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Das Programm chronologisch > Staat & Gesellschaft

11/12: Friedenslogik statt Sicherheitslogik
Gegenentwürfe aus der Zivilgesellschaft

Tagung der Evangelischen Akademie Loccum vom 2. bis 4. März 2012

In Kooperation mit Plattform Zivile Konfliktbearbeitung, Köln
Gefördert vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung

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Entwicklungszusammenarbeit und Friedensarbeit werden zunehmend von Denkmustern staatlicher Sicherheitsvorsorge dominiert. Zivilgesellschaftliches Engagement, bisher orientiert an den Werten Frieden und Gerechtigkeit, erfährt eine Umdeutung und eine Inanspruchnahme für Sicherheitsinteressen des Staates. Diese Tendenz ist jüngst besonders in der Afghanistanpolitik zu beobachten. Das Schlagwort der „vernetzten Sicherheit“ ist ein Ausdruck dessen: eine Verwischung zwischen staatlichen und gesellschaftlichen Kompetenz- und Handlungsräumen einerseits und militärischen und zivilen Mitteln andererseits.

Um dieser 'Versicherheitlichung' entgegen zu wirken, müssen sich die in der Friedensarbeit tätigen Organisationen und ihr Umfeld über ihre eigene Konzeption von Friedenspolitik klar werden. Was bedeutet ein der Friedenslogik folgendes Handeln für eigene Aktivitäten? Was bedeutet es für Positionierungen gegenüber staatlichen Akteuren und ihren Aktivitäten?

Wie kann ein alternativer Handlungsrahmen umrissen werden, der eine Orientierung für zivilgesellschaftliche Initiativen darstellt und zugleich realitätstauglich bei dem Anspruch ist, Frieden zu schaffen, zu ermöglichen und zu konsolidieren? Wie kann der Leitidee der Sicherheitsvorsorge ein dynamisches Konzept von Konfliktbearbeitung und Konflikttransformation gegenüber gestellt werden, das auch staatlicher Politik eine neue Orientierung verschaffen kann?

Dr. Marcus Schaper, Tagungsleiter, Evangelische Akademie Loccum
Ulrich Frey, Plattform Zivile Konfliktbearbeitung

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Freitag, 2. März 2012

Begrüßung und Eröffnung
Dr. Marcus Schaper, Evangelische Akademie Loccum
Ulrich Frey, Sprecher, Plattform Zivile Konfliktbearbeitung, Bad Honnef

Friedenslogik: Wie sind die Ziele ziviler Konfliktbearbeitung zu bestimmen?

Reflexive Friedenspolitik
Zivilgesellschaftliches Engagement in der Weltgesellschaft
Prof. em. Dr. Lothar Brock, Gastprofessor, Programmbereich Herrschaft und gesellschaftlicher Frieden, Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung, Frankfurt

Das Mantra „Sicherheit“. Handlungslogiken, Prinzipien, Interessen
PD Dr. Sabine Jaberg, Dozentin, FB Human- und Sozialwissenschaften, Führungsakademie der Bundeswehr, Hamburg

Wessen Sicherheit? Sackgasse Sicherheitslogik?
Parallele Thementische zu ...

... Entwicklungszusammenarbeit
Dr. Martin Quack, Berater Zivile Konfliktbearbeitung, Brot für die Welt, Stuttgart

... Auswärtiger Politik
Dr. Ute Finckh-Krämer, Vorsitzende, Bund für soziale Verteidigung, Berlin

... Menschen- und Bürgerrechten
Werner Koep-Kerstin, Mitglied im Bundesvorstand, Humanistische Union, Berlin

... Migration und Asyl
Ullrich Hahn, Präsident, Versöhnungsbund, Villingen

... Rüstung und Sicherheitspolitik
Paul Schäfer, MdB-Die Linke, Mitglied des Verteidigungsausschusses, Bonn

Samstag, 3. März 2012

Friedenslogik: An welchen Prinzipien messen wir uns, an welchen die Politik?

Von der Sicherheitslogik zur Friedenslogik.
Was bedeutet das im Kontext von Konflikten? Was führt zur Konflikttransformation?
Prof. Dr. Hanne-Margret Birckenbach, Professorin für Friendes- und Konfliktforschung, Justus-Liebig-Universität Gießen
Kommentar: Natascha Zupan, Leiterin, Arbeitsgemeinschaft Frieden und Entwicklung (FriEnt), Bonn
Kommentar: Katja Keul, MdB-Bündnis 90/Die Grünen, Mitglied des Verteidigungsausschusses, Nienburg

Welche Prinzipien und Kriterien folgen aus der Friedenslogik für unser eigenes Handeln?
Arbeitsgruppen

    AG 1:  Friedensdienste
    Charlotte Eisenberg, Friedensfachkraft, EIRENE, Berlin
    Dr. Matthias Ries, Programm Ziviler Friedensdienst, Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit, Bonn

    AG 2:  Menschenrechte
    Marie Becher, Referentin, Peace Brigades International, Hamburg
    Dr. Beate Wagner, Generalsekretärin, Deutsche Gesellschaft für die Vereinten Nationen, Berlin

    AG 3:  Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit
    Sandra Bauske, Koordinatorin 'Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage', Friedenskreis Halle
    Christine Böckmann, Geschäftsführerin, Miteinander e.V., Magdeburg

    AG 4:  Sicherheitspolitik
    Lic. theol. Norbert Fabian, Kommission Friedenspolitik, Pax Christi, Duisburg
    Volker Haury, Mitglied im Initiativkreis, Ohne Rüstung Leben e.V., Ludwigsburg

    AG 5:  Entwicklungszusammenarbeit
    Bodo von Borries, Referent, Humanitäre Hilfe, Entwicklungshilfe, Verband Entwicklungspolitik Deutscher Nichtregierungsorganisationen, Berlin
    Irmgard Hofer, Vorsitzende, Internationale Frauenliga für Frieden und Freiheit, Nürnberg

    AG 6:  Friedensbildung
    Anja Petz, Trainerin ZFD, Kurve Wustrow
    Wolfgang Buff, Vorstand, Netzwerk Friedensbildung Hessen, Frankfurt

Welche Schlüsse ziehen wir aus den AG-Diskussionen für die zivile Konfliktbearbeitung und staatliche Krisenpolitik?
Dr. Martin Quack, Berater Zivile Konfliktbearbeitung, Brot für die Welt, Stuttgart
Prof. Dr. Tobias Debiel, Direktor Institut für Entwicklung und Frieden, Universität Duisburg-Essen
Renate Grasse, Geschäftsführerin, Arbeitsgemeinschaft Friedenspädagogik (AGFP), München

Jahresplenum der Plattform Zivile Konfliktbearbeitung
Sprecherrat der Plattform Zivile Konfliktbearbeitung
Christiane Lammers, Geschäftsführerin, Plattform
Zivile Konfliktbearbeitung, Köln

Sonntag, 4. März 2012

Was wollen wir weiter bearbeiten?

Appell zur zivilen Konfliktbearbeitung

Statt eines Schlusswortes
Uwe Trittmann, Sprecher, Plattform Zivile Konfliktbearbeitung, Mülheim/Ruhr

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