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22/09: Kulturgut Computerspiel?
Ein Mediengenre zwischen Akzeptanz und Ablehnung
Tagung der Evangelischen Akademie Loccum vom 25. bis 27. Mai 2009
in Kooperation mit dem Deutschen Kulturrat, Berlin
Tagungsdokumentation: Loccumer Protokoll Nr. 22/09
An Computerspielen scheiden sich immer wieder die Geister: Einerseits sind sie mittlerweile stilprägend für andere kulturelle Genres wie Literatur und Theater, nicht umgekehrt. Andererseits stehen sie in der Öffentlichkeit unter dem Generalverdacht des Schunds und der Gewaltverherrlichung.
Das Feld der Computerspiele vergrößert sich stetig. Welche Formen gibt es eigentlich? Und wer sind die Spieler? Worin kann der künstlerische Wert eines Computerspiels bestehen? In Vorträgen und Diskussionen sollen Antworten zu diesen Fragen gefunden werden, daneben gibt es die Gelegenheit, verschiedene Computer- und Konsolenspiele direkt in Augenschein zu nehmen und auszuprobieren.
Als Produkte der Kulturwirtschaft haben Computerspiele allerdings auch einen anderen Charakter als klassische Kulturgüter. Wie keine andere Sparte stehen sie in einem Spannungsfeld von Kunst, Ökonomie und Gesellschaft. Sind sie primäres Produkt eines künstlerischen Gestaltungsaktes oder folgen sie nur der Nachfrage auf dem Konsumgütermarkt?
Mit der Aufnahme des Spieleentwickler-Bundesverbands G.A.M.E. in die Sektion Film und audiovisuelle Medien des Deutschen Kulturrat wurde ein bewusster Schritt getan, Computerspiele als Gegenstand der Kulturpolitik anzuerkennen. 2009 wird erstmalig der vom Bundestag, der Bundesregierung und der Computerspielebranche ausgelobte Deutsche Computerspielepreis vergeben. Lässt sich das Angebot an qualitativ hochwertigen Spielen verbreitern, wenn herausragende Produkte analog zu anderen kulturellen Genres gefördert werden?
Dr. Georg Ruppelt, stellv. Vorsitzender des Deutschen Kulturrats e.V.
Olaf Zimmermann, Geschäftführer Dt. Kulturrat
Dr. Albert Drews, Evangelische Akademie Loccum, Tagungsleiter
Begrüßung und Eröffnung
Dr. Albert Drews, Ev. Akademie Loccum
Dr. Georg Ruppelt, stellv. Vorsitzender des Deutschen Kulturrates e.V., Berlin
I. Besichtigung eines Genres Was sind Computerspiele?
Computerspiele: Typologisierung und Trends
Andreas Lange, Direktor Computerspiele-Museum, Berlin
Computerspiele: Mediengenre oder Gesamtkunstwerk?
Jun.-Prof. Dr. Rolf Nohr, Medienkulturwissenschaftler, Hochschule für Bildende Künste Braunschweig
Kunst, Kultur, Computerspiele?
Streitgespräch über Sinn und Unsinn der Definition von Computerspiele
als Kulturgut
Olaf Zimmermann, Geschäftsführer Deutscher Kulturrat e.V., Berlin
Hans-Heinrich Grosse-Brockhoff, Staatssekretär für Kultur in der Staatskanzlei Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf
Moderation: Dr. Albert Drews, Loccum
II. Anatomie des Computerspiels: Praxis und Forschung
Wie entsteht ein Computerspiel?
Thomas Friedmann, Geschäftsführer, Funatics Software GmbH, Oberhausen
Dr. Michael Bhatty, Designer, Autor und Producer, Osnabrück
III. Computerspiele spielend entdecken
Unterstützt und angeleitet von einem Team unter der Leitung von
Prof. Dr. Hartmut Warkus, Universität Leipzig, können die Teilnehmer verschiedene Computer und Konsolenspiele in Augenschein nehmen und ausprobieren
Wenn Computerspiele zum Problem werden Wie funktioniert der Jugendschutz?
Dipl-Päd. Gerald Jörns, Journalist, USK-Gutachter, Rodenberg
Qualität fördern
Was bringt der Deutsche Computerspielpreis?
Eingangsstatements von
Malte Behrmann, Geschäftsführer Bereich Politik von G.A.M.E., Bundesverband der Entwickler von Computerspielen, Berlin
Thomas Schäffer,
Geschäftsführer Nordmedia, Hannover
Oliver Passek, Medienboard Berlin-Brandenburg, Potsdam
Olaf Zimmermann,
Geschäftsführer Deutscher Kulturrat e.V., Berlin