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Programm > Tagungsarchiv > Religion & Kirche

73/02: Säkulare Ordnung und religiöser Glaube
Christen und Muslime im Dialog zwischen Tradition und Moderne
in einer sich globalisierenden Welt

Internationale Tagung der Evangelischen Akademie Loccum
vom 22. bis 24. November 2002
In Kooperation mit der Deutschen UNESCO Kommission
Gefördert durch das Auswärtige Amt der Bundesrepublik Deutschland

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Seit dem 11. September 2001 ist das Verhältnis von säkularer Ordnung und religiösem Glauben erneut zum Gegenstand der öffentlichen Diskussion geworden.

In seiner Rede zur Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels sprach Jürgen Habermas in diesem Zusammenhang von den "Ambivalenzen der Moderne".

Bereits das von Kofi Annan herausgegebene "Manifest für den Dialog der Kulturen" hebt zwei widerstreitende Tendenzen hervor: die Globalisierung einerseits und die Lokalisierung andererseits. Der Tendenz zur Lokalisierung werden Ethnizität, Sprache, Herkunft, Religion und Tradition zugeordnet, als wiederauferstandene "bedeutende Kräfte".

Die Generalkonferenz der UNESCO verabschiedete im November 2001 das weltweit erste Dokument, mit dem die internationale Gemeinschaft feststellt, dass kulturelle Unterschiede notwendig und schützenswert sind und die Entwicklung der Menschheit fördern.

Sind wir auf dem Weg zu einer Neubestimmung der Rolle der Religionen und Kulturen am Beginn des 21. Jahrhunderts im Verhältnis zur als säkular verstandenen Moderne?

Das soll in dieser Tagung bezogen auf rechtlich-institutionelle Konsequenzen im internationalen Kontext untersucht werden. Dabei gehen wir von islamischen und christlichen Sichtweisen aus und beziehen sie auf säkulare ordnungspolitische Perspektiven.

Sind die Religionen fähig, sich im Verhältnis zu Modernisierungsprozessen aus einer eher defensiven oder reaktiven Haltung hin zu einer kreativen Rolle zu entwickeln, die in der Lage ist, die Vielfalt von Ausdrucksmöglichkeiten in Richtung einer menschlicheren, gerechteren, partizipatorischeren und friedlicheren Welt zu umschließen?

Christine M. Merkel, Deutsche UNESCO-Kommission
Dr. Fritz Erich Anhelm, Akademiedirektor

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Freitag, 22. November 2002

Begrüßung, Einführung
Dr. Fritz Erich Anhelm, Akademiedirektor
Christine M. Merkel, Referentin für Kultur und Kommunikation Deutsche UNESCO- Kommission

Podium I: Die Rede von der "Postsäkularen Gesellschaft"
Worauf zielt die neue Sensibilität gegenüber der Bedeutung der Religionen?
Prof. Dr. Samir G. Khalaf, Director, Centre for Behavioral Research, American University of Beirut
Prof. Dr. Richard Falk, Department of International Relations, Princeton University, USA
Rev. Rüdiger Noll, Direktor der Kommission für Kirche und Gesellschaft, Konferenz Europäischer Kirchen, Brüssel

Samstag, 23. November 2002

Podium II: Rechtstaatliche Ordnungen und ihre Voraussetzungen
Worauf gründen sich Soziale Kontrakte zwischen säkularer Verfassung und religiöser Orientierung?
Prof. Dr. Mojtahed Shabestari, Universität Teheran
Dr. Nadeem Elyas, Vorsitzender des Zentralrats der Muslime in Deutschland e.V., Eschweiler
Prof. Dr. Charles Amjad-Ali, Martin Luther King Jr., Prof. of Justice and Christian Community, Luther Seminary, St. Paul Minnesota

Podium III: Säkulare Rechtssetzung und religiöser Status
Wie können religiöse Werte von Minderheiten in einer plural verfassten Gesellschaft respektiert werden?
Bischof Dr. Rolf Koppe, Evangelische Kirche in Deutschland, Hannover
Prof. Dr. Mudar Kassis, Direktor des Instituts of Law, Birzeit University, Palestina
Prof. Dr. Marc Swanson, Luther North-West-Seminary St. Paul Minnesota
Dr. Habiba Hassan, Amnesty International, Pakistan

Verständigung durch Verstehen?
Der Dialog zwischen den Religionen und Kulturen als Aufgabe der Gesellschaft
Abendgespräch mit:
Prof. Dr. Rita Süssmuth, Präsidentin des Deutschen Bundestages a.D., Berlin
Moderation: Dr. Fritz Erich Anhelm

Sonntag, 24. November 2002

Podium IV: Die rechtlich-institutionelle Verankerung universeller Werte
Alternative zum ordnungspolitischen Gebrauch von Gewalt?
Oder: Was will "Good Global Governance"?
Siba Shakib, Westdeutscher Rundfunk, Köln
Dr. Ahmad Jalali, Präsident der Generalkonferenz der UNESCO, Iran Pfeil nach rechts Zu Gast in Loccum
Dr. Sayyed Yassin, Berater des Al Achram Zentrums für politische und strategische Studien, Kairo
Prof. Dr. Horst Fischer, Lehrstuhl für Völkerrecht, Universitäten Bochum und Leiden

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