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Leszek Szaruga

Lyriker, Essayist, Übersetzer, Warschau
in: Forum Loccum Nr.3/August 1999

Leszek Szaruga war schon immer ein Pendler zwischen Ost und West. Abhängig vom Ort wechselt er auch die Profession: in Warschau Dichter, in Stettin Literaturwissenschaftler und in Berlin Journalist.

In Polen hat der 1946 in Krakau geborene Lyriker, Essayist und Übersetzer 14 Gedicht- und Essaybände veröffentlicht. In Deutschland ist 1997 im Hamburger Rospo-Verlag der Gedichtband "Eiszeit.Steinzeit" erschienen. Seit 1992 lehrt er an der Universität Stettin polnische Gegenwartsliteratur. Als Übersetzer hat er u.a. Else Lasker-Schüler, Johannes Bobrowski, Rose Ausländer und Sarah Kirsch ins Polnische übertragen.

Szaruga zählt wie Adam Zagajewski zu den Dichtern der 68er-Generation; der "Nowa Fala" - der "Neuen Welle". Aus dieser Zeit stammt auch sein Pseudonym. Eigentlich heißt er Aleksander Wirpsza. "Szaruga" - zu deutsch: "Sauwetter" - war damals Protest gegen die erstarrte realsozialistische Wirklichkeit. Es hat aber auch ein persönliches Motiv. So wahrte er die Distanz zum Vater, dem bekannten Schriftsteller Witold Wirpsza, der 1970 nach Berlin übersiedeln musste.

1968 wurde Leszek Szaruga als aktives Mitglied der Studentenbewegung verhaftet und saß ein halbes Jahr in Untersuchungshaft, verdingte sich danach als Schlosser, dann bei einer Hotelzeitschrift, nahm ein Fernstudium der Polonistik auf und promovierte über "Polnische Lyrik seit 1939".

Seinen Namen als Dichter machte er sich überwiegend im literarischen Untergrund, wo seine Arbeiten bis zur Wende nur erscheinen konnten. Im Untergrund, dem sogenannten "zweiten Umlauf", war er auch als Redakteur der Zeitschriften "Puls", "Wezwanie" und "Wybór" tätig.

Anfang Oktober 1999 nahm Leszek Szaruga in Loccum an der Tagung zu Dissens und Opposition in Ost- und Mitteleuropa teil.

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