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19/12: Was ist Gutes Sterben?
15. Loccumer Hospiztagung
Tagung der Evangelischen Akademie Loccum vom 13. bis 15. April 2012
In Kooperation mit der
Hospizbeauftragten der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Hannovers und dem
Pastoralkolleg der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Hannovers
"Ein gutes Sterben gehört zu einem guten Leben", so konnte man vor kurzem in einer Tageszeitung lesen. Sterben, so scheint es, ist unter den Bedingungen der Moderne zu einem zu gestaltenden Prozess geworden. Die Fortschritte der Medizin haben es mit sich gebracht, dass Behandlungsmöglichkeiten und damit auch Entscheidungsnotwendigkeiten in der letzten Lebensphase zugenommen haben. Gut zu sterben, ist für viele Menschen zur letzten Pflichtaufgabe geworden.
Was aber ist das, gutes Sterben?
Menschen möchten bei klarem Bewusstsein und zu Hause sterben. Sie hoffen, das eigene Leben noch einmal reflektieren und Beziehungen klären zu können. Sie wünschen keine lebensverlängernden Maßnahmen, aber ausreichende Schmerzbehandlung.
Tatsächlich ereignen sich knapp die Hälfte der Sterbefälle in Deutschland im Krankenhaus. Nimmt man die Altenheime dazu, dann beschließt der weitaus größte Teil der Sterbenden ihr Leben nicht wie ersehnt zu Hause.
Eine Alternative sind Hospize und Palliativstationen, die auf der Idee vom „guten Sterben“ basieren. Sie leisten Beistand und Unterstützung; Sterben soll erleichtert, damit verbundene Leiden abgemildert werden.
Wie aber gehen wir damit um, wenn das Sterben trotz aller Bemühungen nicht friedlich ist? Und wer beurteilt, was gutes Sterben ist? Inwieweit erreicht das Angebot von Hospizen und Palliativstationen auch Menschen, in deren Biographie kaum Raum für eigenes Entscheiden und Gestalten gegeben war? Unter welchen Voraussetzungen ist eine künstliche Bewusstseinsdämpfung am Ende des Lebens als Qualitätsmerkmal eines guten Sterbens anzusehen?
Sie sind herzlich eingeladen, sich an der Diskussion dieser Fragen zu beteiligen.
Gabriele Arndt-Sandrock, Tagungsleiterin, Ev. Akademie Loccum
Andrea Peschke, Hospizbeauftragte der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers
Traugott Wrede, Rektor des Pastoralkollegs der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers
Dr. Stephan Schaede, Akademiedirektor
Begrüßung und Eröffnung
Gabriele Arndt-Sandrock, Ev. Akademie Loccum
Andrea Peschke, Hospizbeauftragte der Landeskirche Hannovers
Traugott Wrede, Rektor Pastoralkolleg
Das Projekt Lebensende - Vom einstigen Gleichmacher Tod zur Ungleichheit des guten Sterbens heute
Prof. Dr. Werner Schneider, Philosophisch-Sozialwissenschaftliche Fakultät, Universität Augsburg
Die zwei Gesichter des Todes: Zwischen Idealisierung und Abgründigkeit des Sterbens
Dr. theol. Michael Coors, ZfG Hannover
Workshops zu Aspekten des Tagungsthemas
2. Medizin der letzten Tage“ Rechtliche und ethische Grundlagen für Entscheidungen am Lebensende des Patienten
Dr. jur. Peter Holtappels, Hamburg
4. Sterbebegleitung in der Hand von Spezialisten?
Macht Hospiz sich im Zuge der Professionalisierung überflüssig?
Rosemarie Fischer, Vorsitzende der Hospiz Landesarbeitsgemeinschaft Niedersachsen e.V.
6. „Aufmerksamkeit ist das natürliche Gebet der Seele“. (Paul Celan)
Welche Bedeutung hat Spiritualität in der Sterbebegleitung?
Anja Egbers, Referentin für Hospizarbeit im Seelsorgeamt des Bistums Osnabrück
8. Gutes Sterben dank Hospizarbeit? Hospizliche Aspekte im Pflegeheim
Anja Tewes, Christian Woiwode, Hospiz Horn, Bremen
10. Wenn der Tod nicht gnädig ist ...
Hausärztliches Reden und Schweigen, Tun und Lassen am Sterbebett
Dr. med. Lukas Bockelmann, Timmel (Ostfriesland)
Sonntag, 15. April 2012
Sedierung am Lebensende gebotene Symptomkontrolle oder ungerechtfertigter Eingriff ins Sterben?