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13/03: Letzte Tage im Heim
Menschenwürde und Pflegewirklichkeit
6. Loccumer Hospiztagung der Evangelischen Akademie Loccum
vom 27. bis 29. März 2003
In Zusammenarbeit mit dem Hospizbeauftragten der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers und mit dem Pastoralkolleg, Loccum
Die Pflegeversicherung hat nicht zu einer besseren Versorgung alter Menschen in Pflegeheimen geführt. Der Medizinische Dienst der Spitzenverbände der Krankenkassen (MDS) hat mehrere tausend Heime geprüft und stellt in vielen Fällen erschreckende Pflegedefizite fest: Alte Menschen, die nicht mehr allein essen oder trinken können, werden häufig unzureichend mit Flüssigkeit und Nahrung versorgt. Psychopharmaka werden ohne ärztliche Verordnung nach Bedarf gegeben. Und schließlich sterben viele alte Menschen einsam, unzureichend mit Schmerzmitteln versorgt, unter menschenunwürdigen Bedingungen. Manche alten Menschen nehmen sich gar das Leben, um nicht in ein Heim zu müssen; und es gibt bereits den Ruf von Pflegeexperten nach Auflösung der Heime.
Über die üblichen Verweise auf die Probleme der Finanzierung und des Personalmangels hinaus gehend wollen wir im Gespräch zwischen den verschiedenen betroffenen Berufs- und Arbeitsgruppen die letzte Lebensphase pflegebedürftiger Heimbewohner betrachten und versuchen, kooperative Wege aus den Gefahren der Unterversorgung und Sberforderung zu erörtern.
Insbesondere sollen ausgesuchte Beispiele aus der Praxis zeigen, wie auch unter den heute gegebenen Rahmenbedingungen eine ganzheitliche Pflege möglich ist.
Martin Ostertag, Hospizbeauftragter der Landeskirche
Wiegand Wagner, Rektor des Pastoralkollegs
Dr. Andreas Dally, Evangelische Akademie Loccum, Studienleiter
Donnerstag, 27. März 2003
Begrüßung
Andreas Dally, Loccum
Martin Ostertag, Hildesheim
Hanna Kreisel-Liebermann, Göttingen
Perspektiven einer neuen Abschiedskultur: Konzepte für den Heimalltag
Prof. Dr. Karin Wilkening, Psychologin, Fachhochschule Braunschweig/Wolfenbüttel
Sterben im Heim - betrifft uns das?
Wahrnehmungen eines Journalisten
Burkhard Plemper, Journalist, Hamburg
Freitag, 28. März 2003
Ärztliche Sterbebegleitung in Pflegeheimen
Wahrnehmungen aus der Praxis
Dr. Christian Robold, Niedergelassener Palliativmediziner, Hannover
Menschenwürde im Pflegebetrieb und in der Pflegeökonomie
Ralph Charbonnier, Pastor, ZfG - Zentrum für Gesundheitsethik, Hannover
Erfahrungsaustausch über verschiedene Aspekte der Sterbebegleitung in Heimen, in Gruppen:
Möglichkeiten der Altenheim-Seelsorge
mit Pastor Klaus Depping, Alten-Seelsorge, Haus kirchlicher Dienste, Hannover
Spiritualität und nahender Tod
mit Pastor Martin Ostertag, Hildesheim
Patientenrechte
mit Christa Joedt, Kordinatorin, Hospiz Kassel
Mit-Leid am Ende? - Gewalt in der Pflege und Wege zu ihrer Vermeidung
mit Beatrix Haan, Krankenschwester, Leiterin des "Hospiz an der Lutter", Göttingen
Frauenangelegenheiten und Männersachen? - Arbeitsteilung in der Pflege
mit Pastorin Hanna Kreisel-Liebermann
Medizin und Pflege - Besonderheiten der Zusammenarbeit im Pflegeheim
mit Dr. Christian Robold, Hannover
Ehrenamtliche und ihr besonderer Beitrag im Pflegeheim
mit Henning Krey, Theologe, Lübbecke
Würdige letzte Tage im Heim - Beispiele gelingender Praxis
Joachim Heise, Leiter, Senioren-Pflegeheim Polle
Hans-Werner Herbst, Johannishaus, Ronnenberg
Altje Hornburg, Berufliche Weiterbildung, Fachbereich Pflege, Bildungseinrichtung Alfeld
"Die Sache ver(f)lacht ..."
Kabarettabend mit dem Duo Homunculi Artis aus Cremlingen
Samstag, 29. März 2003
Mobilisieren - Einstufen - und dann?
Was die Pflegeversicherung leisten kann
Heiko Rode, AOK Niedersachsen, Landesdirektion, Hannover
Paradigmenwechsel zugunsten einer neuen Abschiedskultur:
Möglichkeiten der beteiligten Akteure
Abschließendes Rundgespräch mit
Helga Kühn-Mengel, MdB-SPD, Vorsitzende der Fraktions-AG für Gesundheit und soziale Sicherung, Berlin
Anne Schütte, Hospizbeauftragte im Bistum Osnabrück, Lotte-Wersen
Prof. Dr. Karin Wilkening, Fachhochschule Braunschweig/Wolfenbüttel Arnd Wirbelauer, Heimleiter, Haus Wilkinghege, Münster
Eingeleitet durch ein Resümee erreichten Stand der Diskussionen von Martin Ostertag, Landeskirchlicher Beauftragter für Hospizarbeit, Hildesheim
Moderation: Hanna Kreisel-Liebermann