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25/07: Nachhaltige Energiewirtschaft im Dienst der Armutsbekämpfung
Wachstumsstrategien für Subsahara-Afrika

Entwicklungspolitische Konsultation der Evangelischen Akademie Loccum
vom 25. bis 27. Juni 2007

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Regenerative Energieträger spielen in der Energieversorgung Afrikas von je her eine zentrale Rolle. So beträgt in den meisten Ländern südlich der Sahara der Biomasseanteil am Mix der Energieträger zwischen 70 und 90 %, wovon der größte Teil (bis zu 90 %) in Form von Holz, Holzkohle und Ernteresten von Haushalten zum Kochen verwendet wird. Die Stromversorgung der meisten Städte erfolgt durch große Wasserkraftwerke. Deren Nutzung ist jedoch häufig mit ähnlich gravierenden Umwelt- und Gesundheitsproblemen verbunden wie die Nutzung fossiler Brennstoffe: Übernutzung stadtnaher Wälder, Smogbildung, Austrocknung landwirtschaftlicher Überflutungsgebiete, ökologische Schäden beim Anlegen neuer Stauseen.

Demgegenüber könnte sich inbesondere für die ärmsten Gebiete im südlichen Afrika der Aufbau einer weitgehend eigenständigen, kleinunternehmerisch geprägten Energiever­sorgungswirtschaft auf der Basis der dezentralen Nutzung regenerativer Quellen als geeigneter Motor für die wirtschaftliche Entwicklung und Armutsbekämpfung erweisen.

Die für eine dementsprechende Neuausrichtung der afrikanischen Energiewirtschaft geeigneten Technologien sind bisher zu großen Teilen in Industrieländern entwickelt worden, und viele davon bedürfen noch anpassender Weiterentwicklungen vor Ort. Hierin liegt eine wichtige Aufgabe und auch ein erhebliches ökonomisches Potenzial für die zukünftige Zusammenarbeit zwischen Europa, insbesondere Deutschland, und Afrika – ganz besonders auch südlich der Sahara.

Sie sind herzlich eingeladen, (mit) uns zu beraten, welche kooperativen Anstrengungen zur Förderung des Aufbaus einer eigenständigen, von Kleinunternehmertum geprägten Energieversorgungswirtschaft für die ärmsten Regionen Afrikas von hier aus sinnvoll sind, und welcher Aufgaben sich unsere Initiative "Afrisolar" sich in diesem Kontext mit Vorrang annehmen sollte!

Dr. Andreas Dally, Tagungsleiter, Evangelische Akademie Loccum

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Montag, 25. Juni 2007

Begrüßung und Einführung in die Tagung
Dr. Andreas Dally, Studienleiter, Evangelische Akademie Loccum

I. Handlungsbedarf

1. Armut in Afrika als Herausforderung für die wirtschaftliche Zusammenarbeit mit Europa
Dr. Amichia Biley, Zweiter Vorsitzender, NEPAD Council e.V., Göttingen

2. Armut als Energiearmut – Konzeptionelle Ansätze für die Armutsbekämpfung mit Hilfe von erneuerbaren Energien
Dr. Hartmut Grewe, Koordinator für Energie- und Umweltpolitik, Konrad-Adenauer-Stiftung, Berlin

3. Aufbau und Betrieb dezentraler Versorgungsstrukturen auf der Grundlage regenerativer Energieträger als Aufgabe für kleine, mittelständische und große Unternehmen, im Rahmen internationaler Zusammenarbeit
Heinz-Wolfgang Böhnke, Geschäftsführer, Technosol GmbH, Jork; InWEnt Business Advisory Program SADC

II. Makraökonomische Handlungsspielräume

1.Perspektiven der Verzahnung von Klimaschutz und Armutsbekämpfung:
–  Wie lassen sich CDM-Maßnahmen zur Armutsbekämpfung nutzen?
–  Welche Chancen erwachsen daraus für wenig entwickelte Länder?
Dr. Rolf Linkohr, Direktor, Centre for European Energy Strategy, Brüssel

2. Strategische Möglichkeiten der deutschen Entwicklungszusammenarbeit
Jörg Hartmann, Leiter, GTZ Büro für Public Private Partnership, Berlin
Rolf-Peter Owsianowski, Energising Africa, gtz, Eschborn

Dienstag, 26. Juni 2007

III. Mikroökonomische Erfordernisse

1. Warum kleinteilige Maßnahmen und Mikrofinanzierungssysteme wichtig sind
Dr. Dela Apedjinou, Wirtschaftswissenschaftlerin, Universität Essen / Lomé, Togo

2. Capacity Building bei lokalen Finanzinstituten
Andrea Hastrich, MicroEnergy International, Berlin

3. Hemmnisse und Erfolgsfaktoren für die Integration von wirtschaftlicher und technischer Zusammenarbeit
Noara Kebir, MicroEnergy International, Berlin

