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28/01: "Was macht den Menschen ganz und heil?"
Menschen als Gottesgeschöpfe in Judentum, Christentum und Islam

III. Interreligiöse Sommeruniversität der Evangelischen Akademie Loccum
vom 4. bis 12. Juli 2001
Gefördert durch: Konrad-Adenauer-Stiftung, Herbert Quandt-Stiftung

Pfeil nach rechts Tagungsdokumentation: Loccumer Protokoll Nr. 28/01

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Die Interreligiösen Sommeruniversitäten der Evangelischen Akademie Loccum sind ein praktischer Erfahrungsraum für das Zusammenleben von Religionen.

In einer Situation gesellschaftlicher und politischer Neubewertung des Verhältnisses von Eigenem und Fremden können Modelle gelingenden Zusammenlebens (auch auf Zeit) einen bedeutsamen Beitrag dazu leisten, Polarisierungen aufzulösen und Gesprächsfähigkeit aufbauen zu helfen.

Diese dritte Sommeruniversität baut auf den konzeptionellen und methodischen Vorerfahrungen der beiden ersten auf. Ihr durchgängiges Leitmotiv ist die Frage nach dem Menschenbild. Diese Frage wird in unterschiedlichen inhaltlichen und methodischen Zugängen ausdifferenziert. Antworten sollen in der methodisch angelegten Interaktion zwischen den Teilnehmenden und Mitwirkenden gefunden werden.
Solche Zugänge sind:

1. Schriftenauslegungsgruppen: Expertinnen und Experten aus den drei hauptsächlich beteiligten Religionen (Judentum, Islam, Christentum) werden in fünf parallel laufenden Gruppen Persönlichkeiten aus den jeweiligen heiligen Schriften in ihrer besonderen Gottesbeziehung und im Spiegel der jeweiligen Auslegungsgeschichte darstellen. Dabei werden zentrale religiöse Motive und Inhalte angesprochen:
- Freiheit und Opfer (Abraham und Isaak)
- Frauen im Widerstand (Miriam, Asya und Maria)
- Gottesbeziehungen von Kindern
- Exoduserfahrungen vor dem Hintergrund von Menschenrechten und Überwindung von Gewalt
- Leiden, Tod und Neubeginn.
Ziel ist es, exemplarisch zu zeigen, wie Menschenbilder sich in zentralen Erfahrungen von Glauben und Alltagspraxis in den Schriften spiegeln und was dies für Grundaussagen der jeweiligen Religion bedeutet.

2. Workshops: Die Workshops führen die Frage nach dem Menschenbild auf der eher erfahrungsbezogenen Ebene weiter und knüpfen dabei an religiöse Alltagserfahrungen an:
- Gebet als "heilsame" Erfahrung
- Feiertagsheiligung
- Geschlechterdifferenz in den Religionen
- Schöpfungsglaube und Mystik
- Ausdruck religiöser Erfahrungen durch Theater, Musik und Malen.
Sieben bis acht dieser Workshops unter Anleitung im interreligiösen Dialog erfahrener Moderatorinnen und Moderatoren geben Gelegenheit zur intensiven Begegnung und Darstellung zentraler Elemente der jeweiligen Religionskultur.

3. Ritus und Feier: Von Freitag bis Sonntag können die Teilnehmenden beginnend mit dem muslimischen Freitagsgebet und einer Koranstunde, fortgesetzt mit der jüdischen Feier des Sabbatanfangs und einem jüdischen Gottesdienst am Samstag Morgen, einer Talmud-Schule und dem Sabbatende und schließlich sechs christlichen Stundengebeten und dem Sonntagsgottesdienst Einblick in die religiösen Versammlungsformen gewinnen. All dies wird durch Information und Reflexion begleitet.

