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1916: Schöngeistlich? - Predigt als Literatur

Tagung der Evangelischen Akademie Loccum vom 25. bis 27. März 2019

In Kooperation mit dem Zentrum für evangelische Gottesdienst- und Predigtkultur
und der Universität Leipzig

Gefördert von der VGH Stiftung

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In den letzten Jahrzehnten hat sich zwischen Predigt und Literatur ein inniges Verhältnis entwickelt. Die berühmte „Drei Punkte und ein Gedicht“-Predigt ist wohl das bekannteste Beispiel dafür. Wie Erzählpredigten und Predigtslams zeigen, sind aber auch die literarischen Ambitionen der Predigenden selbst gestiegen. Dazu mag der Ansatz der Dramaturgischen Homiletik ebenso beigetragen haben wie veränderte Hörgewohnheiten. Dem Gelingen der Predigt als kommunikativem Geschehen ist der Drang zur sprachlichen Kreativität freilich nicht nur zuträglich. Um wirksam zu werden, kann die Predigt auf Intention, theologische Argumentation und Konkretheit nicht verzichten.

Wie also ist heute angemessen und wirksam von Gott zu reden? Im Sinne einer „homiletischen Poetologie“ soll dabei zunächst das Verhältnis von gegenwärtiger Predigtsprache und verschiedenen literarischen Gattungen erkundet werden. Welche Predigttypen lassen sich auf Grund ihrer literarischen Beschaffenheit voneinander unterscheiden?

Grundsätzlicher ist zu fragen, welche Bedeutung der literarischen Arbeit im Predigtschreiben überhaupt zukommen soll. Dabei dürfen die spezifischen Kontexte und Adressat*innen der Predigt als Rede nicht außer Acht gelassen werden. Welche Art des Schreibens und Redens ist wann angebracht und notwendig? Und was folgt daraus für eine Theologie der Predigt?

Neben Impulsen und Diskussion im Plenum wird das eigene Ausprobieren in Workshops breiten Raum einnehmen. Im Gespräch mit dem Schriftsteller Patrick Roth (z.B. „Die Christus Trilogie“, 1998) werden wir schließlich der Frage nachgehen, wie viel Predigt in der Gegenwartsliteratur steckt.

Sie sind herzlich eingeladen!

PD Dr. Julia Koll, Tagungsleiterin
Prof. Dr. Alexander Deeg, Lehrstuhl für Praktische Theologie, Universität Leipzig
Kathrin Oxen, Leiterin des EKD-Zentrums für evangelische Predigtkultur, Wittenberg

 

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Montag, 25. März 2019

Begrüßung und thematische Einführung
PD Dr. Julia Koll, Evangelische Akademie Loccum

Literarische Formen in der gegenwärtigen Predigtpraxis: Erfahrungen aus der Werkstatt
Jörn Dege, Geschäftsführer des Literaturinstituts Leipzig

Lesen, schreiben, predigen…
Einander kennenlernen und ins Gespräch kommen

Lektürezeit (= Predigten für den Abend)

„Homiletisches Quartett“: Vier Predigten, vier Kritiker*innen
Dirk Brall, Intendant des Literaturhauses St. Jakobi, Hildesheim
Jörn Dege, Leipzig
Kathrin Oxen, bis Nov. 2018 Leiterin des EKD-Zentrums für Predigt- und Gottesdienstkultur in Wittenberg, jetzt Pfarrerin an der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche, Berlin
Dr. Adelheid Ruck-Schröder, Studiendirektorin des Predigerseminars, Loccum

Begegnungen auf der Galerie

Dienstag, 26. März 2019

Metaphern und Moves, Poesie und Pathos:
Wahrnehmungen und Fragen zur gegenwärtigen Transformation der Predigtsprache
Prof. Dr. Alexander Deeg, Lehrstuhl für Praktische Theologie, Universität Leipzig

Workshopphase (I):

Spiel mit dem Wort! Kreatives Schreiben in der Predigtpraxis
Dr. Holger Pyka, Pfarrer und Praktischer Theologe, Wuppertal

Uncreative Writing: Klauen, Plagiieren, Appropriation Art
Birgit Mattausch, Pastorin und Referentin im Arbeitsbereich Gottesdienst, Michaeliskloster Hildesheim

Von churchy bis really my own voice: Um- und Neuschreiben eigener Predigtfragmente
Dr. Annette Müller, Pfarrerin und Praktische Theologin, Lage

Exegese auf der Kanzel
Kathrin Oxen, Berlin

Theologische Argumentation, poetisch gefasst?
Jan Mathis, Referent für Qualitätsentwicklung im Gottesdienst, EKD-Zentrum für evangelische Gottesdienst- und Predigtkultur, Wittenberg

Auferweckung des Wortes: Predigt als verfremdende Redeform
Prof. Dr. Maike Schult, Lehrstuhl für Praktische Theologie, Philipps-Universität Marburg

Workshopphase (II):
dasselbe Angebot, mit Gruppenwechsel

Erträge aus dem Tag: Check-In im Plenum

Hora in der benachbarten Stiftskirche

Christus zwischen Buchdeckeln?
Am Beispiel von „SUNRISE – Das Buch Joseph“ und „Christus Trilogie“
Lesung und Gespräch mit dem Schriftsteller Patrick Roth, Mannheim

Mittwoch, 27. März 2019

Welche Konsequenzen ergeben sich fürs Predigt-Schreiben und das Predigen-Lehren?
Gespräch mit Dr. Annette Cornelia Müller, Lage und Dr. Adelheid Ruck-Schröder, Loccum

Welche Konsequenzen ergeben sich für eine Theologie der Predigt?
Ein Tagungskommentar von PD Dr. Martina Bär, Gastdozentin für Systematische Theologie am Seminar für Katholische Theologie der FU Berlin

Diskussion im Plenum

 

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