4. Trainingskonzepte und Unterstützung für lokale UnternehmenDr. Thama-ini Kinyanjui, Firmeninhaber, SolarElectro, Berlin / Nairobi, Kenia

5. Trainingskonzepte und Unterstützung für lokale Unternehmen
Dr. Thama-ini Kinyanjui, Firmeninhaber, SolarElectro, Berlin / Nairobi, Kenia

Kurzvorstellungen aktueller Projekte

• Ländliche solare Energieversorgung in Tansania – ein Jugendprojekt
Andrea Karsten, Geschäftsführerin, Deutsch-Tansanische Partnerschaft e.V.; Hamburg

• Stromversorgung netzferner Dörfer und Städte mit Mini-CSP Anlagen
Michael Straub, Trans-Mediterranean Renewable Energy Cooperation (TREC), Esslingen

• Vorschlag für ökosoziale Leitlinien für den Anbau von Jatropha
Hermann Determeyer, solarchance, Hörstel

• Strategien für die Entwicklung von zukunftsfähigen und übertragbaren Modellen naturgerechten Wirtschaftens
Uwe Friedel, Global Nature Fund, Radolfzell

IV. Erfolgversprechende unternehmerische Strategien

1. Think big!
Wie stellt man sich auf den einsetzenden Boom richtig ein?
Fabian Jochem, Internationaler Vertrieb Inselsysteme, SMA Technologie AG, Niestetal

2. Start small!
Nutzen von Investitionschancen - Beherrschen von Investitionsrisiken
Harald Schütt, Renewable Energy and Energy Efficiency Institute @ Polytechnic of Namibia - University of Applied Science and Technology, Windhoek
Wolfgang Hofstätter, Geschäftsführer, Kaïto Energie SystemGmbH, München

3. Scale fast!
Wie lässt sich der einsetzende Boom effektvoll nutzen?
Das Beispiel des nachhaltigen Siedlungsbaus in Slumgebieten
Prof. Dr. Bernd Heins, Geschäftsführender Direktor, INEP GmbH, Oldenburg
Dr. Walter Kugler, Kugler Immobilien, Bozen

V. Kooperationsmöglichkeiten von Großunternehmen

Was können Europäische Energieversorgungsunternehmen zum Aufbau einer nachhaltigen Energiewirtschaft im südlichen Afrika beitragen?
Jürgen Hogrefe, EnBW Hauptstadtrepräsentanz, Leiter Wirtschaft, Politik und Gesellschaft, Berlin

VI. Vorstellung einer neuen Initiative

Afrisolar: Anliegen und Aufgaben eines zu gründenden gemeinnützigen Vereins
Präsentation eines Entwurfs für die Satzung und eines vorläufigen Arbeitsprogramms
Dr. Andreas Dally, Studienleiter, Evangelische Akademie Loccum
Moderation:
Jobst Kraus, Studienleiter, Evangelische Akademie Bad Boll

Mittwoch, 27. Juni 2007

VII. Politische Ausblicke & Maßgaben

Nachhaltige Energiewirtschaft und Armutsbekämpfung - Institutionelle Rahmenbedingungen und die Bedeutung von neuen Initiativen wie Afrisolar
Stellungnahmen von Seiten unterschiedlicher Akteure:

• staatliche Agenturen der Entwicklungszusammenarbeit
Heinz-Wolfgang Böhnke, InWEnt Business Advisory Program SADC, Berlin
Dr. Hartmut Liptow, Energising Africa, gtz, Eschborn (oder Vertreter/in)

• Unternehmen
Fabian Jochem, SMA Technologie AG, Niestetal
Dr. Thama-ini Kinyanjui, SolarElectro, Berlin / Nairobi, Kenia
Marko Schmitt, energiebau solarstromsysteme gmbh, Köln
Souleymane Sow, MicroSow, Ouagadougou, Burkina Faso

• Finanzinstitutionen
Horst Feuerstein, Direktor, Europäische Investitionsbank, Luxemburg

• Nichtregierungsorganisationen und Kirchen
Richard Brand, Millenniumsentwicklungsziele und Armutsbekämpfung, Gemeinsame Arbeitsstelle von "Brot für die Welt" und Evangelischer Entwicklungsdienst (EED), Bonn
Dr. James M. Kajete, Erster Vorsitzender und Geschäftsführer, NEPAD Council International Office - Europe, Göttingen
Sebastian Schlüter, SEWA - Sonnenenergie für Westafrika e.V., Berlin
Michael Straub, Trans-Mediterranean Renewable Energy Cooperation (TREC) / The Club of Rome, Esslingen
Moderation:
Dr. Fritz-Erich Anhelm, Direktor, Ev. Akademie Loccum

Mitteilung über die Gründung von Afrisolar
Dr. Andreas Dally, Loccum

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