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51/10: Nirgendwo beheimatet und überall zu Hause
Deutschsprachige Gegenwartsliteratur und Globalisierung

Tagung der Evangelischen Akademie Loccum vom 10. bis 12. September 2010,
gefördert durch die VGH-Stiftung und die Robert-Bosch-Stiftung

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Globalisierung ändert neben unseren Wirtschaftsstrukturen, unserem sozialen Zusammenleben und unseren Kommunikationsformen auch unser kulturelles Selbstverständnis. Dass Globalisierungsphänomene wie Migration in der Mitte der Gesellschaft angekommen sind, lässt sich an literarischen Bespielen leicht belegen. So sind Werke von Autorinnen und Autoren, die zwar auf deutsch schreiben, deren Muttersprache aber eine andere ist, längst ins Zentrum der Gegenwartsliteratur gerückt. Was ist das schriftstellerische Selbstverständnis dieser Autorinnen und Autoren? Was bedeutet für sie Schreiben in der globalisierten Welt?

Doch Globalisierung betrifft nicht nur die interkulturelle Literatur im engeren Sinne, sondern fast jegliche Erscheinungsform deutschsprachiger Gegenwartsliteratur. Wie bildet Gegenwartsliteratur Globalisierungsprozesse ab? Wie verändert sich die Stellung deutschsprachiger Gegenwartsliteratur in der Welt und welches gesellschaftliche Bild wird über die Werke transportiert? Ist deutschsprachige Gegenwartsliteratur im Vergleich zu anderssprachiger Literatur repräsentativ für Globalisierungsprozesse in der Literatur?

Diese Fragen sollen, unter anderem mit vier Autorinnen und Autoren, in Vorträgen, Diskussionsrunden und Lesungen erörtert werden.

Dr. Albert Drews, Evangelische Akademie Loccum, Tagungsleiter

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Freitag, 10. September 2010

Begrüßung und Eröffnung
Dr. Albert Drews, Ev. Akademie Loccum

Literatur der Globalisierung – Globalisierung der Literatur
Prof. Dr. Andrea Geier, Professorin für Neuere deutsche Literaturwissenschaft, Universität Trier

Abschied von der Nachkriegsliteratur – Abschied vom Engagement?
Autorschaft in der globalisierten Kultur
Christian Sieg, PhD, Exzellenzcluster „Religion und Politik in den Kulturen der Vormoderne und der Moderne“, Universität Münster  

Lesung
Richard Wagner liest aus "Habseligkeiten" (Aufbau-Verlag, 2004)
Einführung Renatus Deckert, Publizist, Berlin

Samstag, 11. September 2010

Deutschsprachige Literatur von Autoren nicht nur deutscher Herkunft
Traditionen und Perspektiven
Prof. Dr. Immacolata Amodeo, Professorin für Literatur, Jacobs University Bremen

Grenzgänger, Kulturmittler, Kosmopoliten?

Podiumsgespräch über Förderung, Selbstverständnis und Vermittlung deutschsprachiger Literatur unter den Bedingungen von Globalisierung und Migration
Dr. Anne-Bitt Gerecke, Goethe-Institut, verantw. Redakteurin von litrix.de, München
Dr. Monika Stranakova, Germanistin, Universität Nitra/Slowakei
Nicol Ljubic, Autor, Berlin

Von der Gastarbeiterliteratur ins Zentrum der Gegenwartsliteratur
Dr. Monika Stranakova, Nitra
im Gespräch mit Yadé Kara und dem Publikum

Literatur als kulturelles Gedächtnis in Zeiten der Globalisierung
Renatus Deckert, Berlin
im Gespräch mit Richard Wagner und dem Publikum

Lesung
Yadé Kara liest aus „Café Cyprus“ (Diogenes, 2008)

Nicol Ljubic liest aus „Meeresstille“ (Hoffman & Campe, 2010)

Sonntag, 12. September 2010

Braucht Literatur ein Zuhause?
Dr. Barbara Müller-Wesemann, Theaterwissenschaftlerin, Hamburg
im Gespräch mit Nino Haratischwili und dem Publikum

Lesung
Nino Haratischwili
liest aus „Juja“ (Verbrecher-Verlag, 2010)

Die Autorinnen und Autoren auf der Tagung:
Richard WagnerRichard Wagner, geb. 1952 im rumänischen Banat, arbeitete als Deutschlehrer und Journalist. Er veröffentlichte Lyrik und Prosa in deutscher Sprache. Nach Arbeits- und Publikationsverbot verließ er Rumänien 1987 und lebt heute in Berlin. Zahlreiche Preise und Stipendien. Im Herbst 2000 erhielt Wagner als erster Preisträger den "neuen deutschen Literaturpreis". Wikipedia >
Nino HaratischwiliYadé Kara, geb. 1965 in Cayirli (Türkei), studierte Anglistik und Germanistik. Sie arbeitete als Schauspielerin, Lehrerin, Managerin und Journalistin in Berlin, London, Istanbul und Hongkong. Sie lebt in Berlin. Für ihren Roman ›Selam Berlin‹ erhielt sie 2004 den Deutschen Bücherpreis für das beste Debüt und den Adelbert-von-Chamisso-Förderpreis. Wikipedia >
Nino HaratischwiliNino Haratischwili (Foto: Alexander Janetzko) wurde 1983 in Tiflis, Georgien geboren. Von 2000 bis 2003 studierte sie Filmregie an der Staatlichen Schule für Film und Theater in Tiflis und von 2003 bis 2007 Regie an der Theaterakademie Hamburg, ITMF. Sie schrieb Prosatexte und Stücke, die sowohl in Deutschland als auch in Georgien gelesen und veröffentlicht wurden. In der Spielzeit 2010/11 ist sie Hausautorin des Deutschen Theaters Göttingen. Wikipedia >
Nicol LjubicNicol Ljubic, geboren in Zagreb, ist Autor und Journalist. Der Sohn eines Kroaten und einer Deutschen ging in Thessaloniki, Moskau und Bremen zur Schule. Ljubic hat Politik studiert und die Journalistenschule besucht. Bekannt wurde er mit dem Buch über die SPD "Genosse Nachwuchs“. Wikipedia >

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