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61/06: Ethik (in) der pharmazeutischen Industrie
Welchen Interessen dient die Arzneimittelforschung?

Tagung der Evangelischen Akademie Loccum vom 6. bis 8. November 2006
In Kooperation mit dem Zentrum für Gesundheitsethik, Hannover, und mit Unterstützung der AOK, Die Gesundheitskasse

Dreieck nach rechts Präsentationen und Vorträge zur Tagung

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"Wer mit Arzneimitteln Geld verdient, gilt vielen Menschen als ausgesprochen verdächtig. Allerdings ändert sich diese ablehnende Haltung sofort, sobald ein Mensch dringend Medikamente benötigt." (Klaus Welzel, Eli Lilly)

Die pharmazeutische Industrie steht in der Kritik. In weiten Teilen der Bevölkerung haben die Pharmakonzerne den Ruf, systematisch ihr Streben nach finanziellem Gewinn über die Wahrnehmung ihrer gesellschaftlichen Verantwortung zu stellen. So werden z.B. die Marktpreise der bedeutenden Medikamente immer wieder als überhöht gebrandmarkt und das geringe Interesse, Medikamente für seltene Krankheiten und andere finanziell wenig lukrative, obgleich volksmedizinisch bedeutsame, Arzneimittel zu entwickeln, bemängelt. Der Forschung wird zum Teil vorgeworfen, der Öffentlichkeit unerwünschte Ergebnisse klinischer Studien vorzuenthalten und für unerwünschte Arzneimittelneben- und Wechselwirkungen mit verantwortlich zu sein.

Demgegenüber klagt die pharmazeutische Industrie über ständig wachsende bürokratische Hürden für die Entwicklung und Zulassung neuer Medikamente und über ungenügende finanzielle Unterstützung ihrer Forschung durch öffentliche Gelder.

Namhafte Unternehmen der Pharmabranche sind heute offenkundig bestrebt, sich der - auch in der Ärzteschaft - verbreiteten Kritik zu stellen und eine öffentliche Diskussion über die ethischen Implikationen und Perspektiven ihrer Aktivitäten zu suchen.

Dr. Andreas Dally, Evangelische Akademie Loccum, Tagungsleiter
Dr. Christa Wewetzer, Zentrum für Gesundheitsethik, Tagungsleiterin

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Montag, 6. November 2006

Eröffnung der Tagung und Begrüßung
Dr. Christa Wewetzer, ZfG, Hannover
Dr. Andreas Dally, Evangelische Akademie Loccum

Mögliche Zukünfte des Pharmamarktes und deren ethische Herausforderungen:
Erkenntnisse aus der Zukunftsstudie "Pharmamarkt 2020"
Prof. Dr. Gert Gutjahr, Leiter, Institut für Marktpsychologie IFM Mannheim

Ethische Probleme und Zielkonflikte bei pharmazeutischen Innovationen

- aus Sicht der Versorgungsforschung:
Prof. Dr. Friedrich Wilhelm Schwartz, Direktor der Abteilung Epidemiologie, Sozialmedizin und Gesundheitssystemforschung, MHH

- aus Sicht der Pharmazeutischen Industrie:
Dr. Wolfgang Dankert, General Manager, Solvay Arzneimittel GmbH, Hannover

Die Problematik der Berücksichtigung bestimmter Gruppen - insbesondere Kindern - bei klinischen Arzneimittelstudien
Dr. Hans-Joachim Weber, Medizinischer Direktor, Lilly Pharma Holding, Bad Homburg

Die Problematik des Off-label-use von Medikamenten
Dr. Thomas Sudhop, Leiter der Abteilung Wissenschaftlicher Service, Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM), Bonn

Das Problem objektiver Patienteninformationen über Medikamente
Dirk Weller, Senior Projektmanager, psychonomics AG, Köln

Dienstag, 7. November 2006

Die Mitverantwortung der Ärzte für den existierenden Arzneimittelmarkt
Prof. Dr. Bruno Müller-Oerlinghausen, Vorsitzender der AkdÄ - Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft, Berlin

Die Problematik der pharmazeutischen Forschung für Gesundheitsbedürfnisse in Entwicklungsländern
Tobias Luppe, Policy Advisor Access Campaign, Ärzte ohne Grenzen e.V., Berlin

Wieviel Arznei (ver-)braucht der Mensch?
Helmut Schröder, Forschungsbereichsleiter, Wissenschaftliches Institut der AOK (WIdO), Bonn

Wieviel Geld darf oder muss mit Krankheit bzw. an Kranken verdient werden?
Dr. Nick Schulz-Solce, Director Corporate Affairs, Lilly Pharma Holding, Bad Homburg

Themengruppen

1: Effizienz des Arzneimitteleinsatzes
Dr. Katrin Janhsen, Zentrum für Sozialpolitik, Universität Bremen
Moderation & Berichterstattung: Joachim Roscher, ipse Communication, Berlin

2: Hormonersatz-Therapie
Dr. Kathrin Schaudig, Frauenärztin, Gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin, Hormonelle Störungen der Frau, Hamburg
Moderation & Berichterstattung: Martina Dörmann, ipse Communication, Berlin

3: Das Verhältnis zwischen Pharmazeutischer Industrie und Patienten-Selbsthilfegruppen
Dr. Jutta Hundertmark-Mayser, Stellv. Geschäftsführerin, NAKOS Nationale Kontakt-
und Informationsstelle zur Anregung und Unterstützung von Selbsthilfegruppen, Berlin
Moderation & Berichterstattung: Dr. Christa Wewetzer, ZfG, Hannover

4: Wirkungen, Nebenwirkungen und Schäden durch Medikamente - Transparenz der Informationspolitik
Malte Erbrich, Europäische Vertretung der Sozialversicherer - ESIP, Brüssel
Moderation & Berichterstattung: Kai Weller, ipse Communication, Berlin

5: Pseudoinnovationen und deren Folgen für die Patienten und die Krankenkassen
Dr. Christiane Fischer, BUKO Pharma-Kampagne, Bielefeld
Moderation & Berichterstattung: Dr. Andreas Dally, Loccum

Diskussion der o.g. Schwerpunktthemen in fünf Gruppen, unter den folgenden Leitfragen:
Welche konkreten ethischen Probleme ergeben sich aus Sicht der Teilnehmenden?
Welche interessenspezifischen Sichtweisen und Konflikte kennzeichnen diese Probleme?

Mittwoch, 8. November 2006

Wie kommen die Interessen des Gemeinwohls in der pharmazeutischen Forschung und Entwicklung wirksam zur Geltung?
Podiumsdiskussion mit:
Dr. Eva Susanne Dietrich, Direktorin, Wissenschaftliches Institut der TK für Nutzen und Effizienz im Gesundheitswesen (WINEG), Hamburg
Dr. Jens Gobrecht, ehem. WHO, Genf
Thomas Isenberg, Leiter Fachbereich Gesundheit/Ernährung, Verbraucherzentrale Bundesverband e.V., Berlin
Frank Welvaert, Johnson & Johnson, Corporate Social Responsibility Europe, Stevens Woluwe, Belgien
Helmut Schröder, AOK / WIdO, Bonn
Dr. Thomas Sudhop, Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM), Bonn

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