4. Podien zur Entwicklung des Menschenbildes im öffentlichen Diskurs: Es sind drei Podien geplant zur
- Biotechnologie "Der Mensch zwischen Leben und Tod" (Pränatale Diagnostik, Embryonenschutz, Organtransplantation, Hirntod)
- Religion (Theologie) und Ethik "Der Mensch vor Gott" und
- Religion und Gesellschaft "Der Mensch zwischen Freiheit und Verantwortung" (Wissenschaft, Politik, Recht).
Die Podien richten den interreligiösen Dialog auf gesellschaftliche Grundfragen im Bereich der Ethik und der öffentlichen Verantwortung. Sie sollten in diskursiver Form das Verhältnis von Religionen und Gesellschaft adressieren.

5. Abendgespräche: In der Form biographischer Interviews werden in drei Gesprächen Vertreterinnen und Vertreter der Religionen Auskunft über ihr persönliches Engagement für Respekt und Toleranz zwischen den Religionen geben und darüber reflektieren, wie sich in ihrem eigenen Lebensweg Differenz und Verstehen widerspiegeln.

Während der Sommeruniversität stehen für die beteiligten Religionen separate Gebetsräume zur Verfügung, die von ihnen selbst gestaltet werden und als Rückzugsräume, aber auch zu gegenseitigen Einladungen genutzt werden können.

Dr. Sybille Fritsch-Oppermann, Tagungsleiterin
Dr. Fritz Erich Anhelm, Akademiedirektor

Pfeil nach rechts Das Programm Pfeil nach oben

Mittwoch, 4. Juli 2001

Anfangsplenum
Einführung in die Sommeruniversität:
Dr. Fritz Erich Anhelm, Evangelische Akademie Loccum

Andachtsräume wahrnehmen
Gegenseitiges Kennenlernen angeleitet durch
Dr. Sybille Fritsch-Oppermann, Evangelische Akademie Loccum

Donnerstag, 5. Juli 2001

Christliche Morgenandacht (Kapelle)

Schriftenauslegungen I
Persönlichkeiten (Männer, Frauen, Kinder) und ihre Gottesbeziehung im Spiegel der Auslegungsgeschichte

1. Gruppe: Freiheit und Opfer
• Abraham und Isaak
Rivka Hollaender, Vorstand der Jüdischen Gemeinde Freiburg
• Im Spiegel paulinischer Theologie
Dr. Sybille Fritsch-Oppermann, Evangelische Akademie Loccum (Leitung), Anne-Sophie Fröhlich, Hamburg
• Ismael
Halima Krausen, Initiative Islamische Studien, Hamburg

2. Gruppe: Weibsbilder im Widerstand
• Miriam im Judentum
Ruth Lapide, Frankfurt am Main
• Asya
Fatma Sagir, Zentrum für Islamische Frauenforschung und Frauenförderung, Köln (Leitung)
• Maria (Magnifikat)
Edith Schlesinger, Referentin für interreligiösen Dialog, Erzbistum Köln

3. Gruppe: Kinder und Gott / Bibelkind / Gottesbeziehung
• Jesus im Islam
Imam Mehdi Razvi, Hamburg
• Jakob und Esau im Judentum
Andreas Hinz, Leo-Baeck-College, London
• Ismael und Isaak
Prof. Dr. Olaf Schumann, RMÖ, Evangelisch-theologischer Fachbereich der Universität Hamburg (Leitung)

4. Gruppe: Exodus
• Moses im jüdischen Denken
Rabbi Dr. Daniel Katz, Judiska Församlingen, Göteborg
• Exodus im Spiegel muslimischer Theologie
Wolf D. Ahmed Aries, Gütersloh (Leitung)
• Der "vergessene Moses" im Christentum
Dr. Thomas Lemmen, Christlich-Islamische Gesellschaft e.V., Köln
Dr. Martin Bauschke, Berlin

5. Gruppe: Leiden! Tod - Neubeginn
Hamideh Mohagheghi, Wunstorf (Leitung)
Dr. Paul Löffler, Lauenburg
Eva Frenzen, Leo Baeck College, London/Dachau

