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65/07: Im Krieg wie im Frieden?
Jugendgewalt als Herausforderung für internationale Kooperation

Internationale Tagung der Evangelischen Akademie Loccum vom 14. bis 16. November 2007 in Kooperation mit dem Institut für Entwicklung und Frieden (INEF), Fachbereich Gesellschaftswissenschaften, Universität Duisburg-Essen, und dem Sektorvorhaben Bildung und Konfliktbearbeitung der Deutschen Gesellschaft für technische Zusammenarbeit, Eschborn, sowie gefördert von der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) im Eidgenössischen Department für auswärtige Angelegenheiten (EDA) Bern

Pfeil nach rechts Texte & Materialien zur Tagung
Pfeil nach rechts Tagungsdokumentation: Loccumer Protokoll Nr. 65/07

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Drogenkriminalität in Rio de Janeiro, rassistische Übergriffe auf Migranten in Westeuropa, brennende Vorstädte in Paris, Amokläufe an Schulen, Nachbarschaftsfehden in Belfast, Brudermorde in Ramallah, traumatisierte Kriegskinder in Bosnien oder im Kongo: Die wachsende Beteiligung Jugendlicher an politischer und krimineller Gewalt als Täter und Opfer ist eklatant - in den Metropolen der globalisierten Welt ebenso wie auf vielen (Nach)Kriegsschauplätzen. Was aber weiß man über das Phänomen Jugendgewalt und seine Ursachen in so unterschiedlichen gesellschaftlichen bzw. politisch-kulturellen Kontexten?

Hat Jugendgewalt in Kriegs- oder Nachkriegskonstellationen ganz eigene Ausprägungen oder gibt es Gemeinsamkeiten mit Gewaltformen, wie sie auch in den westlichen Demokratien an Bedeutung gewinnen? Verweisen soziale Ausgrenzung, Armut, Bildungsnotstand und die hohe Verfügbarkeit von sog. Kleinwaffen auf gewaltfördernde Kontexte, die gleichsam "Grauzonen" zwischen Krieg und Frieden darstellen? Wie lassen sich politisch motivierte, sozial, ethnisch oder religiös begründete bzw. situative oder ritualisierte Gewaltformen abgrenzen und Erkenntnisse für Strategien einer zivilen Konfliktbearbeitung gewinnen?

Die Tagung stellt aktuelle Ergebnisse der internationalen Jugendgewaltforschung vor. In vergleichender Perspektive werden gesellschaftliche Ursachen und soziale Muster von jugendlicher Gewalt in (Nach)Kriegs- und Nichtkriegskontexten kontrastiert und politische Handlungsstrategien auf kommunaler und zwischenstaatlicher Ebene diskutiert.

Welche Auswege gibt es aus der Jugendgewalt und welchen Bei-trag können dazu Akteure der internationalen Kooperation leisten?

Dr. Corinna Hauswedell, Evangelische Akademie Loccum, Tagungsleiterin
Dr. Sabine Kurtenbach, Institut für Entwicklung und Frieden
Andrea Grimm, Evangelische Akademie Loccum

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Mittwoch, 14. November 2007

Begrüßung und Eröffnung
Dr. Corinna Hauswedell, Loccum

Jugendgewalt in der globalisierten Welt
Einführungen in das Tagungsthema

Auf den Kontext kommt es an
Gewalt in (Nach)Kriegs- und Nichtkriegsgesellschaften
Dr. Sabine Kurtenbach, INEF, Duisburg

Demographische Daten und Befunde zur sozialen Lage von Jugendlichen in Ländern in (Nach)konflikt- und krisenhaften Umbruchsituationen
Dr. Rüdiger Blumör, GTZ, Eschborn
Steffen Kröhnert, Berlin Institut für Bevölkerung und Entwicklung

Stand und Perspektiven der internationalen Jugendgewaltforschung
Prof. Dr. Wilhelm Heitmeyer, Institut für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung, Universität Bielefeld

Donnerstag, 15. November 2007

Bestandsaufnahme:
Ursachen und Kontexte von Jugendgewalt

Sektion I:
Nichtkriegskonstellationen: Urbanisierung, sozialer Wandel und Exklusion

