Fotocollage
Kontakt | Impressum | Sitemap | Suchen | Home | 

Programm > Tagungsarchiv > Staat & Gesellschaft

25/02: Die frühen Jahre des Erfolgsmodells BRD
Oder: Die Dekonstruktion der Bilder von der formativen Phase
unserer Gesellschaft durch die Nachgeborenen

Tagung der Evangelischen Akademie Loccum vom 31. Mai bis 2. Juni 2002
In Kooperation mit der Forschungsstelle für Zeitgeschichte, Hamburg

Pfeil nach rechts Tagungsdokumentation: Loccumer Protokoll Nr. 25/02
Pfeil nach rechts Jochen Stöckmann: Caprisonne und Nudelsalat, NDR 5,
"Texte und Zeichen", 16. Juni 2002 pdf >

| Zum Thema | Programm |

Pfeil nach rechts Zum Thema Pfeil nach oben

Ob die BRD wirklich ein Erfolgsmodell war und ist, mag ja durchaus strittig sein. Bemerkenswert sind aber ihre Stabilität und ihre Kontinuitätskraft schon. Nicht zuletzt im Einigungsprozess nach 1990 hat sich erneut erwiesen, wie belastbar und ausbaufähig die Fundamente der alten Bundesrepublik sind.

Die politische Kultur, die in gut 40 Jahren aufgebaut und entwickelt worden ist, bewährte sich und sie eröffnet weiter realistische Chancen zur Bewältigung neuer Probleme und Herausforderungen - sie mögen vereinigungsbedingt sein oder auch nicht.

Inzwischen ist eine Generation herangewachsen, die in diese alte Bundesrepublik hineingeboren und hineinsozialisiert wurde, als deren formative Phase bereits abgeschlossen war, sich schon klar konturierte und in sich geschlossene Bilder von ihrer Gründungsgeschichte herausgebildet hatten. Diese Gründungsgeschichte wurde von den einen als Neuanfang, als erfolgreiche Modernisierung und zu Wohlstand führende Aufbauleistung stilisiert, wogegen andere in ihr primär die über die Katastrophe von 1945 hinauswirkenden Kontinuitäten und die bald nach dem angeblichen Neuanfang sich durchsetzenden restaurativen Prozesse hervorhoben.

Weder die eine noch die andere Sichtweise scheint geeignet, die Fragen der Nachgeborenen nach den Anfängen der Gesellschaft und der politischen Kultur zu befriedigen, die sie durchaus als eine Normalität erleben, in der Pluralisierung und Liberalisierung wesentliche Wirkkräfte sind. Wie fragen sie nach der Geschichte der alten Bundesrepublik? Wie beteiligen sie sich am Prozess ihrer Erforschung und Deutung? Welches Bild machen sie sich von der Gründungsgeschichte des eigenen Gemeinwesens? Und wie gehen sie mit den Mythen und Bildern, Konstruktionen und Deutungen um, die ihnen von den älteren Generationen vererbt wurden?

Prof. Dr. Jörg Calließ, Tagungsleiter
Prof. Dr. Axel Schildt, Forschungsstelle für Zeitgeschichte, Hamburg

Pfeil nach rechts Das Programm Pfeil nach oben

Freitag, 31. Mai 2002

Begrüßung und Tagungseröffnung
Prof. Dr. Jörg Calließ, Loccum

Warum und wie jede Generation sich ihr eigenes Bild von der Vergangenheit macht
Prof. Dr. Jürgen Reulecke, Universität Siegen

Was es heißt und was es erfordert, die Bundesrepublik Deutschland zu historisieren
Dr. Franziska Augstein, Süddeutsche Zeitung, München Pfeil nach rechts Zu Gast in Loccum
Prof. Dr. Christoph Kleßmann, Zentrum für Zeithistorische Forschung, Potsdam
Prof. Dr. Paul Nolte, International University, Bremen
Prof. Dr. Axel Schildt, Forschungsstelle für Zeitgeschichte, Universität Hamburg

Was die Nachgeborenen an der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland interessiert und wie sie deren frühe Jahre sehen
Dr. Claudia Althaus, Universität Siegen
Dr. Monika Boll, Ruhr-Universität Bochum
Dr. Philipp Gassert, Universität Heidelberg
Dr. Stefan-Ludwig Hoffmann, Ruhr-Universität Bochum
Dr. Heidrun Kämper, Institut für Deutsche Sprache, Mannheim

Samstag, 1. Juni 2002

Worüber und wie die junge Historikergeneration forscht und welche Bilder sie von der formativen Phase unserer Gesellschaft malt
Werkstattgruppen

AG 1: Vergangenheitspolitik
Leitung: Prof. Dr. Axel Schildt, Forschungsstelle für Zeitgeschichte, Universität Hamburg
Dr. Claudia Althaus, Universität Siegen
PD Dr. Edgar Wolfrum, TU Darmstadt

AG 2: Politische Kultur und Öffentlichkeit
Leitung: Prof. Dr. Irmgard Wilharm, Universität Hannover
Karl Moritz Scheibe, Universität Freiburg
Matthias Weiß, M.A., Ruhr-Universität Bochum

AG 3: Selbstentwurf und geistige Orientierung der Eliten
Leitung: Dr. Klaus Naumann, Hamburger Institut für Sozialforschung, Hamburg
Prof. Dr. Paul Nolte, International University, Bremen
Dr. Morten Reitmayer, Universität Trier

AG 4: Mentalitäten und Milieu, Sozialkultur und Alltag
Leitung: Prof. Dr. Christoph Kleßmann, Zentrum für Zeithistorische Forschung, Potsdam
Sybille Buske, Universität Freiburg
Torsten Gass-Bolm, Universität Freiburg

AG 5: Sozialer Wandel, Wirtschaftsordnung und Sozialpolitik
Leitung: Prof. Dr. Jürgen Reulecke, Universität Siegen
Stefan Remeke, Ruhr-Universität Bochum

Sonntag, 2. Juni 2002

Was uns der neue Blick auf die frühen Jahre des Erfolgsmodells BRD bringt
Dr. Michael Jeismann, Frankfurter Allgemeine Zeitung, Frankfurt/M.

Ob und wie wir durch die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit unsere politische Kultur erneuern können
Schlussdiskussion
mit Michael Jeismann und Teilnehmerinnen und Teilnehmern, die aus den Werkstattgruppen benannt werden

Pfeil zurück      •  © 2007 by Evangelische Akademie Loccum  •  eal@evlka.de  •  Seite drucken  •         Pfeil nach oben