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04/12: Krise der Wirtschaft - Krise des Wachstums?
Tagung der Evangelischen Akademie Loccum vom 1. bis 3. Februar 2012
für Schülerinnen und Schüler der SEK II
Auch vier Jahre nach Beginn der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise scheint ihr Ende nicht in Sicht. Die Talfahrt der Wirtschaft hat sich auf Kernländer der Weltwirtschaft ausgeweitet.
Nicht nur die USA, sondern auch die EU befindet sich in einer massiven Schuldenkrise. So unterschiedlich diese Krisenphänomene und ihre Ursachen auch sein mögen, die Staaten der Welt versuchen derzeit mit allen Mitteln dem wirtschaftlichen Abwärtstrend entgegen zu steuern. Die Politik scheint machtlos zu sein und den Entwicklungen hinterher zu laufen.
Die Verringerung der Staatsausgaben und das Ankurbeln des Wirtschaftswachstums, die Erhöhung von Steuern, aber auch staatliche Entschuldung werden als mögliche Wege aus der Krise gehandelt. Das richtige Instrument zu ihrer Eindämmung ist allerdings noch nicht gefunden.
Trotz leichter Zuwächse des globalen Wirtschaftswachstums nach den Krisenjahren 2008 und 2009 ist von einer stabilen konjunkturellen Erholung noch längst nicht die Rede. Die neue Chefin des Internationalen Währungsfonds, Christine Lagarde, appelliert deshalb an die USA und die Länder Europas, deutliche Schritte zum Wirtschaftswachstum zu unternehmen und die Haushaltsdefizite „glaubwürdig“ zu reduzieren.
Doch woher soll das Wachstum kommen? Wie sollen wir uns aus dem Schuldenloch befreien? Wollen wir an einem Wachstumsdenken festhalten, das nicht unerheblich zur Entstehung der Krise beigetragen hat, in der sich die Welt heute wirtschaftlich, ökologisch und sozial befindet?
Simone Schad-Smith, Tagungsleiterin, Evangelische Akademie Loccum
Begrüßung und Einführung
Simone Schad-Smith, Evangelische Akademie Loccum
Griechenland und kein Ende? Zur Anatomie und Dynamik der europäischen Wirtschafts- und Finanzkrise. Einführungsvortrag
Mark Schieritz, DIE ZEIT, Hamburg
Donnerstag, 2. Februar 2012
Die Wirtschaftskrise, ihre Folgen und Ansätze zu ihrer ÜberwindungAG 1: Griechenland & Co. und die Krise des Euro
Hendrik Hagedorn, Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung, Berlin
AG 2: Wie soll das gehen - Wachstum, Fortschritt und Innovation angesichts der deutschen Staatsverschuldung?
Cornelius Bähr, Köln
AG 3: Wachstum und Fortschritt anders denken effizienter, ökologischer, gerechter
Dr. Michael Kopatz, Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie
AG 4: Das internationale Finanzsystem: Krise und Reformbedarf
Dr. Till van Treeck, Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung, Hans-Böckler-Stiftung, Düsseldorf
Freitag, 3. Februar 2012
Die aktuelle Wirtschaftskrise und akute HandlungsbedarfePerspektiven für ein anderes Wirtschaften und neuen Fortschritt.
Statements und Abschlussdiskussion mit Florian Bernschneider, MdB (FDP) Wahlkreis Braunschweig und Alexis Passadakis, Mitglied im bundesweiten Koordinierungskreis, Attac, Berlin
Die Referenten:
Mark Schieritz ist Finanzkorrespondent der ZEIT in Frankfurt. Er berichtet über die Geschehnisse an den nationalen und internationalen Finanzmärkten sowie über die Wirtschaftspolitik. Er hat Volkswirtschaft und Politik in Freiburg, Harvard und an der London School of Economics studiert.
Dr. Arno Brandt hat Wirtschaftswissenschaften an der Universität Hannover studiert und war wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Markt und Konsum der Universität Hannover. Seit 1990 arbeitet er in der Volkswirtschaftlichen Abteilung der Norddeutschen Landesbank (NORD/LB) und leitet dort die NORD/LB Regionalwirtschaft.
Hendrik Hagedorn ist seit 2008 Doktorand am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung in Berlin. Er ist Diplom-Physiker und Master of Economic and Financial Research. Seine Schwerpunkt liegen im Bereich Wachstum und Innnovation, hier insbesondere auf dem Einfluss staatlicher Regulierung.
Cornelius Bähr hat Wirtschaftswissenschaften in Köln und Dublin studiert. Er war wissenschaftlicher Mitarbeiter an den Lehrstühlen für Finanzwissenschaft der RWTH Aachen und der Universität Marburg.
Dr. Michael Kopatz hat Sozialwissenschaften mit Fokus Umweltpolitik/Umweltplanung studiert. Seit 1997 ist er Mitarbeiter des Wuppertal Instituts und Projektleiter im Bereich Energie-, Verkehrs- und Klimapolitik. Einer seiner Schwerpunkte ist das Thema „Wohlstand ohne Wachstum.“
Dr. Till van Treeck arbeitet seit 2009 als wissenschaftlicher Referent am Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung der Hanns-Böckler-Stiftung. Er hat Politikwissenschaften und Volkswirtschaftslehre in Lille und Münster sowie Leeds/GB studiert. Studien- und Forschungsaufenthalte führten ihn u.a. an die London School of Economics.
Alexis Passadakis hat Politikwissenschaften an der Freien Universität Berlin und der University of Sussex/GB studiert. Seit 2002 engagiert er sich im globalisierungskritischen Netzwerk Attac. Seine Schwerpunkte dort liegen im Bereich Klimagerechtigkeit und Postwachstumsökonomie. Er hat für verschiedene NGOs gearbeitet.