeit vor und das Problem "kleinzureden", um das Image Deutschlands nicht zu beschädigen.
Er griff aber auch anlässlich der Fußballweltmeisterschaft in die neu entfachte Diskussion um einen neuen Patriotismus in Deutschland ein. Er verstehe nicht, warum man als Deutscher nicht stolz auf sein Land sein könne. "Wir sollten offen darüber diskutieren, wie ein âgesunder Patriotismus' aussehen kann", sagte Kramer im Juli gegenüber der Presse. Gerade bei den Jugendlichen in Deutschland sei das Selbstwertgefühl "völlig gestört".
Anfang November nimmt Stephan Kramer an der Tagung "Unfähig zur Zuversicht? - Auf der Suche nach deutscher Identität" teil, die sich an Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe II richtet.