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55/98: Agenda für den Frieden: Versöhnung
Untertitel
Internationale Tagung der Evangelischen Akademie Loccum
vom 2. bis 4. Oktober 1998
In Kooperation mit "Gernika Gogoratuz", dem Zentrum für Friedensforschung
in Gernika (Spanien)
Tagungsdokumentation: Loccumer Protokoll Nr. 55/98
Wenn nach langen erbitterten Kämpfen zwischen verfeindeten Gruppen endlich Gewalt eingedämmt und Waffenstillstand geschlossen wurde, müssen tragfähige Strukturen für das zukünftige Zusammenleben aufgebaut werden. Dieser Aufgabe musste man sich etwa in Südafrika oder in Guatemala stellen und sie stellt sich in Nordirland, in Bosnien und anderswo.
Welche Funktion und welchen Stellenwert hat die Versöhnung der Verfeindeten in solchen Friedensbildungsprozessen? Welche Verständnisse und welche Konzepte von Versöhnung sollten leitend sein, damit eine heilende, Feindschaft überwindende und Frieden fördernde Kraft entfaltet werden kann? Wie kann die Aufgabe der Versöhnung in konkrete politische Handlungsprojekte übersetzt und praktisch angegangen werden, damit sich der Impuls nicht in emphatischer Rhetorik erschöpft sondern konstruktive Konflikttransformation ermöglicht?
Dr. Jörg Calließ, Evangelische Akademie Loccum, Tagungsleiter
Dr. Juan Gutierrez, Direktor Gernika Gogoratuz
Freitag, 2. Oktober 1998
Begrüßung und Tagungseröffnung:
Dr. Jörg Calließ, Loccum
Dr. Juan Gutierrez, Gernika
Zu Gast in Loccum
Der Versöhnungsprozess zwischen Deutschland und dem Baskenland/Spanien
Filmbericht vorgestellt von Michael Kasper, Historiker, Gernika Gogoratuz
Versöhnungsbemühungen im georgisch-abchasischen Konflikt
Dr. Norbert Ropers, Direktor, Berghof Forschungszentrum für konstruktive Konfliktbearbeitung, Berlin
Versöhnungsbemühungen im Nordirland-Konflikt
Robin Wilson, Democratic Dialogue, Belfast
Versöhnungsbemühungen in der Republik Südafrika
Gary Thompson, South African Council of Churches, Johannesburg
Versöhnungsbemühungen im palästinensisch-israelischen Konflikt
Dr. Viola Raheb, Bethlehem
Versöhnungsbemühungen im serbisch-kroatischen Konflikt
Dr. Katarina Kruhonja, Zentrum für Frieden, Gewaltfreiheit und Menschenrechte, Ossijek
Versöhnung als Projekt
Zum Zusammenhang von Theorie und Praxis
Prof. Dr. William Everett, Andover Newton Theological School, Newton/Massachusetts
Versöhnungshorizont
Zum Zusammenhang von Theorie und Praxis
Dr. Juan Gutierrez, Gernika Gogoratuz
Samstag, 3. Oktober 1998
"Das Geheimnis der Versöhnung heißt Erinnerung" (Elie Wiesel).
Erinnerungsarbeit und Wahrheitsfindung als Kernaufgabe von Versöhnungshandeln
Dr. Geiko Müller-Fahrenholz, Bremen
Traumata integrieren: Arbeit mit Opfern von Folter und Verfolgung
Dr. Gisela Perren-Klingler, Visp/Schweiz
Gerechtigkeit üben und Recht schaffen.Der Aufbau einer Kultur des Rechts als ethische, juristische, politische und kulturelle Aufgabe
Dr. Gema Varona, Instituto Vasco de Criminologia, San Sebastian
Das Verbindende fördern und das Einende stärken. Der Bedarf an Symbolen und nachhaltigen Strukturen für friedvolles Miteinander
Charles Reed, PhD, Church of England, Board for Social Responsibility, London
Arbeitsgruppen
AG 1: Erinnerungsarbeit und Wahrheitsfindung
David Grant, Intern. Versöhnungsbund, Alkmaar
AG 2: Arbeit mit Frauen, die Opfer von Unrecht und Gewalt wurden
Annemarie Müller, M.A., Ökumenisches Informationszentrum, Dresden
AG 3: Die Ahndung von Kriegsverbrechen und der Aufbau einer Kultur des Rechts
Dr. Paul Stoop, Journalist, Der Tagesspiegel, Berlin
AG 4: Die Entfaltung einer Kultur friedvollen Miteinanders
Paulander Hausmann, Wethen
AG 5 : Aufgaben und Perspektiven der Versöhnung im ehemaligen Jugoslawien
Matthias Z. Karádi, Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik an der Universität Hamburg
AG 6: Aufgaben und Perspektiven der Versöhnung in Nordirland
Dr. Bernhard Moltmann, Hess. Stiftung Friedens- und Konfliktforschung, Frankfurt/Main
AG 7: Aufgaben und Perspektiven der Versöhnung in der Republik Südafrika
Hannah Hess, Journalistin, Frankfurt/Main
AG 8: Aufgaben und Perspektiven der Versöhnung in der Region der Großen Seen (Afrika)
Daniel Stroux, Forscher und Politischer Berater, München
Sonntag, 4. Oktober 1998
Towards the Contours of the New
Schlussdiskussion eröffnet durch
Prof. Dr. Mari Fitzduff, INCORE, University of Ulster, Derry
Prof. Dr. Dieter Senghaas, Universität Bremen