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74/05: Fragile Staatlichkeit
Können Stabilität und Frieden von außen gefördert werden?

Internationale Tagung der Evangelischen Akademie Loccum
vom 16. bis 18. Dezember 2005
In Kooperation mit der Abteilung DEZA des Eignössischen Departments für Auswärtige Angelegenheiten, Bern, und der Deutschen Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (gtz), Eschborn

Pfeil nach rechts Tagungsdokumentation: Loccumer Protokoll Nr. 74/05

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Die Schwäche oder gar der Zusammenbruch staatlicher Ordnungen gilt als erhebliches Problem, da in Ländern mit schweren internen Fehlfunktionen vielfach Armut und Hunger herrschen, Menschenrechte verletzt und humanitäre Katastrophen provoziert werden, massive Migrationsbewegungen entstehen und interne Konflikte wieder und wieder gewaltsam ausgetragen werden. Zudem hat sich gezeigt, dass aus solchen Ländern auch Bedrohungen oder Angriffe auf Nachbarn erfolgen, und dass Terroristen, die eine akute Gefahr für die Sicherheit in ganz anderen Regionen der Welt darstellen, leicht überall dort Zuflucht und Heimstatt finden, wo keine starke und durchsetzungsfähige staatliche Autorität besteht. Die Frage, was also getan werden kann, um in Ländern mit defizitärer oder fragiler Staatlichkeit von außen einen Staatsaufbau zu fördern, in dem lebensfähige und leistungsfähige Institutionen, demokratische Legitimität und Regierungsqualität gewonnen werden, ist nicht allein eine Frage der Stabilisierung und Entwicklung dieser Länder sondern zumindest ebenso sehr eine Frage der internationalen Sicherheit und Ordnung.

Was definiert den Begriff fragile oder prekäre Staatlichkeit? Welches Konzept von Staatlichkeit steht dahinter? Über welche Kriterien wird die Fragilität erfasst? Was unterscheidet fragile Staaten von anderen Entwicklungsländern? Was hat die Praxis der internationalen Zusammenarbeit beigetragen zur Schwächung und Destabilierung von Staaten? Welche Konzepte und Strategien hat sie, um die Stabilität und Funktionsfähigkeit von Staaten zu stärken? Wo gibt es trotz "lessons learned", "integrierten Konzepten", "Donor-Harmonisierung", "Alignement" usw. weiter Defizite? Stellen sie den Ansatz selbst in Frage? Oder erfordern sie größere Analyseanstrengungen und genauer auf die Probleme in den jeweiligen Ländern zugeschnittene Strategien? Wie weit helfen allgemeine Prinzipien und Konzepte? Wie kann gesichert werden, dass in jedem Fall kontextgerecht gearbeitet wird.

Prof. Dr. Jörg Calließ, Tagungsleiter
Dr. Günther Baechler, Eidgenössisches Department für Auswärtige Angelegenheiten, BernPfeil nach rechts Zu Gast in Loccum
Bernd Hoffmann, Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit, Eschborn

Pfeil nach rechts Das Programm Pfeil nach oben

Freitag, 16. Dezember 2005

Begrüßung und Tagungseröffnung
Prof. Dr. Jörg Calließ, Evangelische Akademie Loccum
Dr. Roman Poeschke, GTZ, Eschborn

Wie sieht das Leben der Menschen aus, wenn der Staat nicht funktioniert?
Welche Defizite gibt es?
Welche Probleme entstehen?
Natalia Ablova, Bureau on Human Rights and Rule of Law, Bishkek (Kirgisien)
Dr. Asha ElKarib, ACORD, Khartoum (Sudan)
Mani Dixit Kanak, Herausgeber HIMAL, Kathmandu (Nepal)
Aloys Tegera, Director, POLE Institute, Goma (Kongo)
Tanja Topic, Banja Luka (Bosnien-Herzegowina)

Welchen Sinn macht es, den Begriff "Fragile Staatlichkeit" zu einer Orientierungs- und Handlungskategorie zu machen?
Dr. Gabi Hesselbein, ETH, Zürich
Paul Isenman, OECD, Development Co-operation Directorate, Paris
Dr. Ulrich Schneckener, Stiftung Wissenschaft und Politik, Berlin
Prof. Dr. Georg Sorensen, Department of Political Science, Aarhus University