A world of gangs
Prof. Dr. John Hagedorn, University of Illinois, Chicago

Gefährdete Jugend
Herausforderung für Bürgerdemokratie
Clarissa Huguet, Children in Organized Armed Violence (COAV), Rio de Janeiro

Nigeria: Jugendgewalt und Globalisierung
Dr. Nick Idoko, Centre for Peace in Africa, Lagos, Nigeria

Vorstadtkrawalle in Frankreich:
Geschichte, Muster und Bedeutung
Dr. Carsten Keller, Centre Marc Bloch, Berlin

Moderation: Dr. Rose Ngomba-Roth, Göttingen
Berichterstattung: Dr. Peter Lock, Hamburg

Sektion II:
Nachkriegs- und andauernde Konflikt-konstellationen:
Ethnizität und Identität, Terrorismus, Religion

Israel-Palästina
Stephan Clauss, Akademie für Konflikttransformation, Bonn

Nordirland
Dr. Neil Jarman, Institute for Conflict Research, Belfast

Westafrika
Prof. Dr Paul Richards, Wageningen University, Netherlands

Afghanistan
Martin Hayes, Child Protection Specialist of  the Christian Children’s Fund (CCF), Richmond/Virginia

Moderation: Dr. Corinna Hauswedell, Loccum
Berichterstattung: Prof. em. Dr. Peter Waldmann, Universität Augsburg

Strategien im Umgang mit Jugendgewalt - und ihren Ursachen

Sektion I:
Nichtkriegskonstellationen:
Urbanisierung, sozialer Wandel und Exklusion

Möglichkeiten der Entwicklungszusammenarbeit
Günter Sohr, Bundesministerium für wirtschaftl. Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), Berlin

Umfassende Strategien öffentlicher Gesundheitsvorsorge
Dr. Alberto Concha-Eastman, Regional Advisor, Pan American Health Organization (PAHO), Washington D.C.

Interkulturelle Jugendbegegnungen - Chancen für Jugendliche, Gewalt vorzubeugen, zu verlernen und Lichtblicke zu erfahren
Christa-Berta Kimmich, european play work association (e.p.a.), Hamburg

Gegen Missachtung und Trauma: Jugendarbeit auf der Straße
Daniel Baltzer, Kids Company, London

Kommunale Strategien
Michel Marcus, European Forum on Urban Safety, Paris

Moderation: Erich Marks, Geschäftsführer, Deutscher Präventionstag, Hannover
Berichterstattung: Andrea Grimm, Loccum

Sektion II:
Nachkriegs- und andauernde Konfliktkonstellationen:
Ethnizität und Identität, Terrorismus, Religion

Entwicklung und Frieden verbinden: z.B. Bosnien
Dr. Martina Fischer, Berghof-Zentrum für Konfliktforschung, Berlin

Sofort beginnen:
Jugendarbeit nach Friedensschlüssen
Siobhan McEvoy-Levy, Butler University, Indianapolis

Demobilisierung und Reintegration von Jugendlichen nach Kriegsende in der DR Kongo
Achim Koch, GTZ, Eschborn

Strategien im Umgang mit Jugendgewalt - Erfahrungen aus Nikaragua und Zentralamerika
José Luis Rocha, Universidad Centroamericana (UCA), Managua

Moderation: Prof. em. Dr. Franz Nuscheler, INEF, Duisburg
Berichterstattung: Dr. Sabine Kurtenbach

Jugendgewalt in kulturellen Kontexten: Film und Hip Hop Musik
Katrin Lock, London

Freitag, 16. November 2007

Jugendgewalt als Herausforderung für die internationale Kooperation

Podiumsdiskussion, eingeleitet mit den Berichten aus den Sektionen
Botschafter Friedrich Däuble, Beauftragter für Zivile Krisenprävention, Auswärtiges Amt, Berlin
Dr. Winrich Kühne, Zentrum für Internationale Friedenseinsätze (ZIF), Berlin
Nadine Lyamouri-Bajja, European YIouth Centre, Council of Europe, Strasbourg
Moderation: Dr. Corinna Hauswedell, Loccum

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