Podium I: "Der Mensch zwischen Leben und Tod"
(Biotechnologie / Pränatale Diagnostik / Embryonenschutz / Organtransplantation)
Input: PD Dr. Eckhard Nagel, Transplantationszentrum, Klinikum Augsburg Podium:
Dr. Nadja El-Mahgary, Ärztin, Halle/Westfalen
Dr. Yarom, Organisation jüdischer Ärzte und Psychologen, Berlin
Prof. Bernd Haubitz, Medizinische Hochschule Hannover
Prof. Dr. Hans Günter Gassen, Institut für Biochemie der Technischen Universität Darmstadt
Moderation: Dr. Fritz Erich Anhelm, Direktor der EAL

Abendgespräch I: Fremde und Frauen
Rabeya Müller, Institut für Internationale Pädagogik und Didaktik - IPD, Köln, im Gespräch mit Fereshta Ludin, Berlinr

Freitag, 6. Juli 2001

Muslimische Morgenandacht

Schriftenauslegung II

Muslimisches Mittagsgebet (Freitagsgebet)
Koranstunde: Imam Mehdi Razvi, Hamburg

Lesung (mit Musik): Hebräische Balladen von Else Lasker Schüler
Petra Kunik, Schriftstellerin, Vorstand der Jüdischen Gemeinde Frankfurt am Main, Roland Prakken, Hamburg

Sabbatanfang

Samstag, 7. Juli 2001

Jüdischer Gottesdienst
Leitung und anschließendes Gespräch:
Rabbiner Dr. Daniel Katz, Judiska Församlingen, Göteborg

Talmud Schule: Rabbinische (und biblische) Menschenbilder im Talmud und in der Moderne
Rabbiner Prof. Dr. Eveline Goodman-Thau, Berlin/Jerusalem

Sabbatende

Stundengebet I
Leitung aller Stundengebete:
Pfrn. Dr. Sybille Fritsch-Oppermann, Evangelische Akademie Loccum
Prof. em. Dr. Henning Schröer, Bonn/Königswinter
Pastor Detlev Schröder, Evangelische Gemeindeakademie, Osnabrück

Sonntag, 8. Juli 2001

Stundengebet 2

Gottesdienst
Leitung: Dr. Fritz Erich Anhelm, Evangelische Akademie Loccum

Stundengebet 3

Offene Angebote

1. Jonglieren: Balancierte Wahrnehmungen
Tim Röhl, Bochum

2. Das Thema des Holocuast in der Musik
Rabbiner Dr. Daniel Katz, Judiska Församlingen, Göteborg

3. Die Funktion des Religiösen im nichtreligiösen jüdischen Milieu
Dr. Irene Runge, Berlin

4. Schreibwerkstatt: Die verdichtete Erfahrung von Haikus
Ingrid von Heiseler, Wolfsburg

Stundengebet 4

Zwischenplenum
Input: George Khoury, Deutsche Welle, Köln
Moderation: Dr. Fritz Erich Anhelm, Evangelische Akademie Loccum

Stundengebet 5

Abendgespräch II
Input: George Khoury, Deutsche Welle, Köln
im Gespräch mit Prof. Dr. Annemarie Schimmel, Bonn Pfeil nach rechts Zu Gast in Loccum

Stundengebet 6

Montag, 9. Juli 2001

Muslimische Morgenandacht

Schriftenauslegungen III

Podium II: "Der Mensch vor Gott"
(Menschenbilder im Verhältnis zu neuen Biotechnologien)
Prof. Dr. Eckhard Freyer, FH Merseburg
Frau Dr. Yarom, Organisation jüdischer Ärzte und Psychologen, Berlin
Dr. Jürgen Micksch, Interkultureller Rat in Deutschland e.V., Darmstadt
Dr. Sabiha El-Zayat, Zentrum für islamische Frauenforschung und Frauenförderung, Köln (ZIF)
Moderation: Dr. Martin Bauschke, Berlin

Abendgespräch III
Petra Kunik, Schriftstellerin, Vorstand der Jüdischen Gemeinde Frankfurt am Main, im Gespräch mit Rabbiner Prof. Dr. Eveline Goodman-Thau, Berlin/Jerusalem

