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Forum Loccum > Zu Gast > Harold James, Stephen Lakkis, William Schweiker, Gianluigi Pasquale


Reformation und Gegenreformation und ihr Einfluss auf die Kultur einer Gesellschaft

in: Forum Loccum Nr.3/September 2016

Anfang Oktober 2016 findet an der Evangelischen Akademie ein internationales Symposium über den Einfluss von Reformation und Gegenreformation auf gesellschaftliche Mentalitäten in europäischen und außereuropäischen Regionen statt. Das Symposium ist international und hochkarätig besetzt. Aus dem Kreis der eingeladenen Referenten stellen wir vier als kommende Gäste in Loccum vor.

Foto Harold JamesDer in Großbritannien geborene Historiker Harold James hat sich in seinen wissenschaftlichen Arbeiten hauptsächlich der deutschen Geschichte und der europäischen Wirtschaftsgeschichte mit zahlreichen Veröffentlichungen gewidmet. Seit 1986 lehrt James an der Princeton University im US-Bundesstaat New Jersey internationale und europäische Wirtschaftsgeschichte. Er ist außerdem Professor für internationale Politik an der Woodrow Wilson School of Public and International Affairs, die ebenfalls in Princeton angesiedelt ist.

Zu Beginn seiner Karriere konzentrierte sich James auf die neuere deutsche Geschichte, insbesondere auf die Wirtschafts- und Finanzgeschichte der Zwischenkriegszeit. Zu seinen bedeutendsten Beiträgen gehören Studien zur Rolle der Deutschen Bank und der Reichsbank bei der Enteignung jüdischen Vermögens in der Zeit des Nationalsozialismus und eine Studie über die deutsche Identität. Harold James spricht fließend Deutsch.

In einem Zeitungsinterview zeigte sich Harold James im Juli dieses Jahres besorgt über die weitere politische Entwicklung in Großbritannien: „ Die Bürger fühlen sich heute abgehängt – aus guten Gründen. Was es braucht, ist ein neues politisches System mit höherer Partizipation der Bürger. Eine solche Partizipation ist dank neuer Informationstechnologien auch problemlos umsetzbar. Schwieriger gestaltet sich ein Umdenken der politischen Eliten. Ihr Einfluss wird schwinden".

Foto Stephen LakkisStephen Lakkis hat zurzeit eine Juniorprofessur für systematische Theologie am Tainan Theological College, einer der ältesten theologischen Schulen in Asien, inne und ist dort auch Direktor des Center for Public Theology Taiwan.

Lakkis ist libanesisch-australischer Herkunft. Er wurde 2007 von der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg promoviert, an der er Theologie und Psychologie studierte. Seitdem lebt er in Taipeh. In seinen wissenschaftlichen Arbeiten liegt sein Interesse in der Auseinandersetzung mit einer politischen, öffentlichen und interdisziplinären Theologie. Er ist wissenschaftlicher Mitarbeiter in einer Reihe internationaler Projekte über Theologie und Politik, Anthropologie und Ökonomie.

Foto William SchweikerWilliam Schweiker wurde 1953 in Des Moines im US-Bundesstaat Iowa geboren. 1985 wurde er von der University of Chicago promoviert, an der er 2000 zum Professor ernannt wurde. 2007 erhielt er eine Professur für Theologische Ethik und wurde zum Direktor des Martin Marty Center for the Advanced Study of Religion ernannt.

Schweiker erhielt Gastprofessuren in Schweden an der Universität Uppsala und an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg. Darüber hinaus hielt er zahlreiche Vorträge in China und Südafrika. 2015 wurde er zum Präsidenten der Society of Christian Ethics in St. Cloud im US-Bundesstaat Minnesota gewählt.

In seinen Arbeiten setzt er sich mit der Frage auseinander, wie Humanität und Menschenrechte durch neue Mächte verletzt und gefährdet werden. Dabei überschreitet er immer wieder die Grenzen zwischen Ethik, systematischer Theologie und hermeneutischer Philosophie.

Seine Bücher wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt, u.a. auch ins Koreanische, Chinesische und Deutsche. 2005 wurde sein Buch „Theological Ethics and Global Dynamics: In the Time of Many Worlds“ für den renommierten Grawemeyer-Preis in der Kategorie Religion nominiert. Der Grawemeyer Preis wird einmal pro Jahr von der University of Louisville in Kentucky in verschiedenen Kategorien vergeben.

Foto Gianluigi PasqualeGianluigi Pasquale wurde 1967 im italienischen Vicenza geboren. 1983 trat er dem Kapuzinerorden bei und wurde 1993 zum Priester geweiht.

Er studierte Philosophie und Theologie in Venedig und Rom und wurde im Jahre 2001 von der päpstlichen Jesuitenuniversität Gregoriana in Theologie und im Jahr 2008 von der venezianischen Universität Ca ’Foscarini in Philosophie promoviert.

Nach Lehrtätigkeiten an der Gregoriana und in Venedig wurde er auf die Professur für Fundamentaltheologie an der Lateranuniversität Rom berufen. Zugleich lehrt er als Professor für katholische Dogmatik an den theologischen Ausbildungszentren der Kapuziner in Venedig und in Mailand.

Pasquale spricht fließend Englisch, Französisch, Spanisch, Portugiesisch und Deutsch, ist ein Kenner der deutschsprachigen evangelischen und katholischen Dogmatik und hat über deren Einfluss auf die italienische Theologie und religiöse Kultur geforscht. Mentalititätstheoretisch bedeutsam ist, dass Pasquale zu Leben und Wirkung von Padre Pio publiziert hat. Padre Pio (1887-1968), 2002 von Papst Johannes-Paul II. heiliggesprochen, ist einer der populärsten geistlichen Persönlichkeiten Italiens.

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