Wie weit trägt der Begriff "Fragile Staatlichkeit" bei der Beschäftigung mit den realen Verhältnissen in konkreten Ländern?
Was wird über den Begriff erfasst?
Welche Phänomene, Zusammenhänge und Prozesse kommen darüber in den Blick?
Ist es im Falle des betrachteten Landes sinnvoll und hilfreich, von fragiler Staatlichkeit zu sprechen?
Was erklärt das? Und was nicht?

AG 1: Nepal
Leitung: Dr. Roman Poeschke, gtz, Eschborn
Beitrag: Dr. Günther Baechler, Eidgenössisches. Department für Auswärtige Angelegenheiten, Bern
Mani Dixit Kanak, Herausgeber HIMAL, Kathmandu, Nepal
Prof. Dr. Joanna Pfaff-Czarnecka, Universität Bielefeld

AG 2: Kirgisien
Leitung: Dr. Manfred Sapper, OSTEUROPA, Berlin
Beitrag: Natalia Ablova, Bureau of Human Rights and the Rule of Law, Bishkek
Dr. Beate Eschment, Universität Halle
Dr. Alexey Gunya, Berlin/Moskau

AG 3: Sudan
Leitung: Ljubjana Wüstehube, Inmedio, Berlin
Beitrag: Dr. Asha ElKarib, Khartoum
Marina Peter, Sudan Focal Point-Europe, Hildesheim
Jago Salmon, Humboldt-Universität Berlin

AG 4: Demokratische Republik Kongo
Leitung: Dr. Ursula König, Mediation UK, Schmitten
Beitrag: Aloys Tegera, Director, POLE Institute, Goma
Daniel Stroux, BIRD, Buerau for Institutional Reform and Democracy, München
Dunja Speiser, M.A., Stiftung Wissenschaft und Politik, Berlin
Annette Weber, Ökumenisches Netzwerk Zentralafrika, Berlin

AG 5: Bosnien
Leitung: Natascha Zupan, FriEnt, Bonn
Beitrag: Tanja Topic, FES, Banja Luka
Prof. Dr. Marie-Janine Calic, Universität München
Andreja Dugandzic, Projektkoordinatorin, Association Alumni of the Centre for Interdisciplinary Postgraduate Studies (ACIPS), Sarajevo

AG 6: Bolivien
Leitung: Dr. Albrecht Stockmayer, gtz, Eschborn
Beitrag Prof. Dr. Hans-Jürgen Burchardt, Universität Kassel
Thomas Kampffmeyer, gtz, La Paz
Jimena Costa, La Paz

Samstag, 17. Dezember 2005

Welches sind die wichtigsten Defizite und Probleme in Ländern mit defizitärer Staatsfunktion?
Kann von außen die Stabilisierung fragiler Staaten gefördert werden?
Bernd Hoffmann, gtz, Eschborn
Dan Smith, International Alert, London
Prof. Andrew Mack, The University of British Columbia, Vancouver

Welche Erfahrungen wurden mit Versuchen, den Staat zu stabilisieren und in seiner Funktionsfähigkeit zu stärken, gemacht?
Welche Konzepte versprechen Nutzen und Wirkung?

Hat die bisherige Diskussion über Theorie und Praxis einer Stabilisierung fragiler Staaten wirklich einen Durchbruch zu effektivem Handeln erreicht?
Dr. Günther Baechler, Abteilung DEZA des Eidgenössischen Departments für Auswärtige Angelegenheiten, Bern

Sonntag, 18. Dezember 2005

Braucht es einen neuen Ansatz, um fragile Staaten zu stabilisieren und in ihrer Funktionsfähigkeit zu stärken?
Abschlussdiskussion mit
Anita Bundegaard, UNHCR, Genf
Asha ElKarib, ACORD, Khartoum
Peter Sampson, Forum on Early Warning ans Early Response, Nairobi

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