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18a/09: Diplomatie und Zivilgesellschaft Konfliktbearbeitung auf Augenhöhe?
Internationale Tagung der Evangelischen Akademie Loccum vom 8. bis 10. Mai 2009
in Kooperation mit der Plattform Zivile Konfliktbearbeitung
Tagungsdokumentation: Loccumer Protokoll Nr. 32/09
Die klassische Diplomatie war ursprünglich Domäne des souveränen Staates. Sie wurde verkörpert durch Gesandte, Treffen zwischen Staatsvertretern und geheime Schriftstücke. Politische Partizipation war wesentlich der gesellschaftlichen Oberschicht vorbehalten. Kriege wurden vorwiegend zwischenstaatlich ausgetragen.
Heute sind über 90 % der Kriege innerstaatlich und zumeist ethnisch begründet. Die politische Landschaft ist vielschichtig, die Globalisierung der Konflikte allgegenwärtig.
Dieses Umfeld schafft zunehmend komplexe Situationen, die nicht mehr nur auf der staatlichen Ebene zu bearbeiten sind. So wirken heute an Friedensprozessen neben Staaten auch Nichtregierungsorganisationen, die Wirtschaft, Medien, Kirchen und sogar private Initiativen mit.
Welche Bedeutung kommt dem Verhältnis von Staaten und Nichtregierungsorganisationen in Prozessen der Konfliktbearbeitung vor diesem Hintergrund zu? Werden Synergien optimal genutzt und welche Potenziale könnten noch ausgeschöpft werden?
Anhand erfolgreicher Beispiele des Zusammenwir-kens von staatlicher Diplomatie und ziviler Konfliktbearbeitung sollen Voraussetzungen und Notwendigkeiten gelingender Kooperation aufgezeigt werden. Dies betrifft auch die neuen Entwicklungspotenziale, die sich mit dem Wechsel in der USA-Präsidentschaft für das transatlantische Verhältnis ankündigen.
Sie sind herzlich eingeladen, sich an dieser Diskussion zu beteiligen.
Wiebke Zorn, Sprecherin, Initiativkreis Plattform Zivile Konfliktbearbeitung
Christiane Lammers, Koordinatorin, Initiativkreis Plattform Zivile Konfliktberbeitung
Dr. Corinna Hauswedell, Tagungsleiterin
Begrüßung und Eröffnung der Tagung
Dr. Corinna Hauswedell, Evangelische Akademie Loccum
Wiebke Zorn, Initiativkreis Plattform Zivile Konfliktbearbeitung e.V.
Von der Depesche zur public diplomacy Über die Anpassung der Diplomatie an die Bedingungen derheutigen Gesellschaft
Prof. Dr. Astrid Deuber-Mankowsky, Geschäftsführende Direktorin des Instituts für Medienwissenschaft, Universität Bonn
Moderation: Dr. Corinna Hauswedell
Samstag, 9. Mai 2009Das Gesicht der Diplomatie heute
Am Beispiel der Entstehung des Vertrages von Ottawa
Einleitende Statements von
Thomas Gebauer, medico international, Frankfurt a.M.
Rainer Nolte, Leiter Abt. Dialoge, Institut für Auslandsbeziehungen e.V. (IFA), Stuttgart
Elvira Rosert, Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung (HSFK) und Universität Frankfurt a.M.
Dr. Cornelio Sommaruga, ehem. Präsident des Internationalen Roten Kreuz Komitee (IRKK), Genf
Moderation: Ulrich Frey, Plattform zivile Konfliktbearbeitung, Bad Honnef
Arbeitsgruppen:
Konkretionen des Verhältnisses von Diplomatie und Zivilgesellschaft
1. Tschad:
Die Rolle von Unternehmen am Beispiel von Erdölprojekten
Einführung: Dr. Mathias John, amnesty international (ai), Berlin
Moderation: Catherine Devaux, ai, Karlsruhe
2. Sudan:
Auf dem Weg zum Frieden?
Einführungen: Ahmed Ali Musa, Alternatives Kulturzentrum Vlotho
Dr. Wolfgang Heinrich, Evangelischer Entwicklungsdienst (EED), Bonn
Moderation: Jürgen Menzel, act for transformation, Aalen
3. Bosnien-Herzegowina:
Recht und Gerechtigkeit in Nachkriegsgesellschaften
Einführungen: Ljubinka Petrovic-Ziemer, Berghof-Forschungszentrum, Berlin
Judith Brand, Intern. Strafgerichtshof für das ehem. Jugoslawien, Sarajewo
Moderation: Beatrix Schmelzle, Berghof Forschungszentrum, Berlin
4. Deutschland 1989:
Die „Macht“ der Kirchen
Einführung: Dr. Reinhard Höppner, Ministerpräsident a.D., Magdeburg
Moderation: Christof Starke, Friedenskreis Halle
5. Somalia:
Beispiel eines failed state
Einführungen: Jutta Bakonyi M.A.,Universität Magdeburg
Prof. em. Dr. Volker Matthies, Universität Hamburg
Moderation: Matthias Seifert, Institut für Entwicklung und Frieden (INEF), München
Multi-track diplomacy.
Die vielschichtigen Ebenen der friedlichen Konfliktlösung
Christine Schweitzer, Institut für Friedensarbeit und gewaltfreie Konfliktaustragung, Hamburg
Beiträge der Moderatoren/innen der AGs
Moderation: Christiane Lammers, Plattform zivile Konfliktbearbeitung, Köln
Argumentieren, Verhandeln, Überzeugen
Lehren und Erfahrungen aus dem Amt des Hohen Repräsentanten
Dr. Christian Schwarz-Schilling, CSS Project for Integrative Mediation, Berlin
Moderation: Uwe Trittmann, Evangelische Akademie Villigst
Sonntag, 10 Mai 2009Transatlantische Morgenröte?
Die neuen Herausforderungen auf dem Feld der Diplomatie
Stanley Otto, Deputy Political Section Chief, US Embassy, Berlin
Dr. Rolf Mützenich, MdB/SPD, Köln/Berlin
Dr. Norbert Ropers, Berghof Foundation for Peace Support, Berlin
Natascha Zupan, Arbeitsgem. Entwick-lungspol. Friedensarbeit (FriEnt), Bonn
Moderation: Dr.Constanze Stelzenmüller, German Marshall Fund, Berlin
Resümee der Tagung und Perspektiven der Weiterarbeit