Das Programm chronologisch > Arbeit & Wirtschaft
05a/10: Das Ende der Idylle?
Armut, Ausgrenzung und kirchliche Handlungsoptionen auf dem Lande
Tagung der Evangelischen Akademie Loccum vom 23. bis 24. Februar 2010
in Kooperation mit dem Sozialwissenschaftlichen Institut der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD)
Städtische Armut steht oft im öffentlichen Rampenlicht. Doch geraten auch mehr und mehr Dörfer in Deutschland sogar ganze Regionen ins Abseits. Ein Teil der dort lebenden Menschen scheint den Anschluss zu verlieren. Doch wie sieht ihr Lebensalltag konkret aus? Wie empfinden diese Menschen, die kaum noch am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können, ihre Situation?
Das Sozialwissenschaftliche Institut der EKD (SI) hat im Sommer 2009 für die Studie zum Thema „Armut in ländlichen Räumen“ 30 Frauen und Männer mit verschiedenen Armutserfahrungen in fünf ländlichen Kirchenkreisen der hannoverschen Landeskirche befragt. Sie gaben Auskunft über ihren Alltag, nannten aber auch ihre Wünsche nach Hilfsangeboten und Unterstützung. Dort, wo sie leben, fehlt es häufig an guter Infrastruktur, Bildungszugängen und Erwerbsmöglichkeiten. Teils wird materieller Mangel durch die sozialen Netze auf dem Dorf aufgefangen, teils tragen sie aber zur Stigmatisierung jener, „die es nicht geschafft“ haben, bei.
Die Ergebnisse der Studie werden erstmals auf dieser Tagung präsentiert und mit VertreterInnen der Wissenschaft und der sozialen und kirchlichen Praxis diskutiert. Im Vordergrund stehen dabei die Lehren der Studie für künftige kirchliche und diakonische Arbeit gegen Armut und Ausgrenzung im ländlichen Raum.
Marlis Winkler, Projektleiterin
Prof. Dr. Gerhard Wegner, Direktor Sozialwissenschaftliches Institut der EKD
Dr. Joachim Lange, Evangelische Akademie Loccum, Studienleiter
Begrüßung
Dr. Joachim Lange, Evangelische Akademie Loccum
Einführung ins Thema
Prof. Dr. Gerhard Wegner, Direktor, Sozialwissenschaftliches Institut der EKD, Hannover
Verortung des Themas - Wie groß ist das Problem?
Dr. Heinrich Becker, Johann Heinrich von Thünen-Institut vTI, Braunschweig
Vorstellung der Studie und Präsentation der Ergebnisse
Marlis Winkler, Sozialwissenschaft-liches Institut der EKD, Hannover
Diskussion, eingeleitet durch Kommentare von:
Karl-Heinz Friebe, Kirchlicher Dienst auf dem Lande, Hannover
Martin Fischer, Diakonisches Werk der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers e.V.
Prof. Dr. Claudia Neu, Hochschule Niederrhein, Krefeld
Kirchliche Handlungsoptionen
Welche Anknüpfungspunkte ergeben sich aus der Studie?
Vorstellung der Arbeitsgruppen
Marlis Winkler, Hannover
AG 1: Kirche auf dem Lande Welche Rolle spielt die Armut?
Input: Anna Küster, SI EKD, Hannover
Moderation: Stephan Wichert-von Holten, Propst, Lüchow
AG 2: Die Kirche im Dorf
Welche Rolle spielt die Kirchen-gemeinde im Netz der sozialen Akteure?
Input: Jürgen Bade, Pastor,Bienenbüttel
Prof. Dr. Claudia Neu, Krefeld
Moderation: Karl-Heinz Friebe, Hannover
AG 3: Familien auf dem Dorf in Armut?
Input: Barbara Heinelt, Diakonisches Werk Kirchenkreis Lüchow-Dannenberg
Moderation: Martin Fischer, Hannover
AG 4: Tafeln die Seismographen der Armutsentwicklung auf dem
Lande?
Input: Eva-Maria Zabbée, Diakonisches Werk der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers e.V.
Ingo Krause, Pastor, Warmsen
Moderation: Erasmus Kröger-Vodde, Diakonisches Werk Kirchenkreis Emden
Selig sind die Armen?
Theologischer Impuls
Prof. Dr. Gerhard Wegner, Hannover
Präsentation der Arbeitsgruppenergebnisse
Reaktion und Zwischenresümee
Marlis Winkler, Hannover
Armut auf dem Lande und kirchliches Handeln Anforderungen, Erwartungen und Ansatzpunkte
Dr. Christoph Künkel, Direktor Diakonisches Werk der Ev.-luth.
Landeskirche Hannovers e.V.
Siegfried Kasparick, Propst des Kurkreises Wittenberg
Ines Henke, Sozialdezernentin, Niedersächsischer Landkreistag, Hannover
Prof. Dr. Gerhard Wegner, Hannover
Marlis Winkler, Hannover
Plenumsmoderationen: Dr. Joachim Lange, Loccum