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Tagungsarchiv > Naturwissenschaft - Umwelt - Technik

21/06: Was macht Liebe möglich?

Interdisziplinäre Denkwerkstatt der Evangelischen Akademie Loccum
vom 12. bis 14. Mai 2006

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Mit dem verbreiteten Mangel an Vertrauen in die Zukunftsfähigkeit unserer Gesellschaft geht häufig auch die Klage über den schwindenden sozialen Zusammenhalt einher, wie er sich zunächst an Begriffen wie der sozialen Gerechtigkeit oder der Solidarität mit sozial Schwachen festmacht - sodann in christlich-theologischer Sicht auch an der Bereitschaft zur Nächstenliebe.

Neben etlichen anderen Symptomen manifestiert sich hierzulande die soziale Krise heute auch in der niedrigsten Bereitschaft, mit Kindern zu leben, die seit dem Zweiten Weltkrieg zu verzeichnen ist. Dies könnte darauf hindeuten, dass die Frage danach, wie es unter den Bedingungen unserer heutigen Gesellschaft ganz allgemein um die Liebesfähigkeit der Menschen bestellt ist und was vielleicht die gezielte Verbesserung dieser Fähigkeit für das Erlangen neuer Zukunftsfähigkeit auszutragen vermöchte, zum Kern des Problems führt.

Unter dieser Hypothese dient unsere Denkwerkstatt dem Versuch, die generelle Frage, in welchem Verhältnis die gegenwärtig drängenden gesellschaftlichen Zukunftsdiskurse zu den natürlichen und sozialen Realisationsbedingungen menschlicher Liebesfähigkeit stehen, in einen möglichst differenzierten und gut begründeten Vorschlag für ein aussichtsreiches wissenschaftliches Forschungsprogramm "im Dienste der Liebe" - auch im Sinne politisch wirksamer Zukunftsliebe - zu überführen.

Dr. Andreas Dally, Evangelische Akademie Loccum, Tagungsleiter

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Freitag, 12. Mai 2006

Begrüßung
Dr. Andreas Dally, Loccum

FORUM I
Was weiß die Philosophie über "Liebe"?
Zwischen Kultur und Natur: Was macht eine menschliche Person und ihr Liebesvermögen aus?
Welche Bedeutung haben Gefühle für das menschliche Erkenntnisvermögen und in welchem Zusammenhang steht dieses mit dem Liebesvermögen?
Welche Rolle spielt individuelles Liebesvermögen in seinen unterschiedlichen Ausprägungen für die gesellschaftliche Kohäsion?

Eingeleitet durch:
Prof. Dr. Regine Kather, Philosophisches Seminar, Universität Freiburg i. Brsg.
Prof. Dr. Helmut Pape, Director, Peirce Edition Project c/o Universität Bamberg

FORUM II
Was weiß die Neurobiologie darüber, wie Liebe möglich wird?
Lassen sich Wurzeln der Liebe in der nicht menschlichen Natur benennen?
Welche Bedeutung kommt Gefühlen im Kontext der Evolution und in der Evolutionstheorie zu?
Was lässt sich über die Ausbildung des Liebesvermögens in den verschiedenen naturgeschichtlichen Entwicklungsstufen der Menschheit sagen?

Eingeleitet durch:
Prof. Dr. Gerald Hüther, Leiter der Abteilung für neurobiologische Grundlagenforschung, Psychiatrische Universitätsklinik, Göttingen

Samstag, 13. Mai 2006

FORUM III
Die Unfähigkeit zu lieben und der gesellschaftliche Stellenwert der Liebe: therapeutische und kulturelle Erfahrungen
Wie wird Liebe im Kontext religiöser Mystik und Ethik erfahren und verstanden?
Welche Rolle spielt Liebe im Kontext der Aufklärung?
Gibt es einen transkulturellen Liebesbegriff?
Wie politisch relevant sind psychologische und therapeutische Konzepte von Liebe?

Eingeleitet durch:
Dr. Carola Meier-Seethaler, Psychotherapeutin und Buchautorin, Bern; Mitglied der Nationalen Ethikkommission der Schweiz
Dr. Ralph Charbonnier, Pastor, Zentrum für Gesundheitsethik an der Ev. Akademie Loccum

FORUM IV
Liebesfähigkeit und Zukunftsfähigkeit: Emotionale Motivationen einer Politik der "Nachhaltigkeit"
Hat gesellschaftliche Zukunftsfähigkeit ("Nachhaltigkeit") eine relevante emotionale bzw. spirituelle Dimension?
Wie vermitteln sich Gefühle und Vernunft in sozialen Entwicklungsprozessen?
Was trägt Liebe im politischen Ringen zwischen Notwendigkeit und Freiheit aus?

Eingeleitet durch:
Dr. Maik Hosang, Sozialphilosoph, Hochkirch; Mitautor von "Die emotionale Matrix. Grundlagen für gesellschaftlichen Wandel und nachhaltige Innovation"

FORUM V
"Liebe" als Implikation politischen Handelns aus religiöser Motivation
Wie korrespondieren Liebe, Barmherzigkeit und Gerechtigkeit in der Geschichte der abendländischen Kultur?
Wie ist die menschliche Pflicht zur Nächstenliebe begründet?
Wo und wie manifestierte sich diese Pflicht und Fähigkeit des Menschen in politischen Entscheidungen?
Wissen wir für die überschaubare Zukunft genug über die erforderlichen natürlichen und gesellschaftlichen Grundlagen für sozialen Zusammenhalt?

Eingeleitet durch:
Prof. Dr. Detlef Horster, Philosophische Fakultät der Universität Hannover
Hans May D.H., ehm. Akademiedirektor, Loccum

Sonntag, 14. Mai 2006

FORUM VI
Taugt "Liebe" als Ziel von Wissenschaft?
- Akademische Frontverläufe und Forschungsinteressen -
Was können welche Disziplinen leisten?
Welche Perspektiven eröffnen disziplinenübergreifende Konzepte und Theorieansätze?
Wie stellt sich das Verhältnis von Liebe und Solidarität, Nächstenliebe, Barmherzigkeit und Gerechtigkeit inverschiedenen wissenschaftlichen Perspektiven dar?
Wie könnte wissenschaftlicher Fortschritt im Namen der Liebe aussehen?

Eingeleitet durch ein Resümee zu den Diskussionsrunden der Vortage von
Dr. Eva M. Neumann-Held, Kulturwissenschaftliches Institut (KWI), Essen

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