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Stan Nadolny

Schriftsteller
in: Forum Loccum Nr.1/Februar 2000

"Wir müssen langsamer werden", mit diesem Grundthema seiner literarischen Aussage setzt Sten Nadolny dem technischen Fortschritt, der Schnelllebigkeit und dem Leistungsanspruch die Langsamkeit als Voraussetzung für Humanität, Lebensgefühl und Selbstgewissheit entgegen.

In seinem wohl bekanntesten Buch "Die Entdeckung der Langsamkeit" hat Nadolny die Biografie des englischen Seefahrers und Nordpolforschers John Franklin (1786 - 1847) so umgeschrieben, dass dieser Lebenslauf zu einer subtilen Studie über die Zeit wird und die Langsamkeit zu der Kunst, dem Rhythmus des Lebens Sinn zu verleihen.

In der Polarexpedition und in der Liebe zeigen sich die Vorzüge des Franklinschen Prinzips der Langsamkeit. Reduziertes Tempo bedeutet Orientierung, Genussfähigkeit, Verantwortungsgefühl und Respekt. "Nadolny entdeckt die Langsamkeit als menschenfreundliches Prinzip", schrieb die Presse.

In "Selim oder die Gabe der Rede" erzählt Sten Nadolny in raffinierter Schnitt- und Montagetechnik das Leben von fünf Menschen, Türken und Deutschen, zwischen 1965 und 1989. Der - wie alle seine Werke - 1990 im Münchner Piper-Verlag erschienene Roman ist eine Emotionsgeschichte der Studentenbewegung, die Chronik des Scheiterns von Ideen aber auch die Geschichte des Erzählens.

Aufsehen erregte der 1942 im brandenburgischen Zehdenick an der Havel geborene Romancier und Erzähler, als er 1980 in Klagenfurt mit der Lesung eines Kapitels seines Romans "Die Entdeckung der Langsamkeit" den Ingeborg-Bachmann-Preis erhielt und danach die Preissumme unter seinen teilnehmenden Kollegen aufteilte.

Auf der Tagung "Zeit und Form - Die gestalterische Erschlie▀ung der vierten Dimension" vom 5. bis 7. Mai 2000 unterhielten sich Sten Nadolny und Stefan Lohr (NDR) über "Künstlerische Qualität zwischen Geld und Zeit".

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