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10/05: Vom Sterben sprechen
8. Loccumer Hospiztagung
Tagung der Evangelischen Akademie Loccum vom 10. bis 12. März 2005
In Zusammenarbeit mit dem Hospizbeauftragten der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers und dem Pastoralkolleg Loccum
Tagungsdokumentation: Loccumer Protokoll Nr. 10/05
Die beredteste Sprache über den Tod ist in unseren Zeiten das Schweigen. Aber Menschen, die beruflich oder persönlich mit Sterbenden zu tun haben, müssen sprechen. Wie tun sie das? Welche Sprache verwenden sie? Was verbirgt sich hinter dem jeweiligen Sprachgebrauch? In vielen Fällen verhindert die jeweils verwendete Sprache Verstehen.
Ärztinnen/Ärzte sprechen die Sprache der Diagnose, Pastorinnen/Pastoren nehmen die Sprache der Bibel zur Hilfe, Patientinnen/Patienten haben oft ihre ganz eigene Sprache - die Sprache der Bilder, Metaphern, Träume. Zwischen diesen Sprachen bewegen sich die Pflegerinnen und Pfleger. In vielen Alters- und Pflegeheimen ist es allein ihrer persönlichen Sensibilität überlassen, welche Sprache sie verwenden. Ehrenamtlich Begleitende haben teilweise eine Binnenkommunikation über das Sterben entwickelt, die eine Verständigung untereinander zwar erleichtert, aber manchmal von Sterbenden und ihren Angehörigen nicht verstanden wird.
Die Tagung möchte eine Phänomenologie des Sprechens vom Sterben entwickeln und die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu einer Selbstprüfung anregen. Die Einbeziehung von bildender Kunst, Musik und Theologie soll die Fülle der Zugänge aufzeigen, aus denen sich beim Sprechen über Tod und Sterben schöpfen lässt.
Es soll überlegt werden, wie eine sinnvolle Kommunikation aussehen kann, die weder ihre Ängste hinter Fremdwörtern versteckt, noch den Umgang mit den Sterbenden idealisiert. Wie können die unterschiedlichen Berufsgruppen sinnvolle und praxis- taugliche Verständigungsebenen entwickeln?
Martin Ostertag, Hospizbeauftragter der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers
Dr. Ellen Ueberschär, Evangelische Akademie
Wiegand Wagner, Pastoralkolleg
Donnerstag, 10. März 2005
Eröffnung der Tagung und Begrüßung
Martin Ostertag, Hospizbeauftragter der Ev.-luth. Landeskirche Hannover, Lüneburg
Dr. Ellen Ueberschär, Studienleiterin an der Evangelischen Akademie, Loccum
Wiegand Wagner, Leiter des Pastoralkollegs der Ev.-luth. Landeskirche Hannover, Loccum
"Der Tod ist Lehrmeister des Lebens und der Ernstfall des Glaubens"
Sprechen Christinnen und Christen kompetent von Tod und Sterben?
Dr. Kerstin Lammer, Studienleiterin am Institut für Aus-, Fort- und Weiterbildung der Ev. Kirche von Westfalen, Schwerte
"Wenn ihr's nicht fühlt, ihr werdet's nicht erjagen" (Faust an Famulus Wagner)
Vernissage mit Skulpturen von Walter Green
Gnade
Prof. Dr. Dr. Klaas Huizing, Schriftsteller und Theologe, Universität Würzburg
Freitag, 11. März 2005
Zwischen Diagnose und Patienten: Ärztinnen und Ärzte
Dr. Anette Ester, Oberärztin im Röde Kors Sykehjem, Bergen, Norwegen
Über das Sterben schweigen: Die Sprache der Pflegenden
Prof. Dr. Marianne Arndt, Pflegewissenschaftlerin, FH Neubrandenburg
Prof. Dr. Simone Kreher, Gesundheitssoziologin, FH Neubrandenburg
Berufsfeld-übergreifende Gruppen
Moderationen:
Dr. Ralph Charbonnier, Studienleiter am Zentrum für Gesundheitsethik, Hannover
Evelyn Freitag, Hospizbeauftragte der Ev.-luth. Kirche in Oldenburg
Hermann Iburg, Diakon, Nordhorn
Burckhard Plemper, Journalist, Hamburg
Elke Schölper, theologische Referentin am Gemeindekolleg der VELKD, Celle
Christine Stockstrom, Supervisorin, Dozentin am Lutherstift in Falkenburg
Wiegand Wagner, Loccum
Auseinandersetzung mit Tod und Ewigkeit
Musikalische Beispiele, eingeführt von Prof. Dr. Jörg Calließ, Loccum
Samstag, 12. März 2005
Kann das Sprechen geübt werden?
Zur Frage von Aus-, Fort- und Weiterbildung
Dr. Ralph Charbonnier, Hannover
Dr. med. Rolf Holbe, Allgemeinmediziner, Vorsitzender der Akademie für Palliativmedizin und Hospizarbeit, Kreiensen
Elke Schölper, Celle
Ulrich Sündermann, Vorsitzender der Hospiz Landesarbeitsgemeinschaft Niedersachsen e.V.