Dienstag, 10. Juli 2001

Jüdische Morgenandacht

Schriftenauslegungen IV

Workshops I

1. Gebet als "heilsame" Erfahrung
(Bittgebet und Formen des Gebets)
Halima Krausen, Initiative Islamische Studien, Hamburg (Leitung)
Rabbiner Dr. Daniel Katz, Judiska Församlingen, Göteborg
Pfarrer Dr. André Ritter, Evangelische Kirche im Fürstentum Liechtenstein, Vaduz

2. "Mensch Loccum!" (Theaterworkshop)
Petra Kunik, Schriftstellerin, Vorstand der Jüdischen Gemeinde Frankfurt am Main (Leitung)

3. "Resonanzen" (Musikworkshop)
Roland Prakken, Hamburg (Leitung)
Johann-Hinrich Witzel, Arbeitsstelle Eine Welt, Kirchenprovinz Sachsen, Magdeburg

4. Feiertagsheil(ig)ung
Pastor Detlev Schröder, Evangelische Gemeindeakademie, Osnabrück (Leitung)
Dr. Bekir Alboga, Institut für deutsch-türkische Integrationsforschung und interkulturelle Arbeit, Mannheim
Ruth Lapide, Frankfurt am Main

5. Die Schöpfung in der Mystik
Rivka Hollaender, Vorstand der Jüdischen Gemeinde Freiburg (Leitung)
Hans Peter Daub, Evangelische Heimvolkshochschule Bederkesa
Hamideh Mohagheghi, Wunstorf

6. X oder Y - Geschlechterdifferenz: gottgewollt oder von Menschen gemacht?
Rabeya Müller, Institut für Internationale Pädagogik und Didaktik - IPD, Köln, (Leitung)
Clarissa Graz, Theologin, Diakonisches Werk in Hessen und Nassau e.V., Vorstand, Frankfurt am Main
Eva Frenzen, Leo Baeck College, London/Dachau

7. Workshop (als offenes Angebot zur Nacharbeit der Podien)
Dr. Paul Löffler, Lauenburg (Leitung)
Doris Peschke, Generalsekretärin, Churches' Commission for Migrants in Europe, Brüssel
Eberhard Seidel-Pielen, taz, Berlin

8. Menschenbild und "Heil" (Theologischer Workshop)
Rabbiner Prof. Dr. Eveline Goodman-Thau, Berlin/Jerusalem
Prof. Dr. Reinhold Bernhardt, Basel
Wolf D. Ahmed Aries, Gütersloh

Workshops II

Mittwoch, 11. Juli 2001

Christliche Morgenandacht

Workshops III

Podium III: "Der Mensch zwischen Freiheit und Verantwortung"
(Wissenschaft, Politik und Recht angesichts der Entwicklung der Biotechnologien)
Input: (Juristisch-ethische Grundsatzfragen)
Dr. Wolfgang Gern, Vorstandsvorsitzender, Diakonisches Werk in Hessen und Nassau e.V., Frankfurt am Main
Eva Frenzen, Leo Baeck College, London/Dachau
Dr. Bekir Alboga, Institut für deutsch-türkische Integrationsforschung und interkulturelle Arbeit, Mannheim
Dr. Carola Reimann, MdB, Enquete-Kommission "Recht und Ethik der modernen Medizin" des Deutschen Bundestags, Berlin
Katherina Reiche MdB, Deutscher Bundestag, Berlin
Moderation: Dr. Sybille Fritsch-Oppermann, Evangelische Akademie Loccum

Eröffnung der Ausstellung von Heiko Preller

Abschlussfeier

Donnerstag, 12. Juli 2001

Gemeinsame Morgenfeier

Schlussplenum und Ergebnisse der Schriftenauslegungsgruppen
Input: George Khoury, Deutsche Welle, Köln

Thesen aus dem zusätzlichen Workshop: Dr. Paul Löffler, Lauenburg
Moderation: Dr. Sybille Fritsch-Oppermann, Evangelische Akademie Loccum

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