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74/04: Deeskalation von Gewaltkonflikten nach 1945
Eine vergleichende Geschichte der Konfliktbearbeitung

Tagung der Evangelischen Akademie Loccum vom 10. bis 12. Dezember 2004
In Kooperation mit dem Arbeitskreis "Historische Friedensforschung";
gefördert durch die Deutsche Stiftung Friedensforschung (DSF), Osnabrück und das Internationale Konversionszentrum Bonn (BICC)

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In den gegenwärtigen Debatten über neue Kriege, humanitäre Interventionen, zivile Konfliktbearbeitung und Nachkriegskonsolidierung wird immer wieder betont, dass sich aus den gegebenen asymmetrischen Konstellationen ganz neue Anforderungen für alle Bemühungen um eine Einhegung von Gewaltkonflikten und die Förderung von Friedensprozessen ergeben. Was das Neue ist und worin der Unterschied zu den anscheinend so symmetrischen Konstellationen der Zeit des West-Ost-Konfliktes liegt, ist aber bisher weder historisch noch politikwissenschaftlich intensiver aufgearbeitet worden.

Grundlegend dafür wäre eine Historisierung des West-Ost-Konfliktes, die Konfliktpotentiale und Konfliktdynamiken ebenso thematisiert wie Entspannungsbemühungen und die verschiedenen Ansätze, die eine Eskalation der Gegensätze kontrollierbar gemacht und den Ausbruch von gewaltsamen Auseinandersetzungen und Krieg verhindert haben. Nicht weniger wichtig wäre die Entwicklung eines theoretischen Rahmens und methodischen Instrumentariums, die einen Vergleich der bipolaren mit der unipolaren und von wachsenden Machtungleichheiten geprägten internationalen Konstellation unserer Tage wissenschaftlich valide und politisch ergiebig machen könnte.

Mit der Tagung, die die Akademie in Kooperation mit dem Arbeitskreis Historische Friedensforschung durchführt, soll ein Beitrag zur Erforschung der Geschichte der Konfliktbearbeitung geleistet werden. Im Mittelpunkt werden erfolgreiche und gescheiterte Strategien einer Deeskalation von Gewaltkonflikten in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts stehen. Dabei sollen Krisenbewältigungs- und Entspannungsbemühungen während des West-Ost-Konfliktes ebenso betrachtet werden wie Krisenpräventions- und Konfliktbearbeitungsbemühungen in den Jahren nach dem weltpolitischen Umbruch von 1989/90. Mit dem Versuch eines historischen Vergleiches und einer systematischen Auswertung historischer und aktueller Erfahrungen soll den gegenwärtigen friedenswissenschaftlichen und friedenspolitischen Debatten eine Fundierung gegeben werden, die vor Fehlwahrnehmungen und Kurzschlüssen schützen kann.

Prof. Dr. Jörg Calließ, Evangelische Akademie Loccum, Tagungsleiter
Dr. Corinna Hauswedell, Sprecherin Arbeitskreis Historische Friedensforschung

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Freitag, 10. Dezember 2004

Begrüßung und Tagungseröffnung
Prof. Dr. Jörg Calließ, Evangelische Akademie Loccum
Dr. Corinna Hauswedell, Arbeitskreis Historische Friedensforschung

"Sustainable Conflict"? - Konfliktpotenziale und Friedenschancen im Ost-West-Konflikt
Prof. Dr. Jost Dülffer, Universität Köln

Erfahrungen mit peace building in den 90er Jahren
Dr. Tobias Debiel, Institut für Entwicklung und Frieden, Duisburg

Supermächte und Deeskalation - Weltordnung auf dem Prüfstand
Dr. Randall Forsberg, Institute for Defense and Disarmament Studies, Cambridge/Mass.
Pfeil nach rechts Zu Gast in Loccum

Samstag, 11. Dezember 2004

Sektion I: Deeskalation in der bipolaren Welt:
Ein kalter Krieg, der niemals heiß wurde

Ostpolitik als kommunikatives Handeln
Prof. Dr. Gottfried Niedhart, Universität Mannheim

Der "Fehlschlag" Vietnam
Dr. Bernd Greiner, Hamburger Institut für Sozialforschung

Gorbatschow und das Ende des Kalten Krieges
Prof. Dr. Wilfried Loth, Universität Essen
Kommentar:
Prof. Dr. Peter Schlotter, Hess. Stiftung für Friedens- und Konfliktforschung, Frankfurt

Sektion II: Deeskalation in der multilateralen Welt:
Regionale Konflikte und ihre Bearbeitung nach 1989/90

"Ripe moments" revisited -
Timing und andere Parameter der Konfliktdeeskalation
Prof. Dr. I. William Zartman, Johns Hopkins University, Washington DC

Der Israelisch-Palästinensische Konflikt: Lehren aus dem Scheitern von Oslo
Dr. Margret Johannsen, Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik an der Universität Hamburg

Der Eritreisch-Äthiopische Konflikt 1941 - 2004
Dr. Günter Schröder/Dr. Hartmut Quehl, Universität Hannover
Kommentar:
Prof. Dr. Helmut Bley, Universität Hannover

Nordirland: Gewaltkulturen und die Grenzen externer Konfliktintervention
Dr. Corinna Hauswedell, Internationales Konversionszentrum Bonn
Kommentar:
Prof. Dr. Christine Bell, Universität of Ulster

Sonntag, 12. Dezember 2004

Kriegsvermeidung und Gewaltabbau, Menschenrechte und Demokratie
Vereinbare Zielperspektiven von Deeskalation?
Schlussdiskussion mit
Prof. Dr. Christine Bell, University of Ulster
Prof. Dr. Gottfried Niedhart, Universität Mannheim
Dr. Constanze Stelzenmüller, DIE ZEIT, Hamburg
Prof. Dr. I. William Zartman, Johns Hopkins University, Washington DC

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